Students taking notes while their classmate is raising her hand Derzeit wird in Deutschland unter den Bachelor-Absolventen sehr viel darüber diskutiert, ob sie für den geplanten Anschlussstudiengang überhaupt einen Masterstudienplatz an der gleichen Universität bekommen. In Städten wie Köln, Berlin oder Hamburg kann es Studenten durchaus passieren, dass sie trotz positiver Eignungsfeststellung und einer positiven Bachelor-Abschlussnote aufgrund der hohen Bewerberzahl im Fach keinen Platz dafür bekommen. (Quelle: Hochschulanzeiger) Eine andere Frage, die sich viele Studenten stellen, ist die, ob sich ein konsekutiver Masterstudiengang nach dem Bachelor-Abschluss überhaupt später für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt lohnt.

 Unsicherheiten überall

Während die Zahl der Einschreibungen für einen Bachelor-Studiengang in Nordrhein-Westfalen für das Wintersemester 2010/2011 mit 93 000 Studienanfängern bei im Jahre 2011 gerade einmal 18 500 zur Verfügung stehenden Masterstudienplätzen bereits erkennen ließ, dass die Hochschulen aufgerufen waren, personell aufzustocken, lassen sich bis heute in besonders beliebten Fächern wie den Wirtschaftswissenschaften, dem Maschinenbau oder auch der Chemie Entwicklungen einer sehr harten Auslese beobachten. Viele Hochschulen sind dazu übergegangen, die Frage des Personals und der damit verbundenen Personalkosten mit härteren Prüfungen im Studiengang zu beantworten.

Die Folge ist eine gleichbleibend hohe Abbruchquote oder eine Demoralisierung von Studenten, so dass die Hochschulen sich auf diesem Wege eine kostenintensive Erweiterung ihrer angebotenen Studienplätze ersparen. Viele Studenten befinden sich so in dem Dilemma, dass sie sich mit dem beworbenen Basiswissen nicht für praxistauglich halten und sich dann noch einmal für einen anderen Studiengang entscheiden. Was einmal mit der Verkürzung der Studienzeiten angedacht war, ist im Ergebnis heute nicht selten eine Verlängerung der Hochschulzeit.

Mut zur Praxis

Die Hoffnung vieler Studenten, mit einem Masterstudiengang später bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ein besseres Einkommen zu haben, wird von den Unternehmen in Deutschland dagegen nicht genährt. In einer Studie des Stifterverbandes für Deutsche Wissenschaft, des Hochschul-Informations-Systems und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Jahre 2012 gaben von 1500 befragten Unternehmen die meisten an, dass ihnen der Abschluss weniger wichtig sei als die fachlichen und sozialen Kompetenzen. Zwei Drittel der befragten Unternehmen zahlen Bachelor-Absolventen das gleiche Geld wie Master-Absolventen. 85% der Unternehmen gaben an, dass ein Bachelor-Absolvent im Unternehmen später jede Führungsposition übernehmen könne (Quelle: SZ/Bildung).

Studenten sollten sich also sehr genau überlegen, ob sich für sie wirklich ein anschließendes Master-Studium lohnt. Vor allem sollten sie kritisch prüfen, welche Angebote ihnen die Fachhochschulen und Hochschulen machen. Wer bereits während des Bachelor-Studiums über studienbedingte Praktika Netzwerke zu Unternehmen aufgebaut hat, tut gut daran, diese genau abzuklopfen und mehr Mut für die Praxis an den Tag zu legen. Viele wirklich entscheidende Dinge lernt man nämlich nicht an Hochschulen sondern in den Unternehmen selbst. Und da reicht bei vielen Fachqualifikationen schon das im Bachelor-Studiengang erworbene Basiswissen aus, um dann in einem Unternehmen erfolgreich durchstarten zu können.

 

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