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Unter dieser Fragestellung ging diese Woche die Bildungsrecherche der Süddeutschen zu Ende. Heraus gekommen sind viele lesenswerte Artikel, die mit den Meinungen der Leser angereichert wurden. Ein Rückblick.

Sie polemisieren, sind angereichert durch eigene Erfahrungen oder stellen die eigene Meinung dar. Die Beiträge der SZ zum Thema Bildungsreform sind eine gute Bereicherung einer Debatte, die in den nächsten Jahren nicht aufhören wird.

Eine Fülle kreativer und auch kritischer Beiträge

So erzählt der Artikel „Die Angst des Vaters“ von einem deutschen Familienvater, der sich aufgrund eines Wohnortwechsels entscheiden muss, sein Kind entweder auf ein schwedische oder auf eine deutsche Schule zu schicken. Heraus kommen Geschichten, wie, dass es nur die Deutschen schaffen, ihre Kinder so viel Lernmaterial aufs Kreuz zu laden, dass die Krankenkassen schon Orthopäden zur Einschulung schicken. Wieso nicht einfach jedem Kind ein Tablet stellen? Oder wie in den USA einen Spint einrichten? Oder dass die Schweden es sich nicht vorstellen können, wie man jemanden dafür bezahlen kann, dass er dem eigenen Kind nach dem Unterricht den Stoff beibringt.

Oder der Beitrag über Friedrich Denk, der die Position vertritt, dass die Kinder zu wenig lesen – also deutsche Literatur lesen. Denn das Lesen lehrt „auf hohem Niveau Sehen, Sprechen, Hören und Denken“, so Denk. Dabei wettert er gegen den Einsatz von Computern in Schulen und bezweifelt, dass Kinder ein solches Maß an Eigeninteresse entwickeln, um sich ihr Wissen selbst zu erarbeiten. Kein Wunder, dass dieser Beitrag für Diskussionen gesorgt hat! An der Kritik ist sicherlich vieles berechtigt, doch muss man sich mit den genauen Details auseinandersetzen. Sind es wirklich nur die Medien, die Einfluss auf das Lernverhalten hat?

Oder vielleicht der Artikel über die Bildungsreform von Johann Osel? Osels einführender Beitrag wirbt für eine Bildungsevolution, die von der Basis, also den Lehrern, ausgeht und durch einen „tiefen Griff in die Kassen“ begleitet wird. Kritisiert werden vor allem die straffen Lehrpläne, die Häppchen-Taktung in 45-Minuten-Einheiten und die Fokussierung auf das abprüfbare Wissen. In der Schule geht es zu viel um die Vergabe von Zertifikaten und zu wenig um das Lernen selbst. Der Blick richtet sich zu sehr auf die Prüfungen und weniger auf den Stoff, der einem im Leben weiterhelfen kann – sei es nun im Bereich der Sprache, Mathematik oder Naturwissenschaft.

Schöne Idee, mehr davon!

Die SZ-Recherche ist überraschend übersichtlich geblieben. Auch wenn es sicherlich viel Feedback von Seiten der Leser gab, ist eine solche journalistische Aufarbeitung das Mindeste, dass man in dieser verfahrenen Position – wie der Bildungsdiskussion – verlangen kann. Schade nur, dass vermutlich wenig bei der Politik ankommt. Vielleicht sollte es hierzu auch einmal eine SZ-Recherche geben.

Alle Beiträge finden sich auf der Themenseite der SZ, die unter www.sueddeutsche.de/thema/Bildungsrecherche erreichbar ist.

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