junge asiatische frau im büroWürden Sie das Produkt oder die Dienstleistung ihres Unternehmens Freunden empfehlen? Nein? Nicht ungewöhnlich. Denn nur 16% der deutschen Arbeitnehmer haben eine hohe Bindung an ihr Unternehmen. Das zumindest zeigt die neuste Studie des international tätigen Meinungsforschungsinstituts Gallup.

Eine hohe emotionale Bindung an das eigene Unternehmen bedeutet, sich freiwillig für die Ziele der Firma einzusetzen. Letztes Jahr waren nur 16% der befragten Arbeitnehmer dazu in vollem Maße bereit. 67% der Befragten tun dies im Rahmen ihrer im Arbeitsvertrag festgelegten Tätigkeiten, heißt also: Dienst nach Vorschrift. Mehr nicht. Und 17% sind völlig ungebunden und könnten sich auch vorstellen für die Konkurrenz zu arbeiten.

Eine gute Unternehmenskultur ist nicht leicht – aber furchtbar

Um die Mitarbeit emotional zu binden sind die Qualität der Führung und die Unternehmenskultur zwei gewichtige Faktoren, so Marco Nink, Senior Practice Consultant des Berliner Meinungsforschungsinstituts Gallup, welches die Studie mit Unterstützung des Bundesamts für Statistik durchgeführt hat. Insgesamt wurden in der Studie über 1300 Arbeitnehmer ab 18 Jahren mittels Zufallsprinzip ausgewählt und telefonisch zu ihrem Arbeitsumfeld befragt.

Vieles im Bereich Führung, Management und Mitarbeiterzufriedenheit sei im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich verbessert worden, so Nink. Dennoch läuft nicht alles perfekt. Zwar sei die Zahl der unzufriedenen Mitarbeiter dank vieler interner Bemühungen weiter gesunken, doch noch immer würde das Gros der Angestellten nur mitschwimmen und nicht mit „Herz, Hand und Verstand“ dabei sein.

Emotional ungebundene Mitarbeiter sind ein Kostenfaktor

Insgesamt bewertet die Mehrzahl der Unternehmen schlecht motivierte Mitarbeiter als deutlich negatives Signal. Denn nicht nur die finanziellen Kosten (Neuausschreibung, Einarbeitungsphasen etc.) sind hoch, sondern auch der Effekt auf die verbleibenden Kollegen ist schlecht. Imageverlust und schlechtes Betriebsklima sind nur zwei Folgen von Kündigungen. Emotional ungebundene Arbeitnehmer neigen eher zum Arbeitgeberwechsel, daher ist es sinnvoll, diese Mitarbeiter mit den richtigen Maßnahmen stärker an das eigene Unternehmen, die Arbeit und das betriebliche Zusammenleben zu binden.

Besonders wichtig ist die emotionale Bindung für Unternehmen im Bereich Beratung, Service und Dienstleistungen, denn hier sind die Angestellten in engem Kontakt mit den Kunden und vermitteln ein bestimmtes Bild vom Unternehmen und dessen Zielen. 86% der emotional gebundenen Mitarbeiter würden das Produkt des Unternehmens oder die Dienstleistung weiter empfehlen, bei den emotional ungebundenen Kollegen sind es nur 14%. Wer sich mit seinem Unternehmen und den Zielen und Werten verbunden fühlt, empfiehlt es auch seinen Freunden und Verwandten. 66% aller emotional gebundenen Arbeitnehmer tun dies – und tragen somit auch zu einem neuen Kundengewinn bei.

Die Gesundheit steht im Vordergrund

Die Studie zum Engagement Index, dem sogenannten Q¹²®, wird sei 2001 jährlich erstellt und beinhaltet vor dem Hintergrund der emotionalen Bindung an Unternehmen auch die Bereiche Burn-Out, Well-Being, Work-Life Balance, Gesundheitsförderung, leistungsabhängige Vergütung und Führungsqualitäten. Dabei wurde besonders beobachtet, dass sich ein schlechtes Betriebsklima vor allem auf die geistige und körperliche Gesundheit auswirkt – was sich letztlich auch auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens niederschlägt. Mehr als die Hälfte der Unternehmen bietet, den Befragten zufolge, eigene Programme zur Gesundheitsförderung an. Besonders die Führungskräfte seien jetzt gefragt, meint Nink, denn „erst wenn die Führungskräfte die angebotenen Programme selbst nutzen oder zumindest aktiv fördern, regt dies auch die übrigen Mitarbeiter zur Teilnahme an.“

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