bewerbung3Eine Online-Bewerbung geht schnell, ersetzt aufwändige Bewerbungsmappen aus Papier und erspart Bewerbern die Angst vor Eselsohren durch Postboten. Viele Unternehmen quer durch alle Branchen akzeptieren heute nicht einmal mehr eine Bewerbungsmappe in herkömmlichem Format. Aber was macht wirklich Eindruck bei Arbeitgebern und worauf ist zu achten, um eine auch visuell ansprechende Bewerbung online abzugeben?

Sorgfalt vor Schnelligkeit

Der erste Irrtum vieler Bewerberkandidaten ist, dass sie meinen, es komme auf die Schnelligkeit an. Das Internet ist zwar ein schnelles Medium, aber genauso schnell kann eine visuell nicht ansprechende Bewerbung, ein falsches Layout oder eine überbordende Dateigröße von der Personalabteilung in die Ablage verschoben werden. Es gilt auch hier das, was immer galt: Sorgfalt vor Schnelligkeit. Größere Unternehmen stellen mittlerweile eigene Plattformen für Bewerberkandidaten zur Verfügung. Hier müssen Kandidaten darauf achten, dass sie sich an die vorgegebenen Strukturen der Plattformen halten. Wer dies nicht tut, fällt gleich durch das Sieb, weil er für Arbeitgeber den Eindruck erweckt, dass er sich schon bei der Bewerbung nicht an Regeln halten kann und keine Sorgfalt walten lässt.

Anschreiben und Inhalte

Prinzipiell ändert sich gar nicht einmal so viel bei der Online-Bewerbung. Der Text sollte individuell verfasst sein. Personalverantwortliche merken, wenn es sich um ein Standardschreiben handelt, das auch an viele andere Unternehmen geschickt wird. Nicht selten kommt es bei Online-Bewerbungen zu dem Fauxpas, dass durch Copy und Paste die Adresse der vorherigen Bewerbung in das Anschreiben gelangt. Das führt zum sofortigen Ausschluss des Kandidaten, denn warum sollte sich ein Personaler Mühe mit einem Kandidaten machen, der so schlampig und beliebig Bewerbungen verschickt?

Das Anschreiben selbst sollte Bezug auf die ausgeschriebene Stelle nehmen, Adresse und Ansprechpartner nennen und insgesamt ohne Rechtschreibfehler sein. Es ist ein Irrglaube, dass Rechtschreibfehler in Online-Bewerbungen laxer gesehen werden. Eine gescannte Unterschrift ist unterdessen kein Muss. Häufig sehen sie sogar in gescannter Version furchtbar aus, weshalb man sie tunlichst weglassen sollte. Das verringert die Chancen in keinem Fall.

Lebenslauf und Foto

Viele Unternehmen möchten im Lebenslauf die Berufsstationen in umgekehrter chronologischer Reihenfolge sehen. Personalverantwortlichen bleibt oft nicht die Zeit, die Bewerbungsunterlagen ausführlich zu studieren, weshalb für sie der letzte Arbeitgeber auf den kurzen Blick der interessantere ist. Ob das Unternehmen eine Bewerbung mit Foto wünscht, geht meist aus der Stellenausschreibung hervor. Im Zuge anonymisierter Bewerberverfahren, die mögliche Diskriminierungstatbestände umgehen, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, ausdrücklich kein Foto mehr zu verlangen.

Wenn die Stellenausschreibung darüber nichts sagt, ist zu überlegen, inwieweit ein Bild für die angestrebte Position wichtig sein könnte. Ist die Stelle mit einem häufigen Kundenkontakt in der Dienstleistung verbunden, empfiehlt es sich, ein Bewerberfoto mitzuschicken. Entscheidende Bedeutung kommt dann aber einem Foto zu, das professionell gemacht wurde. Hier sparen Bewerber häufig am falschen Ende und geben ein billig geschossenes Passbildformat ab, das eher negative Eindrücke beim potentiellen Arbeitgeber hinterlässt.

Fazit

Online-Bewerbungen halten ähnliche Fallstricke bereit wie die herkömmlichen Bewerbungen aus Papier. Allgemein lässt sich sagen, dass Form und Inhalt genauso sorgfältig aufbereitet werden müssen und jedes Anschreiben individuell angefertigt werden sollte. Erst wenn Bewerber diese Punkte beachtet haben, dürfen sie auf eine erfolgreiche Bewerbung hoffen.

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