Die Sache scheint klar. Mediziner und Naturwissenschaftler brauchen Labore. Mathematiker brauchen nur einen Stift, ein Blatt Papier und einen Mülleimer, während Geisteswissenschaftler nur Stift und Papier brauchen. So jedenfalls scherzt man. Aber welche Fächer brauchen wirklich das meiste Geld?

Schaut man sich an den Hochschulen um, kann man die Fächer grob in neun Bereiche einteilen. So jedenfalls macht es das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Und schaut man sich dazu die passenden Zahlen an, so erkennt man, dass die öffentlichen Hochschulen fast die Hälfte ihrer Ausgaben in die Bereiche Humanmedizin und Gesundheitswissenschaft stecken. Insgesamt 13 Milliarden Euro sind in diesen Bereich im Jahre 2010 geflossen.

Vor 10 Jahren waren es im Bereich Humanmedizin und Gesundheit noch 10 Milliarden Euro. Insgesamt sind die Ausgaben in allen Bereichen gestiegen. Den größten Posten machen die laufenden Kosten aus – und unter diesem Paket die Personalausgaben. Von den insgesamt ausgegebenen 41 Milliarden Euro 2010 waren 23 Milliarden Personalkosten und 2,3 Milliarden Baumaßnahmen. Für Investitionen wurden 4,3 Milliarden Euro ausgegeben.

Im Bereich Sprach- und Kulturwissenschaft haben die Erziehungswissenschaft, Psychologie, dicht gefolgt von Geschichte und Germanistik, die Nase vor, was die Gesamtausgaben angeht. Die kostenintensivsten Fächer im Bereich Recht, Wirtschaft und Sozialwissenschaft ist die Wirtschaftswissenschaft. Sie hat fast dieselben Kosten wie die änderen Fächer Recht und Sozialwissenschaft zusammen.

Bei den Naturwissenschaften sind es die Physik, die Chemie und die Informatik, die erwärtungsgemäß zusammen mit der Biologie die größten Posten stellen. Hier fällt lediglich die Mathematik mit ungewöhnlich niedrigen Baumaßnahmen auf. Bei den Ingenieuren sind es die Maschinenbauer, die weit über den Ausgaben von Architekten und Bauingenieuren liegen. Im Bereich Kunst ist es die Musikwissenschaft, die über den höchsten Posten verfügt.

Selbstverständlich sagen die Ausgaben nichts über die Studierendenzahlen oder über die Forschungsmittel etc. aus. Wer sich allerdings für die Daten des BMBF interessiert, der kann sich die „Bildung und Forschung in Zahlen“ auf den Seiten des BMBF etwas genauer anschauen.

 

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