Mit zunehmendem Alter nimmt bei Schülern der Spaß am Lernen ab. Was sind die Gründe dafür? Und noch viel wichtiger: Welche Lösungen gibt es für dieses Problem? Das Whitepaper von scoyo-Geschäftsführer Daniel Bialecki bündelt nicht nur die neuesten Erkenntnisse, sondern gibt auch eine Reihe hilfreicher Tipps an die Hand.

Der Musiklehrer stand vor versammelter Klasse, als er diesen magischen Moment der Klarheit hatte. Er ging an das Klavier und ließ die Schüler jeden Ton nachsingen. Alle waren mit Eifer dabei. Keine Tonart wurde ausgespart. Die Faszination der Musiktheorie hatte sich auf die SchülerInnen übertragen. Was war geschehen? Der sonst so trockene Quintenzirkel hatte die Leidenschaft in den SchülerInnen entfacht. Der Lehrer hatte genau den richtigen Punkt erwischt. So steht es in einem Buch zur Schülermotivation.

Dieses Beispiel ist jedoch die Ausnahme. SchülerInnen für Lernstoff zu motivieren kann eine schwere Aufgabe sein. Besonders, wenn der Stoff leidenschaftslos vermittelt wird und zu abstrakt ist. Was genau die Ursachen sind und wie man der Motivation wieder auf die Sprünge helfen kann, damit beschäftigt sich Daniel Bialecki, Geschäftsführer der scoyo GmbH und selbst Familienvater, im Whitepaper „Lernmotivation steigern“. Das 24-seitige Papier bündelt dabei nicht nur aktuelle Forschungsergebnisse zur Motivation bei Schülern, sondern stellt eine eigene Studie vor und gibt konkrete Tipps für Eltern sowie Lehrer.

Die Motivation muss aus den Kindern selbst erwachsen

Das Ergebnis des Papers stellt Bialecki gleich vorweg: „Die Motivation wirkt dann auf den Lernerfolg, wenn sie aus den Kindern heraus erwächst.“ Die Aufgabe der Eltern und Lehrer sei es, die optimalen Bedingungen dafür zu schaffen. Damit knüpft Bialecki an die Forschungsergebnisse John Hatties an, welcher den Erfolg von Lernprozessen vor allem von der aktiven Arbeit der Lehrkräfte abhängig macht. Die wichtigsten Punkte laut Hattie sind: die Glaubwürdigkeit des Lehrers, dessen Feedback und die allgemeine Lehrer-Schüler-Beziehung. Ebenso einflussreich sind die Erwartungen des Schülers an das eigene Lernen. Und das können Lehrer – aber auch Eltern – positiv beeinflussen.

Bialecki weist auf die Unterscheidung zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation hin. Erstere hat den Nachteil, dass sie nicht immer greift. Wer dem Sprössling etwa eine neue Gitarre oder ein paar Stunden am Tablet verspricht, wenn die Schulaufgaben erledigt sind, der legt den Fokus auf die positiven Folgen. Intrinsische Motivation hingegen besteht, wenn die Handlung selbst als interessant oder spannend empfunden wird.
Wie in der Geschichte des Musiklehrers, in der es eigentlich um die Vermittlung der Musiktheorie ging, die Schüler aber durch das unmittelbare Nachsingen vielmehr eine Erfahrung des praktischen Miterlebens machten.

Was tun, wenn Antriebslosigkeit herrscht?

Art und Umfang der Motivation hängen in entscheidendem Maße von der Autonomie der SchülerInnen ab, so Bialecki. Fühlen sie sich fremdbestimmt, fällt es den Heranwachsenden in der Regel schwer, sich für eine Sache zu begeistern. So sinkt die Lernmotivation mit zunehmendem Alter. Eine im Auftrag von scoyo erstellte Studie festigt diesen Verdacht: Während über die Hälfte der befragten Grundschüler im Alter von sechs Jahren die Frage nach dem Lernspaß bejahen, sind es bei der Altersklasse der 13-Jährigen nicht einmal mehr sieben Prozent.

Um dem entgegenzuwirken, bedarf es nicht nur einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Charakter der einzelnen SchülerInnen, sondern auch einer abwechslungsreichen Unterrichtsgestaltung. Bialecki gibt für Lehrer ein ganzes Bündel an Tipps, die alle im Whitepaper nachzulesen sind. Darunter: Frontalunterricht wenn möglich vermeiden, einen spannenden Methodenmix einsetzen, den Lernstoff im Alltag verankern u.v.m.

Eltern rät er, das Wort „lernen“ nicht zu überstrapazieren. Wer es mit der Autonomie seines Kindes ernst meint, der sollte von „entdecken“ und „experimentieren“ sprechen und die selbstgesteckten Ziele und individuellen Talente seines Kindes kennen. Ebenso wichtig ist es, seinen Einfluss als Vorbild nicht zu unterschätzen. Besonders junge Kinder imitieren spontan das Verhalten von Erwachsenen. Wer sich also ehrgeizige Ziele setzt und den alltäglichen Dingen gegenüber neugierig und aufgeschlossen begegnet, der wird diese Einstellung früher oder später auch bei seinen Kindern wiederfinden können.

whitepaper scoyo
Whitepaper „Lernmotivation steigern“

Das Whitepaper gibt es als kostenlosen PDF-Download auf scoyo.de. Daniel Bialecki, Geschäftsführer von scoyo, entwickelte 2007 gemeinsam mit Pädagogen und renommierten Geschichtenentwicklern die Online-Lernplattform scoyo für Kinder und Jugendliche mit. Bialecki kann auf einen zwölfjährigen Erfahrungsschatz im Bereich der digitalen Wissensvermittlung zurückblicken.

 

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