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Eine aktuelle Studie zeigt, dass Kinder immer weniger Spaß am Lernen haben, je länger sie auf der Schule sind. Muss das sein?

Eigentlich ist das Ergebnis alles andere als überraschend. Kinder haben immer weniger Spaß am Lernen und am Unterricht, je mehr Erfahrungen sie mit dem System Schule gemacht haben. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die scoyo, ein Lernportal für Schüler, gemeinsam mit ZEIT LEO, einem Magazin für Kinder, durchgeführt hat. Demnach ist es bei den Sechsjährigen noch über die Hälfte der Befragten, die angeben, dass sie „immer Spaß am Lernen“ haben. Bei den 13-Jährigen sind es nur noch knapp 7 Prozent. Die Zahl der Kinder, die angeben „eher selten“ Spaß zu haben, wächst mit zunehmendem Alter.

Warum der Spaß abnimmt

Infografik_lernen_v4_kleinWas sind die Gründe für diese Entwicklung? Die Studie liefert nur Fakten, aber dennoch darf man sich an einer Interpretation der Daten versuchen: Es wäre verkehrt, zu behaupten, dass es allein am Unterricht selbst liegt. Zwar können gute Lehrer einen entscheidenden Teil dazu beitragen, dass die Schüler Spaß am Lernen haben, aber außerschulische Faktoren sind ebenfalls relevant. Auf vielen Kindern lastet ein zu hoher Zeit- und Leistungsdruck, welcher schnell in Frust umschlägt. Um dem entgegenzuwirken müssen Eltern und Lehrer zusammenarbeiten. Wer versucht, gezielt nach den Lieblingsbeschäftigungen des Kindes zu suchen, um dort einen Antrieb für das Schulfach zu erzeugen und auf Widerstand stößt, sollte andere Methoden ausprobieren. Besonders wertvoll ist es, wenn  Eltern selbst vorleben, dass Wissen nicht nur nützlich ist, sondern die Aneignung von Wissen auch Spaß machen kann.

Was kann man konkret tun?

Was wünschen sich die Schüler? Wie kann man Motivation, Begeisterung und Neugierde wecken? In der Studie nannten fast alle Jahrgänge projektbezogenen Unterricht als Lieblingswunsch für zukünftigen Unterricht. Der Praxis-Unterricht (im Freien, im Labor oder im Klassenraum) ist auch in den höheren Altersklassen noch beliebt. Praktische Beispiele anhand von Alltagserfahrungen lassen Spielraum für die verschiedenen Entfaltungsmöglichkeiten der Schüler.

Erstaunlich ist auch, dass der Lehrfilm als unattraktivstes Lehrmittel genannt wurde. Elektronische Medien rangieren nach wie vor auf Platz eins der Beliebtheitsskala, da sie mehrere Sinne gleichzeitig ansprechen. Richtig dosiert und gut abgestimmt auf das Lernziel, sind sie ein nützliche Instrument für die Wissensvermittlung.

Fazit

Die Studie zeigt vor allem eines: die gängigen Lernmittel nutzen sich mit der Zeit ab. Daher ist auch in der Schule Abwechslung und vor allem Freiraum sehr wichtig. Fast alle Eltern ist es von Bedeutung, dass ihre Kinder mit Freude lernen.  In der Studie bestätigt Martin Korte, Neurobiologe an der TU Braunschweig: „Wer mit Lust bei der Sache ist, lernt wie von selbst“. Wer das Gefühl hat, etwas wirklich verstanden zu haben, erlebt einen kleinen Glücksrausch. Das motiviert und spornt zur Wiederholung an. Die Psychologin Elsbeth Stern fügt hinzu, dass Schüler lernen müssen, ihre Fortschritte zu erkennen und nachzuzeichnen. Nur dann haben sie den Eindruck, dass sie wirklich etwas Wichtiges mitnehmen und Schule nicht nur immer derselbe Trott ist.

Bildnachweis: © scoyo.de

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