universitaet_SDie Studienorientierung im Erstsemester ist seit Jahrzehnten eine schwierige Angelegenheit für die neuen Studenten. Sie haben neben der Stundenplanung und der Belegung wichtiger Veranstaltungen noch viele andere Hürden zu überwinden.  Nicht wenige verzweifeln schon an der Entschlüsselung uniinterner Abkürzungen. Andere unterschätzen ganz einfach von Beginn an den Flurfunk. Im Wintersemester 2013/2014 fluten in einigen deutschen Bundesländern dazu noch die doppelten Jahrgänge die Flure und Hörsäle. Desinformation, Missverständnisse und Irrtümer sind vorprogrammiert.

Vom Sinn der Einführungswochen

kompass300Deutschlands Universitäten und Fachhochschulen begreifen sich von Hamburg bis Münschen und von Düsseldorf bis Leipzig immer stärker als Dienstleistungsorte. Nahezu alle Universitäten bieten ihren Erstsemestern Einführungswochen und Einführungsveranstaltungen an. Fachschaften, Studentenvertretungen und wissenschaftliches Lehrpersonal informieren über den jeweiligen Studiengang. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist jedoch in der Regel freiwillig. Es gibt immer noch einige Erstsemester, die glauben, sie können solche Veranstaltungen auslassen. Sie unterschätzen dabei, dass es genau diese Veranstaltungen sind, die die neuen Studenten über fachspezifische Besonderheiten informieren und es hier zu ersten wichtigen Kontaktanbahnungen unter den Kommilitonen selbst kommt.

Tipp: Unbedingt zu solchen Veranstaltungen hingehen und alles mitnehmen, was angeboten wird!

Studien- und Prüfungsordnung

Für die jeweiligen Fachgänge gibt es Studien- und Prüfungsordnungen. Nach Einführung und Umsetzung der Bologna-Reformen wird der erste angestrebte Abschluss in der Regel der Bachelor sein. Die Studien- und Prüfungsordnung ist der Fahrplan für die folgenden Semester. Sie entscheidet auch darüber, welche Prüfungen und Veranstaltungen in welchem Semester abgelegt und besucht werden müssen. Wer BAföG in Anspruch nimmt, muss innerhalb der Regelstudienzeit  alle Prüfungen erfolgreich bestanden haben.

Jeder Student sollte also die Studien- und Prüfungsordnung von Beginn an genau kennen. Die Ordnung ist häufig in einer sehr trockenen und administrativen Sprache beschrieben, aber nur wer sich damit genau auseinandersetzt, kann gegebenenfalls noch die Fachschaft mit Detailfragen löchern. Nicht wenige Studenten bemühen sich auch um die universitäre Anerkennung von Leistungen, die nicht an einer Universität erbracht worden sind. Für die Anerkennung bestimmter Teilleistungen gibt es in jedem Fachgang in der Regel einen sogenannten Prüfungsausschuss, der darüber entscheidet, ob beispielsweise das Auslandsjahr direkt nach dem Abitur im Rahmen der Studienordnung dazu führt, dass man bestimmte Veranstaltungen und Leistungsnachweise nicht mehr besuchen oder ablegen muss,

Tipp: Jeder Student im Erstsemester sollte die Studien- und Prüfungsordnung gut kennen!

Studieren, sich organisieren und der berühmte Flurfunk

Ja, es gibt sie noch, die Schwarzen Bretter an zentralen Stellen der Universitäten und Fachhochschulen, an denen Aushänge darüber informieren, dass für die Veranstaltung XY in der nächsten Woche eine Raumverlegung nötig geworden ist oder dass eine Bibliotheksführung stattfindet. Viel wichtiger aber ist heute, dass man sich schnell mit Kommilitonen organsiert, neu Kontakte anbahnt und so vom berühmten Flurfunk profitiert. Denn häufig wissen mehr Menschen einfach mehr. Wer Kontakt zu höheren Semestern im Fachgang schafft, der profitiert sogar von den Erfahrungen älterer Studenten und vermeidet so gegebenenfalls Widerholungsfehler.

Tipp: Frühestmöglich Kontakte zu anderen Studenten schaffen, damit man vom Flurfunk profitiert!

 Arbeitsgruppen, Mitschriften und Skripte

Was für Gruppenreferate im Fachgang ohnehin vorgesehen ist, macht auch für besonders schwere Lernthemen Sinn, nämlich die Bildung von freien Arbeitsgruppen, die über die Veranstaltungen hinaus den Lernstoff wiederholt oder vertieft. Für bestimmte Veranstaltungen werden vom Lehrpersonal auch Skripte erstellt, die den Stoff der Vorlesung noch einmal nachhalten. Gleichermaßen gehört es zur Selbstverständlichkeit, entsprechende Unterlagen und Skripte auf Nachfrage an die Kommilitonen weiterzureichen, weil man selbst später auch einmal davon Nutznießer sein kann, sofern man einmal verhindert war.

Tipp: Arbeitsgruppen bilden und Skripte immer nachbearbeiten!

Kontakt zum Lehrpersonal

Gerade Studenten im Erstsemester fällt es schwer, gleich Kontakte zum wissenschaftlichen Lehrpersonal aufzubauen. Meistens trauen sie sich nicht, Doktoren und Professoren etwas zu fragen, weil es ihnen als Schwäche ausgelegt werden könnte oder sie meinen, es käme einer Anbiederung gleich. Das wissenschaftliche Lehrpersonal hat im Aushang oder im Vorlesungsverzeichnis in der Regel wöchentliche Sprechstundenzeiten angegeben. Wer wirklich wichtige Fragen auf dem Herzen hat oder inhaltliche Nachfragen zu einem bestimmten Lernstoff hat, sollte sich nicht scheuen, den Professor aufzusuchen. Die Studenten bekommen so auch selbst ein Gefühl dafür, wie zugänglich der Professor wirklich ist.

Tipp: Keine Berührungsängste vor dem wissenschaftlichen Lehrpersonal haben!

Wer diese grundsätzlichen Ratschläge beherzigt, wird wenige Probleme bei der Einfindung in die neue Lern- und Lebenswelt bekommen. Das Orientierungsangebot für Studenten im ersten Semester war noch nie so gut und breit wie heute.

 

Bildnachweis@istockphoto.com/DNY59

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