JobaussichtenZu jedem Studium und jeder Ausbildung gehören üblicherweise eine bestimmte Anzahl an Praktika. Und sind sie nicht Pflicht, so ist es doch ratsam, auf diese Weise Erfahrungen für den späteren Berufsalltag zu sammeln. Über das Praktikum gibt es viele Schauergeschichten. Da fallen einem erst mal die drei K’s des Praktikanten ein: Kaffee kochen, Kopieren und Kopfschmerzen. Natürlich kann es schnell gehen, als Praktikant für die lästigen Kleinarbeiten ausgenutzt zu werden.

Denn man ist nicht lange da, kann man nicht tiefer gehend eingearbeitet werden und wenn man erst ein mal die Arbeitsabläufe verstanden hat, ist man auch schon wieder weg. So viel zu den Klischees. Wenn man aber auf ein paar Punkte acht gibt, kann man ein erfolgreiches Praktikum, das über die gefürchteten K’s hinaus geht, absolvieren.

Klare Absprachen

Man sollte noch vor Praktikumsbeginn ein tiefergehendes Gespräch mit dem Vorgesetzten führen. Hier werden Rahmenbedingungen wie Urlaubstage, eventuelles Gehalt, Arbeitszeiten, zuständige Ansprechpartner und – ganz wichtig – auch die Aufgaben festgelegt. Hier sollte man sich darüber im Klaren werden, was das Ziel des Praktikums sein soll und sich darüber mit dem Vorgesetzten einig sein.

Das sind alles Dinge, die unbedingt vorher abgeklärt werden sollten. Ein Vertrag ist dabei Pflicht. So haben beide Seiten etwas in der Hand, falls es mal nicht ganz nach Plan geht. Bevor man etwas unterschreibt, sollte also unbedingt auf die Formalitäten geachtet werden und vor allem darauf, dass alle Vereinbarungen dort auch genau so festgehalten werden

Die Vorbereitung

Engagement kann man schon vor Praktikumsbeginn zeigen, in dem man sich intensiv mit dem Unternehmen auseinander setzt. Wenn möglich auch mit den Kollegen, die meistens auf der Homepage des Unternehmens vorgestellt werden.

So hat man schon einen kleinen Wissensvorsprung und kann Fragen stellen, die zeigen, dass man sich im Vorfeld Gedanken gemacht hat. Außerdem ist besonders der erste Tag dann nicht mehr eine ganz so große Nervenzerreißprobe, wenn man einige Namen schon einordnen kann.

Die Dauer

Um einen Einblick in die verschiedenen Aufgabenbereiche zu gewinnen macht es keinen Sinn, ein zu kurzes Praktikum zu absolvieren. Ist man nach 3 Wochen schon wieder weg, können einem keine größeren Aufgaben anvertraut werden, noch sollte man das erwarten. 6 Wochen müssen mindestens für ein sinnvolles Praktikum einkalkuliert werden, 2-3 Monate sind eine ideale Dauer.

Dabei ist ein Praktikum, das auf eine Vollzeitstelle angelegt ist, sicherlich am Sinnvollsten. Denn so ist es möglich, dem Praktikanten ganz andere Aufgaben zu geben als bei einer Halbzeit-Anstellung. Auf diese Weise kann er einen möglichst tiefgehenden Einblick in die Arbeitsabläufe bekommen. Auch bleibt so Zeit für spannendere Projekte.

Der Umgang mit Problemen

Bei Problemen sollte man sich am Besten frühzeitig an seinen Ansprechpartner wenden. Gleichzeitig sollte man es vermeiden, zu früh los zu schießen und erst mal versuchen, das Problem selbstständig zu lösen. Das ist zugegebenermaßen eine Gratwanderung, die man aber genau in dieser Zeit lernen soll. Man muss selbstständig handeln können, gleichzeitig aber auch die eigenen Grenzen erkennen, um sich dann Hilfe bei den Kollegen zu holen.

Deswegen ist es auch kein Beinbruch, wenn man mal festhängt. Schlimm wird es aber, wenn man sich nicht rechtzeitig gemeldet hat und dann einen nicht oder nur schwer wieder rückgängig zu machenden Fehler begangen hat. Denn bei einem Praktikum geht es immer um den Lernerfolg. Gleichzeitig soll der Praktikant sich im Unternehmen nützlich machen können, so dass beide Seiten etwas davon haben. Das wird nicht ohne eine offene Kommunikation umzusetzen sein.

Der Umgang mit Fragen

Generell keine Angst vor Fragen haben. Als Praktikant werden sie von einem erwartet. Natürlich muss man auch ein Fingerspitzengefühl dafür entwickeln, zu welchem Zeitpunkt sie angemessen sind. Also nicht gleich einen Kollegen mit zehn Fragen auf einmal löchern, sondern am besten immer kontextbezogen.

Die Aufgaben

Ein Praktikant hat Anspruch auf Aufgaben, die ihn fordern und seinen Horizont erweitern. Er sollte sich aber auch nicht für die gelegentlichen Laufarbeiten oder das berühmte Kopieren zu schade sein. Alles hat sein Maß. Hier kommt auch wieder der Ansprechpartner ins Spiel.

Hat man eine feste Bezugsperson, wird man nicht so schnell zum Laufburschen des gesamten Büros degradiert.

Faire Bezahlung

Das klingt wunderbar, ist aber oft nicht der Fall. In eigenen Branchen werden Praktika sogar gar nicht bezahlt – wie z.B. oft in der Medienbranche. Ein Praktikum wird nicht den Lebensunterhalt bestreiten können, darüber sollte man sich im Klaren sein.

Oft wird lediglich von einer Aufwandsentschädigung gesprochen. Umso wichtiger ist es da, dass interessante Aufgaben übernommen werden können. Bei einem Praktikum steht die gewonnene Erfahrung vor dem Gehalt.

Feedback

Eine regelmäßige Rücksprache, wenn möglich mit dem Vorgesetzten bzw. dem Ansprechpartner, ist ideal. Leider ist das im Alltag nicht immer durchführbar. Als Praktikant muss man aber zumindest die Gewissheit haben, dass man sich immer an jemanden wenden kann.

Bei einer gelungenen innerbetrieblichen Kommunikation sollte ihm auch rechtzeitig gesagt werden, was noch verbesserungsfähig ist. Dann hat er auch die Chance sich weiter zu entwickeln.

Integration

Ein gutes Praktikum absolviert man auch, wenn man sich erfolgreich in das Team einbringt. Als Praktikant ist es immer von Vorteil, wenn man aufgeschlossen auf andere zugeht. Nur weil man lediglich eine begrenzte Zeit dabei ist, wird man nicht davon entbunden, Kontakte zu knüpfen.

Dabei ist es gut, auch mal nach rechts und links zu schauen und zu sehen, wo man helfen kann. Eigeninitiative und Hilfsbereitschaft sind generell für den späteren Berufsalltag wichtig und hiermit kann man sich positiv bei seinen Kollegen hervortun. Wer mitdenkt, etabliert sich schnell zu einem beliebten Praktikanten.

Umgangsformen

Korrekte Verhaltensweisen sind ebenso wichtig wie korrekte Arbeitsweisen. Zuverlässigkeit, Höflichkeit und Pünktlichkeit machen die Arbeitserfahrung ebenso erfolgreich wie die erbrachte Leistung.

Netzwerke

Bei einem erfolgreichen Praktikum bietet sich die Möglichkeit, im Anschluss eventuell eine weiterführende Beziehung zu dem Unternehmen aufzubauen. Wenn man auf diese Weise schon einen Fuß in der Tür hat, kann man auf Empfehlungen hoffen oder sogar auf eine spätere Anstellung.

Das Abschlussgespräch

Hat man die Wochen gut hinter sich gebracht, sollte am Ende ein Abschlussgespräch mit dem Vorgesetzten anstehen. Hier wird geklärt, wie die Praktikumszeit von beiden Seiten gesehen wurde. Wichtig ist auch konstruktive Kritik, denn Raum zur Verbesserung gibt es immer.

Ein Zeugnis ist selbstverständlich. Um Missverständnissen aus den Weg zu gehen, sollte schon frühzeitig geklärt werden, wann es ausgestellt wird, bzw. damit zu rechnen ist.

 

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