HeaderMotivation scheint wohl der wichtigste Erfolgsfaktor für eine berufliche Weiterbildung zu sein. Doch welche Voraussetzungen sollte man sonst noch mitbringen und vor allem wie kann man in Zeiten von „Motivationslöchern“ und Doppelbelastung die Weiterbildung trotzdem erfolgreich meistern? Über diese Fragen sprachen wir mit Walter Trummer von der Nürnberger Weiterbildungsakademie carriere & more, die inzwischen an bundesweit zehn Standorten berufsbegleitende, kaufmännische Fortbildungslehrgänge anbietet.

 „Jeder muss sich klar machen, wohin die Reise gehen soll“

Wer sich für eine Weiterbildung entscheidet, der sollte sich schon bei der Auswahl über einige Punkte klar werden. Der Weiterbildungsexperte nennt hier zuallererst zwei wichtige Faktoren. „Natürlich ist die Vorbildung wichtig, der Status quo. Nicht zuletzt aufgrund eventueller Zulassungsvoraussetzungen oder -beschränkungen. Und jeder muss sich klar machen, wohin die Reise gehen soll. Mache ich die Weiterbildung aus rein fachlichem Interesse, will ich mich beruflich neu orientieren oder die Karriereleiter in meinem Unternehmen weiter hinaufklettern?“, führt Trummer aus. Denn nur wer schon vorher sicher ist, was er mit der Weiterbildung erreichen möchte und diese Ziele auch definieren kann, kann sich selbst ausreichend motivieren.

Auch die Art der Weiterbildung kann hier schon helfen, die eigene Motivationskurve höher zu halten. Je nach Lerntyp gibt es unterschiedliche Weiterbildungsformen, die jeweils besser geeignet sein können. Manche Menschen lernen besser bei direktem und konstantem Austausch mit Teilnehmern und Dozenten und entscheiden sich daher zum Beispiel für Präsenzveranstaltungen. Andere lernen lieber für sich und dafür zeitlich flexibel – für diese Typen kommen auch Online-Kurse infrage. Allerdings sollte man sich auch hier keiner Illusion hingeben, das bestätigt auch der Akademieleiter: „Egal wie man sich entscheidet: Jede Weiterbildungsform erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin.“

„Sich mental auf die Prüfungssituation vorzubereiten, hilft den Stresspegel zu reduzieren“ 

Dazu kommt noch, dass die Doppelbelastung von Beruf und Weiterbildung an den eigenen Reserven zerrt und oft auf Kosten des Privatlebens geht. Aber wer auch hier schon richtig im Vorfeld plant, kann sich einiges an Stress ersparen. Wer schon vorher weiß, auf welche Freizeitaktivitäten er (zeitweise) verzichten kann, wann Lernphasen eingeschoben werden können und wie sich der eigene Tagesablauf durchstrukturieren lässt, der wird auch in der Zeit der Doppelbelastung gut zurechtkommen.

CarriereDoch für Berufspraktiker eröffnen sich auch noch andere Probleme. Wer lange Zeit aus den festen Lern- und Prüfungsstrukturen von Schule oder Uni raus ist, der ist oft überfordert mit dem Erfolgsdruck, den eine Weiterbildung mit sich bringt. Trummer gibt deswegen den Tipp sich frühzeitig mit inhaltlichen und prüfungsnahen Übungen intensiv vorzubereiten. „Allerdings gibt es auch relativ viele Menschen, nach meiner Beobachtung etwa 20 Prozent der Teilnehmer, die unter chronischer Prüfungsangst leiden. Frauen sind davon stärker betroffen als Männer. Diese Prüfungsangst kann so stark sein, dass sie just in dem Moment, in dem es darauf ankommt, das Gelernte schlichtweg unzugänglich macht. In diesem Fall ist es wichtig, das Muster sofort zu durchbrechen, also nicht auf das leere Blatt zu starren, sondern sofort in eine Handlung, ein Ritual überzugehen. Man kann beispielsweise die wichtigsten Begriffe unterstreichen, Stichpunkte und Gedanken aufschreiben oder eine kleine Antwortstruktur vorbereiten. Dadurch kommt das Gehirn in den Arbeitsmodus, die Erstarrung löst sich. Natürlich ist es auch empfehlenswert, sich mental auf die Prüfungssituation vorzubereiten, um den Stresspegel auf ein gesundes Maß zu reduzieren“, rät der Weiterbildungsexperte.

Und trotz Prüfungsstress, hohem Zeitaufwand und massiven Freizeiteinbußen ist sich Trummer sicher, dass sich eine (richtig vorbereitete) Weiterbildung immer lohnt. „Neben den gesteigerten beruflichen Chancen und Perspektiven, bewirkt eine Weiterbildung aber auch immer eine Weiterentwicklung auf persönlicher Ebene. Oft hört man, man müsse zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um Chancen ergreifen zu können. Das stimmt sicher. Das richtige Timing nutzt einem aber nur dann etwas, wenn man vorbereitet ist.“

Mehr Infos?

In dem Weiterbildungsmagazin von Weiterbildung Direkt berichtet Walter Trummer ausführlich über die richtige Vorbereitung und gibt Tipps zur erfolgreichen Weiterbildung.

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Walter Trummer

Walter Trummer ist Gründer der Nürnberger Weiterbildungsakademie carriere & more, die berufsbegleitende, kaufmännische Fortbildungs-
lehrgänge anbietet. carriere & more setzt dabei auf das von Trummer entwickelte eva-Lernsystem®, das eine konzentrierte Wissensaufnahme über alle Sinneskanäle – und letztlich eine deutlich verkürzte Lehrgangsdauer ermöglicht.

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