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In unserer Gesellschaft wird es immer wichtiger, wer welche Informationen über was oder wen wie verfügbar hat. Mit anderen Worten: Wissen ist Macht. Daher gibt es auch immer mehr Berufe, die darauf ausgerichtet sind, Wissen zu verkaufen. Doch welchen Wert dieses Wissen hat, wissen manchmal auch die Kunden nicht.

Wahres Wissen

Das Problem an Informationen und Wissen besteht darin, dass wir nicht sicher sein können, dass sie stimmen bzw. dass es wahr ist. So wurde im Zuge des jüngsten Attentats auf den Marathon in Boston klar, dass Twitternachrichten die schnellste Informationsquelle sind, zugleich aber auch die unsicherste. Selbst wenn wahre Informationen in solchen Massenmedien transportiert werden, ist es eine Mammutaufgabe, diese herauszufiltern. Sie gehen in dem großen Wust an Gerüchten und Halbwahrheiten unter.

Manchmal sind es auch gezielte Falschmeldungen, die das Fließen gesicherter Informationen verhindert. Gut recherchierte Informationen sind nach wie vor am wichtigsten. Es reicht nicht, jemanden zu kennen, der meint, etwas gesehen zu haben. Man muss wissen, dass man dieser Person vertrauen kann. Und dazu muss diese Person wissen, dass sie sich selbst vertrauen kann. Klingt kompliziert? Ist es auch.

Denn woher beziehen wir viele unserer Informationen? Von anderen Menschen. Und woher wissen wir, dass wir ihnen trauen können? Wir wissen es nicht. Wir schätzen, wir hoffen, wir vermuten oder – ja, manchmal wissen wir es doch. Aber dann wissen wir es nur, weil wir bereits über die Information verfügen und wissen, dass sie korrekt ist. Wir haben unsere Informationsquelle anhand der Fakten geprüft.

Wert  des  Wissens

Schwieriger wird das Ganze, wenn wir eine ökonomische Komponente hinzufügen. Wenn wir davon ausgehen, dass bestimmte Informationen einigen Menschen etwas wert ist – sei es der Aufenthaltsort eines Attentäters oder die internen Zahlen eines Aktienunternehmens – immer messen wir diese Informationen, dieses Wissen, auch monetär. Wissen zu verkaufen ist daher ein äußerst lukratives Geschäft. Aus diesem Grund gibt es derzeit auch immer mehr Menschen, die nur ihr Wissen verkaufen. Ihre Expertise ist ihr Produkt.

Ob nun im Personalwesen, im Sportbereich oder im psychologischen Bereich – wir bekommen für immer mehr Lebensbereiche Trainer, Berater und Experten zur Seite gestellt. Sie wissen, wie es geht; denn sie haben das, was man selbst nicht hat und auch nicht zwingend braucht: Erfahrung – und aus diesen leiten sie ihr Wissen ab. Doch wie viel ist einem diese Erfahrung wert? Wie sehr lässt sie sich auf die eigenen Bedürfnisse anpassen? Die Erfahrungen der Finanzexperten beispielsweise haben nicht verhindert, dass viele sehenden Auges auf eine Krise zugesteuert sind. Wie sehr können wir aus unseren Erfahrungen faktisches Wissen erzeugen und inwiefern kommen wir dahinter, wann wir dieses Wissen auch einsetzen müssen?

Vetrautes Wissen

Was uns das Ganze sagen soll? Wir können gar nicht alles Wissen prüfen. Dafür ist unsere Zeit zu knapp bemessen. Wir müssen uns auf falsche Fakteneinschätzungen, auf Fehlinterpretationen und auf Gerüchte verlassen. Darum ist es unmöglich, den Wert einer Information genau zu ermitteln. Aber aus diesem Defizit entspringt nicht immer ein Problem: häufig reicht es aus, um das von uns gesteckte Ziel zu erreichen. Erstaunlich, aber wahr! (Haben Sie mir das jetzt geglaubt?)

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