Die beliebtesten Ausbildungsberufe für Frauen und MännerWie jedes Jahr beginnen auch 2014 Anfang August und September in zahllosen Betrieben Lehrlinge ihre Berufsausbildung. Für viele von ihnen ist es der erste richtige Kontakt mit der Arbeitswelt. Vieles, was berufserfahrenen Menschen bereits zur Routine und zur Selbstverständlichkeit geworden ist, ist ihnen also noch fremd. Im Folgenden soll daher auf einige gängige Grundregeln und Tipps hingewiesen werden, die den Einstieg in diese noch „fremde Welt“ etwas erleichtern.

Auftreten und Verhalten

Für den Leiter eines Unternehmens gehört Pünktlichkeit zu einer der wichtigsten Eigenschaften eines Angestellten. Verspätungen sollten daher auf jeden Fall vermieden werden – gerade in den ersten Wochen der Ausbildung, in denen sich der Auszubildende noch in der Probezeit befindet und sich seine Vorgesetzten noch ein Bild von ihm machen. Man sollte daher also bereits vor Ausbildungsbeginn genau wissen, wie lange man mit dem Verkehrsmittel seiner Wahl (z.B. Rad, Auto oder Bus) für den Weg zur Arbeit benötigt – und somit auch, wie früh man seinen Wecker stellen muss.

Idealerweise ist auch bereits vor Ausbildungsbeginn klar, welche Kleidung im Betrieb als angemessen gilt oder sogar vorgeschrieben ist: So ist es in einer Bank üblich, dass Hemden getragen werden, während in einigen Handwerksberufen Sicherheitskleidung vorgeschrieben ist. Dies kann eventuell bereits während des Bewerbungsgesprächs beobachtet oder aber zuvor erfragt werden. In jedem Fall sollte auf eine dezente und gepflegte äußere Erscheinung geachtet werden. Am Anfang sollte man nicht nur den oder die Unternehmensleiter, sondern auch jeden anderen Mitarbeiter des Betriebes siezen und zwar selbst dann, wenn man von geduzt wird. Selbst sollte man jemanden erst dann mit „Du“ ansprechen, wenn man ausdrücklich von der betreffenden Person dazu aufgefordert wird.

Das allgemeine Auftreten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen sollte grundsätzlich immer freundlich und höflich sein. Dazu gehört auch, dass man als Berufseinsteiger und „Neuling“ im Betrieb nicht allzu forsch und übertrieben selbstsicher auftritt, sondern sich in höflicher Zurückhaltung übt. Während Erklärungen von Aufgaben und Tätigkeiten sowie praktischen Unterweisungen sollte man alles sehr aufmerksam beobachten und gut zuhören.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es aber – aller Konzentration des Berufsanfängers zum Trotz – zu dem einen oder anderen Fehler in der Ausführung zugeteilter Aufgaben und Tätigkeiten kommen. Treten solche Fehler auf, dann sollte man als Auszubildender ganz offen mit ihnen umgehen und nicht versuchen, sich herauszureden. Wird man für einen Fehler kritisiert, sollte man die Kritik außerdem nicht reflexartig abwehren und jede Schuld von sich weisen, sondern sie im Gegenteil annehmen und die darin enthaltenen Ratschläge oder Hinweise umsetzen.

Notieren und nachfragen

Eines der wohl größten Probleme am Anfang einer Berufsausbildung dürfte die große und unübersichtliche Masse an Informationen sein, der sich der Berufsanfänger gegenübersieht: Die vielen verschiedenen neuen Namen der Vorgesetzten und Kollegen, die Details betriebsspezifischer Arbeitsabläufe und Regelungen sowie der Aufgaben in dem speziellen Tätigkeitsbereich, in dem er ausgebildet werden wird. Hier empfiehlt es sich, Notizen zu machen, auf die im Zweifelsfall zurückgegriffen werden kann. Das verhindert nicht nur Fehler beim ersten selbstständigen Arbeiten und macht nochmaliges Nachfragen überflüssig, sondern es signalisiert Vorgesetzten und Kollegen zudem auch Interesse und Engagement.

Trotzdem sollte man sich nie scheuen, wenn nötig Fragen zu stellen. So lassen sich Namen höflich nochmals erfragen und Details zu Aufgaben und Tätigkeiten werden sicher auch ein weiteres Mal erläutert werden. Von Berufsanfängern wird nicht erwartet, dass sie sich gleich alles auf einmal merken können oder gleich beim ersten Mal alles verstehen. In jedem Fall ist es immer besser, nachzufragen statt so zu tun, als hätte man alles begriffen und in der Folge unnötigerweise Fehler zu begehen.

Ansprechpartner bei Problemen während der Ausbildung

Doch auch wenn man all die soeben genannten Verhaltensregeln und Tipps beherzigt, lässt sich nicht ausschließen, dass es in den ersten Wochen der Ausbildung zu Problemen kommt, z.B. was die Art und Weise der Tätigkeit, die Arbeitszeiten oder die Zusammenarbeit mit den Kollegen angeht. In solchen Fällen ist der Ausbilder der erste Ansprechpartner des Lehrlings. Hat der Auszubildende allerdings das Gefühl, dass die Qualität der Ausbildung selbst mangelhaft ist, ihm also nicht das nötige Wissen für den von ihm angestrebten Beruf vermittelt wird, so kann er sich hiermit an entsprechende Ansprechpartner bei der zuständigen Industrie- und Handwerkskammer, die dort tätigen Ausbildungsberater, wenden.

Idealerweise sollten Probleme dieser Art aber besser betriebsintern, also mit dem Ausbilder, gelöst werden. Sind die Probleme unlösbar oder entscheidet sich der Auszubildende aus anderen Gründen gegen eine Fortsetzung der Lehre (aufgrund einer beruflichen Neuorientierung etwa), so besteht die Möglichkeit zur Kündigung. Diese kann während der sogenannten Probezeit (die von mindestens einem Monat bis zu maximal vier Monaten dauern kann) ganz unkompliziert, ohne Frist und ohne Angabe von Gründen erfolgen – allerdings auch von Seiten des Unternehmens.

 

Quellen:
abi.de; Focus Online; Süddeutsche Online

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