schueler

Immer wieder taucht die Frage nach dem Fernstudium Lehramt auf. Dabei ist die Antwort gar nicht so schwer: Es gibt schlicht und ergreifend kein Fernstudium für angehende Lehrer! Aber es gibt durchaus Alternativen.

Hier noch einmal die wichtigsten Gründe, warum es kein Fernstudium für Lehramt bzw. Bachelor/Master of Education gibt:

  • Im Studium sind eine Reihe von Praktika erforderlich, die in einem Fernstudium nicht leistbar sind
  • Das Studium erfordert einen fachlichen und einen erziehungswissenschaftlichen Teil, welche bisher von keiner Fernhochschule angeboten werden können
  • Jedes Bundesland hat eigene gesetzliche Rahmenbedingungen für die Ausbildung von Lehrkräften
  • Das Lehramt endet mit einem Staatsexamen, welches von keiner deutschen Fernschule vergeben werden darf

Warum immer wieder nach einem Fernstudium Lehramt gefragt wird, ist verständlich: Viele Menschen haben bereits eine Ausbildung im Bereich der Pädagogik hinter sich, sind aber nicht ausreichend fachlich qualifiziert. Andere sind wiederum fachlich gut ausgebildet, besitzen darüber hinaus aber noch kein didaktisches Wissen. Wer soweit qualifiziert ist und Lehrer werden möchte, der ärgert sich natürlich, dass er nun wieder die Schulbank drücken muss. Als Alternative bietet sich der Quer- oder Seiteneinsteig an.

Quereinsteiger können gleich in das Referendariat

Auch ohne Lehramtsstudium kann man unter bestimmten Bedingungen direkt ins Referendariat einsteigen. Die erste Voraussetzung ist ein Hochschulabschluss in einem sogenannten Mangelfach. Das sind die Fächer, die nicht vollständig mit regulären Lehramtsstudierenden gefüllt werden können. Sie werden jährlich neu von den Landesministerien ausgeschrieben. Eine zweite Voraussetzung ist eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit (zu der auch die Betreuung minderjähriger Kinder zählt). Als dritte Voraussetzung gilt, dass sich aus dem Studienfach zwei Unterrichtsfächer ableiten lassen (wer etwa Biochemie studiert hat, kann sich dann mit den Fächern Biologie und Chemie bewerben).

schulkinder250pxWer sich erfolgreich beworben hat, der muss zunächst einen 18 bis 24-monatigen Vorbereitungsdienst absolvieren – das Referendariat. In dieser Zeit ist man bereits als Lehrer befristet angestellt und wird pädagogisch geschult. Nach dem Dienst besteht die Möglichkeit, das zweite Staatsexamen abzulegen und ganz regulär als Lehrer verbeamtet zu werden. Allerdings gibt es bei der Verbeamtung Altersgrenzen zu beachten (in Nordrhein-Westfalen liegt die  Grenze zum Beispiel bei 40 Jahren). Mehr dazu auf den Lehrer-Portalen der jeweiligen Länder.

Seiteneinsteiger gehen direkt in den Schuldienst

Seiteneinsteiger brauchen im Regelfall nicht das Referendariat zu durchlaufen, werden dafür aber auch nicht verbeamtet. Sie sind dann im normalen Angestelltenverhältnis im Schuldienst tätig. Seiteneinsteiger verfügen über keine pädagogische Ausbildung an einer Hochschule, eignen sich aber aufgrund fachlicher Qualifikation grundsätzlich für den Beruf. Sie werden vor allem in den Fächern Mathematik, Informatik, Physik und Technik gesucht. Ob und wie viele Seiteneinsteiger zugelassen werden und für welche Schulform sie unterrichten dürfen, entscheiden die jeweiligen Landesministerien. Im Bundesdurchschnitt sind 6% der neu zugelassenen Lehrkräfte Seiteneinsteiger. Grundsätzlich steht es aber auch diesen Personen offen, sich pädagogisch weiter zu qualifizieren, das zweite Staatsexamen abzuschließen und somit auch die Chance auf eine nachträgliche Verbeamtung zu erhalten. Mehr dazu auf den Seiten des Deutschen Bildungsservers.

Bildnachweis: © pixelio/Dieter Schütz
Autor bei GooglePlus

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)