Students taking notes while their classmate is raising her handErasmus Plus heißt die Überschrift des neuen Förderprogramms der EU für den Schul- und Hochschulbereich. Bewährte EU-Programme wie Comenius für den Schüler- und Schulaustausch und Erasmus für den europaweiten Austausch im Hochschulbereich werden in Erasmus Plus fortgeführt. Beim Förderprogramm Comenius haben sich unterdessen einige Änderungen ergeben.

Was ist Comenius

Bis 2010 haben etwa 3 Millionen Schüler europaweit von unterschiedlichen Comenius-Projekten profitiert. Comenius fördert Lernaufenthalte von Schülern und Schulen im europäischen Ausland und hat mit den Europa-Schulen wichtige Schulpartnerschaften innerhalb Europas begründet. Teilnehmende Länder sind neben den 28 EU-Staaten unter anderem Liechtenstein, Norwegen, Island und die Schweiz.

Was unterstützt Comenius in der Förderperiode 2014-2020?

Mit der neuen Förderperiode soll das Hauptaugenmerk weiter auf die Lernmobilität von Einzelpersonen und auf den innovativen Austausch im Schulbereich gerichtet sein. Viele Schülerfahrten in Europa werden innerhalb des Comenius-Programms weiter gefördert. Auch das Comenius-Regio-Projekt, das es seit 2009 gibt, wird fortgesetzt. Regionen und Gemeinden zweier Staaten können ihre Partnerschaft im Schulbereich bei Themen von gemeinsamem Interesse vertiefen. Das können zwei Gemeinden europäischer Grenzregionen sein oder auch zwei Gemeinden, die weit voneinander entfernt liegen. Bereits begründete europäische Städtepartnerschaften bekommen durch das Comenius-Regio-Projekt eine wichtige Nachschubfinanzierung im Schulbereich.

Was sich mit der neuen Förderperiode geändert hat

Das Studienbesuchsprogramm für bildungspolitische Entscheidungsträger wird nicht fortgesetzt. Das heißt beispielsweise, dass das Lehrpersonal zukünftig Vorbereitungsbesuche und erste Kontaktknüpfungen mit europäischen Austauschschulen nicht mehr gefördert bekommt. Die Lernmobilität von Einzelpersonen soll bei Antragsstellung neuerdings nur noch unter dem Dach von Bildungsträgern/Institutionen gefördert werden. Mit dieser Neuregelung fallen leider etliche vormalige Förderkandidaten heraus, die nicht institutionell eingebunden sind. Unter dem Vorgängerprogramm „Lebenslanges Lernen“  wurden noch Einzelpersonen und Einzelinitiativen für den Schulbereich gefördert. Andererseits dürfte es bei der Antragsstellung im institutionellen Bereich Erleichterungen geben, da die Nationale Agentur im PAD (Pädagogischer Austauschdienst)  für die Umsetzung nun zuständig ist. Die Zusammenarbeit und Partnerschaft schulischer Einrichtungen in Europa bleibt das Herzstück und folgt weiterhin dem frühen europäischen Vorbild der deutsch-französischen Schulpartnerschaften. Die Mittelausstattung beläuft sich auf mindestens 14,7 Milliarden Euro. Von insgesamt etwa 10 Milliarden, die im Budget zur Verfügung stehen, entfallen auf Comenius  11, 6  % der Mittel.

Fokus der Förderung innerhalb des Comenius-Programms

Die Förderung des Fremdsprachenlernens, von innovativen IKT-basierten Inhalten (interkulturelle Kompetenzen) und Diensten sowie besserer Lehrtechniken und –methoden dient der europaweiten Weiterentwicklung und dem Zusammenwachsen auf sprachlicher und kultureller Ebene. Der frühe Austausch von Schülern und Lehrern in Europa dient dem gegenseitigen Verständnis und erhöht die spätere innereuropäische Mobilität. Neben den schon zahlreich gegründeten Europa-Schulen lassen sich auch an der steten Weiterentwicklung der Fremdsprachen erste Früchte des Zusammenwachsens erkennen.

Darüber hinaus sorgt die Förderung der Qualität und der europäischen Dimension der Lehrerbildung dafür, dass auch das zukünftige Lehrpersonal die europäische Idee in den Schulen mitträgt. So sind beispielsweise die in England üblichen Assistenz-Lehrer mittlerweile auch an deutschen Schulen zu beobachten.

Die Verbesserung pädagogischer Ansätze sowie der Schulverwaltung dienen demnach dem Dialog im Austausch und der Verbesserung der Effizienz.  Für die Antragstellung dezentraler, übergreifender Aktionen bleibt indes ein EU-Exekutivkomitee in Brüssel zuständig.

Wie kann ich als Schule teilnehmen

Die Antragsformulare findet man unter http://www.kmk-pad.org/programme/erasmusplus/antragstellung.html. Die Nationale Agentur berät Schulen und Bildungsträger bei der Antragsstellung. Wer sich jetzt auf die Suche nach einer Partnerschule macht, findet  unter http://www.partnerschulnetz.de/ mögliche Kooperationsschulen.

 

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