Students taking notes while their classmate is raising her handFür die Förderperiode 2014-2020 hat Erasmus Plus das bekannte Hochschulförderprogramm Erasmus aufgenommen und ergänzt. Auch unter Erasmus Plus soll die Lernmobilität europäischer Studenten weiter ausgebaut werden. Es sind unterdessen einige neue Schwerpunkte gesetzt worden. Zugleich hat man andere thematisch nahe Förderbereiche unter Erasmus Plus zusammengelegt.

Was ist Erasmus

Bis 2013 war Erasmus ein Teil des europäischen Bildungsprogramms „Lebenslanges Lernen“. Es hat den europaweiten Austausch von Hochschülern und Dozenten gefördert und damit jungen Menschen dabei geholfen, wichtige Auslandserfahrungen zu sammeln. Im Studienjahr 2009/2010 haben 219.000 Studenten europaweit vom Austauschprogramm profitiert und  für zwei Semester an einer ausländischen Partnerhochschule studiert. Die Fortsetzung des Programms unter Erasmus Plus ist für die Jahre 2014 bis 2020 mit einem Budget von 14, 7 Milliarden gesichert. Entscheidend für die Beliebtheit des Programms bleibt, dass durch die Vereinheitlichung der europäischen Studienabschlüsse im Zuge der Bologna-Reformen die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland anhand des European Credit Transfer Systems (ECTS) und die finanzielle Unterstützung von Austauschstudenten gewährleistet sind.

Was unterstützt Erasmus Plus in der Förderperiode 2014-2020?

Auch in der neuen Förderperiode will man die Lernmobilität von Einzelpersonen im Hochschulbereich fördern. Gleichfalls soll das Post-Doc-Programm „Erasmus Mundus“, mit dem länderübergreifende Hochschulforschungsprogramme unterstützt werden, fortgeführt werden. Vorher eigenständige Initiativen wie „Jugend in Aktion und Sport“ sind aufgrund ihrer Schnittmenge in der Zielgruppe hinzugekommen. Diese Initiative soll den Austausch junger Menschen über den Bildungssektor hinaus fördern und beispielsweise länderübergreifende Sportaktivitäten nachhaltig aufbauen.

Was sich mit der neuen Förderperiode geändert hat

Die EU erhofft sich mit der Zusammenlegung einiger Programme unter Erasmus Plus einfachere Antragsverfahren. Momentan gibt es allerdings bei der Antragstellung noch erhebliche Softwareprobleme. Die drei Schlüsselaktionen „Mobilität von Einzelpersonen“, „Partnerschaften im Hochschulbereich“ und „Politikunterstützung“ wirken gerade mit letzterem Punkt etwas künstlich zusammengeflickt. Zuständig für die Teilnahme bleibt die Nationale Agentur beim Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD). Neu ist, dass für die neue Förderperiode 2014-2020 erstmals auch zinsgünstige Kredite für ein komplettes Masterstudienprogramm im Ausland zur Verfügung gestellt werden. Damit ist die Finanzierung eines kompletten Aufbau-Studienganges in europäischen Ausland gesichert.

Bisherige Erfahrungen innerhalb des Erasmus-Programms

Viele Studenten haben positive Erfahrungen aus ihrem Erasmus-Austauschjahr mitgenommen.  Sie berichten von neuen Freundschaften, von der Verbesserung ihrer Fremdsprachenkenntnisse und von neuen Netzwerken, die nachhaltig sind. Allerdings hängt die Betreuung stark vom Land und von der jeweiligen Hochschule ab. Noch immer gibt es Hochschulen, die trotz ihrer Teilnahme am Erasmus-Programm in bestimmten Fachbereichen personelle Engpässe bei der Betreuung ausländischer Erasmus-Studenten haben. Inhaltlich überladene Bachelor-Studienprogramme treffen ausländische Studenten doppelt hart. Einige Hochschulen in Deutschland überlegen darüber hinaus jetzt, hochschulinterne Deutschkurse nicht mehr kostenlos anzubieten. (Quelle: Münstersche Zeitung) Sollten die Kurse nicht mehr kostenlos angeboten werden, würde ein wichtiger Stützpfeiler des Erasmus-Programms wegfallen.

 Wie es mit Erasmus Plus weiter geht

Viele Hochschulen haben sich bereits innerhalb des Erasmus-Programms eingetragen und auch entsprechende Partnerhochschulen gefunden. Für die neue Förderperiode dürften laut Schätzung 350 Hochschulen innerhalb des Programms teilnehmen. Partnerhochschulen in 34 europäischen Ländern stehen dafür bereit. Einzig mit der Schweiz hat die EU aufgrund ihres jüngsten Referendums über den begrenzten Zuzug von Ausländern die Zusammenarbeit ausgesetzt.

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