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Viele Menschen, ob jung oder alt, denken mit Graus an ihren Matheunterricht. Dabei lassen sich viele Bereiche der Mathematik, ob Geometrie, Algebra oder Integralrechnung, anschaulich mit den neuen digitalen Medien nutzen. Das jedenfalls meinen die Befragten einer forsa-Studie.

In dem Buch „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann gibt der junge Friedrich Gauß dem Lehrer nach einem Tag das geliehen Mathematik-Buch zurück. Der Lehrer ist nicht erstaunt, ist das Buch doch trocken und voller Theorie. Der Junge allerdings sagt, er sei fertig und habe das Buch bereits durchgelesen.

Wer Holz zuschneiden möchte, kann von seinem mathematischen Wissen profitieren

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Daraufhin prüfte der Lehrer das unglaubliche mathematische Talent seines Schülers und bewirkte schließlich, dass er 1788 das Gymnasium Martino-Katharineum besuchen konnte. Alles weitere steht in den Geschichtsbüchern oder in der Wikipedia.

Gauß war jedoch eine Ausnahme. Mathematik ist eines der Schulfächer, die für Lehrer am schwersten zu vermitteln sind. Zu schnell driftet man in Theorien und Abstraktionen und verliert damit einen Großteil der Aufmerksamkeit der Schüler. Dass dies nicht sein muss, beweisen die vielfältigen Versuche, die mathematischen Formeln und Theorien auf den Alltag anzuwenden. So werden etwa im Grundkurs Mathematik des Senders br alpha die Schnittmengen von Funktionen im Sägewerk erklärt. Denn wer Bauholz für seine Garage benötigt, für den ist die Schnittmengenbestimmung sehr nützlich. Doch auch die digitalen Medien können helfen, den Matheunterricht lebendiger zu gestalten und die mathematischen Probleme anschaulich zu verdeutlichen. Das sehen auch viele Eltern so.

Digitale Medien haben in den Augen der Befragten großes Potenzial

In einer groß angelegten forsa-Studie des Taschenrechner-Herstellers CASIO waren 95% der befragten Eltern der Meinung, dass sich viele Bereiche der Mathematik mit den digitalen Medien leichter visualisieren ließen, als mit herkömmlichen Methoden. Zwar rangieren die digitalen Medien nach wie vor hinter den klasischen Medieneinsätzen via Beamer und Projektor, doch befürworten 57% aller Befragten den Einsatz, da es wichtig ist, mit den technischen Entwicklungen Schritt zu halten. Ebenfalls wichtig (38%) war den Befragten, dass diese Medien später zu einem spürbar besseren Lernerfolg führen.

Kurz nachrechnen ist dank vieler Apps auch nach dem Unterricht noch ein Spaß

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Der Vorteil an digitalen Medien ist ihre Flexibilität. So kann man etwa nicht nur zeigen, dass etwa für sich die Biegung von Tragflächen mit mathematischen Gleichungen beschreiben lässt, sondern man kann auch interaktiv direkt an einer virtuellen Tragfläche die Veränderungen der Funktionen anzeigen. Im Bereich der digitalen Medien lassen sich viele andere Beispiele nennen. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe von Apps, die die Schüler jederzeit mit ihrem iPhone bzw. Smarthphone nutzen können. Mit diesen Apps können entweder mathematische Rätsel gelöst werden oder nach dem Unterricht ein paar Fallbeispiele ausprobiert werden.

Spielend Mathematik lernen? Kein Traum

Subtrahieren lernen und Punkte sammeln - das motiviert

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Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist die Gamification. Die Schüler sind es aus ihrem Alltag gewohnt, Computerspiele zu spielen. Warum also diese Motivation nicht aufgreifen? Der Markt für nützliche Lernspiele ist zwar in Deutschland noch deutlich kleiner als in den USA. Es lassen sich aber besonders für die Sekundarstufe I bereits einige unterhaltsame Mathematik-Games finden. Der Anreiz wird dadurch begünstigt, dass die Spiele auf dem Smartphone oder dem heimischen Computer gespielt werden können. Zudem bieten viele Spiele ein Belohnungs- oder Punktesystem, bei denen man sich mit seinen Mitschülern messen kann.

Die CASIO-Studie hat aber auch gezeigt, dass die meisten Befragten der Meinung sind, nicht das mathematisch-naturwissenschaftliche Verständnis, oder gar das Talent (21% der Befragten), des Kindes sei ausschlaggebend für den Lernerfolg in Mathematik. Es sind vielmehr die methodischen und didaktischen Fähigkeiten des Lehrers (74% der Befragten), die der Schlüssel zu einem wirklich spannenden und lernerfolgreichen Mathematikunterricht sind. Die Unterstützung der Lehrkräfte durch digitale Medien ist jedoch eine sinnvolle Ergänzung, weshalb die Bildungsministerien der Bundesländer auch aktiv werden. In Nordrhein-Westfalen werden Grafikrechner ab 2017 verpflichtend im Abitur eingesetzt.

Bildnachweise: ©br alpha, PalaSoftware, Eduplus

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