FernlernenWer sich für ein Fernstudium entschließt, der wird sich auch um die Finanzierung kümmern müssen. Generell scheint ein Fernstudium teurer zu sein als ein vergleichbares Präsenzstudium. Von daher sollte man grundsätzlich vorab in Ruhe klären, mit welchen Kosten insgesamt zu rechnen ist.

Was möchte ich erreichen?

Grundsätzlich sollte Interessierten klar sein, was man mit der Weiterbildung erreichen möchte. Zu vielen (Fern-) Studiengängen gibt es durchaus Alternativen. Zuerst sollte also genau überprüft werden, was es für Alternativen gibt. Eventuell muss es nicht unbedingt ein Studium mit Abschluss sein. Gerade für Berufspraktiker kommen auch durchaus andere Weiterbildungsvarianten in Frage, die größtenteils günstiger und auch schneller sind. Allerdings bieten sie dadurch auch weniger Flexibilität. Hierzu zählen zum Beispiel der Fachwirt oder der Meister.

Kosten vorab genau prüfen und vergleichen

Auch wer sich sicher für ein Fernstudium entschieden hat, sollte hier noch einmal verschiedene Anbieter vergleichen und Studienleistungen und Kosten miteinander gegenrechnen. Nicht alle Fernschulen geben hier direkt ihr Preismodell auf der Internetseite preis. Oft ist eine Registrierung per Mail-Adresse nötig, bevor man mit den ersten Informationsunterlagen auch die möglichen Preise erhält.

Dabei gibt es von den Fernhochschulen sehr unterschiedliche Preismodelle, die sich zum Beispiel an der Studienzeit oder an der Zahlungsform orientieren. Zum Teil gibt es bei einer Jahres- oder auch Gesamtzahlung Rabatte. Auch die unterschiedlichen Studienzeiten können sich auf den Preis auswirken.

A portrait of a young European man in a graduation gown.So gibt es Modelle für ein Bachelor-Studium, das wahlweise über 36, 48 oder 72 Monate geht. Je nachdem wie lange Zeit man für das Studium einplant, fallen die monatlichen Kosten unterschiedlich aus. In etwa sollte man bei einem akademischen Abschluss mit circa 10.000 bis 12.000 Euro rechnen. Ein MBA kann sogar bis zu 25.000 Euro kosten! Nur die staatliche Fernuni Hagen ist mit Gebühren zwischen 1400 und 2500 deutlich günstiger.

Allerdings ist der Vorteil von privaten Fernhochschulen dabei, dass hier im Regelfall alle regulären Studienleistungen durch die Studiengebühren abdeckt werden. Hierzu zählen die Betreuung durch Dozenten, Tutoren und administrative Mitarbeiter, die Bereitstellung des kompletten Lehrmaterials sowie die Nutzung des Online-Campus oder auch der Online-Bibliothek.

Beispiele für Kosten eines Bachelor-Fernstudiums:

StudiengangAnbieterKosten
Betriebswirtschaftslehre (B. A.)Euro-FH ab 12.240€
Informatik (B. Sc.)WBHab 11.124€
Maschinenbau (B. Eng.)AKADab 13.608€
Wirtschaftsinformatik (B. Sc.)WBHab 11.124€

Da in den angegebenen Preisen noch keine Prüfungsgebühren enthalten sind, wird die Angabe „ab“ verwendet.

Was gibt es für Zusatzkosten bei einem Fernstudium?

Die Studiengebühren sind bei einem Fernstudium schon der größte Kostenfaktor. Allerdings ist dabei nochmal zu erwähnen, dass hier im Regelfall auch das gesamte Studienmaterial enthalten ist. Zusätzliches Lehrmaterial in Form von Fachliteratur muss nicht zwangsläufig angeschafft werden. Allerdings gibt es für Fernstudiengänge noch weitere Kostenfaktoren, die zu beachten.

Immatrikulationsgebühr:

Bevor man das Fernstudium aufnehmen kann, fallen bei einigen Fernschulen Einschreibegebühren an. Diese können zwischen 300 und 600 Euro betragen und sind einmalig vor Studienantritt zu entrichten.

Graduierungsgebühr:

Vor allem bei offiziellen Abschlüssen fällt am Ende des Fernstudiums bei fast allen Fernschulen eine einmalige Graduierungsgebühr zwischen 300 und 500 Euro an. Dabei beinhaltet diese Gebühr im Regelfall alle Leistungen für die Graduierung (also Prüfungskosten, Bescheinigungen und Urkunde) und zum Teil auch die Feier zur Verleihung der Studienurkunde.

Kosten für Präsenzphasen:

Obwohl der überwiegende Teil des Studiums online und im Selbststudium stattfindet, sind im Regelfall trotzdem einmal im Semester Präsenzphasen auch im Fernstudium Pflicht. Entweder zur Intensivierung des Stoffes oder auch zur Prüfungsabnahme müssen die Studenten eines Fernstudiums persönlich erscheinen. Dabei sind die Präsenzphasen normalerweise so gewählt, dass der Besuch nicht mit den üblichen Arbeitszeiten kollidiert. Oft finden sie abends oder am Wochenende statt.

Viele Fernschulen bieten mittlerweile in unterschiedlichen Städten Präsenzstandorte an, wobei sich eine Übernachtung auch dort nicht unbedingt vermeiden lässt und zumindest immer Fahrt- und Verpflegungskosten hinzukommen. Diese Kosten machen zwar im Vergleich zu den monatlichen Studiengebühren einen relativ geringen Teil aus, sollten aber trotzdem bei der Planung des Studiums ausreichend einkalkuliert werden.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten können genutzt werden?

Wer sich für ein Fernstudium entscheidet, sollte vorab also die Kosten prüfen und auch die zusätzlich anfallenden Auslagen nicht unterschätzen. Auch die eigenen Finanzen sollten im Vorhinein umfassend überprüft werden. Um die Finanzierung zusätzlich zu sichern, gibt es zudem verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung.

Förderung durch Bund und Länder

Businessmen discussing reportIm Sinne der Fachkräftesicherung wurden in den letzten Jahren auf Bundes- und Länderebene verschiedene Förderprogramme entwickelt, die weiterbildungsinteressierte Menschen unterstützen. Hierzu gehört unter anderem das Weiterbildungsstipendium, der Bildungsscheck oder auch der Bildungsgutschein. Nicht jede Förderung ist dabei allerdings von jedem Personenkreis oder in jedem Bundesland einsetzbar, bzw. verfügbar. Interessierte sollten sich deswegen unbedingt vor Beginn des Fernstudiums an eine Beratungsstelle der örtlichen Arbeitsagentur wenden. Hier können Fördermöglichkeiten schnell abgeklärt und unter Umständen direkt ausgestellt werden.

Unterstützung durch den Arbeitgeber

Gerade wer das Fernstudium anstrebt, um in seinem Beruf und in seiner Position mehr Fachwissen zu erlangen, der kann unter Umständen auch auf eine finanzielle Unterstützung durch den Arbeitgeber hoffen. Immerhin profitiert auch das Unternehmen von den zusätzlichen Kenntnissen. Eine (Teil-)Übernahme der Studiengebühren oder auch die Freistellung für Lern- und Prüfungsphasen durch den Arbeitgeber sind durchaus möglich. Allerdings halten sich dann auch viele Unternehmen vor, den Arbeitnehmer im Anschluss für einen gewissen Zeitraum (meistens zwei bis fünf Jahre) vertraglich an das Unternehmen zu bindet.

Steuervergünstigungen

Wer ein Fernstudium aufnimmt, der kann die Gebühren als Werbungskosten bei der Steuererklärung geltend machen. Dazu zählen auch die gesamten Ausgaben für die Fahrten zu den Präsenzveranstaltungen, die Verpflegung währenddessen sowie Unterrichtsmaterialien. Am besten sollten sich angehende Fernstudenten hierzu vorab bei ihrem zuständigen Finanzamt erkundigen.

 

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