Die beliebtesten Ausbildungsberufe für Frauen und MännerEin Auslandsaufenthalt ist eine Erfahrung, die man typischerweise während des Studiums macht. Aber auch mit dem Abschluss in der Tasche gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, Auslandserfahrung zu sammeln. Wer sich entschließt, für einige Zeit – oder sogar für immer – ins Ausland zu gehen, sollte bei der Jobsuche einiges beachten. Denn oft weiß man nicht, wie man es anfangen soll.

Die Suche nach dem Traum-Auslandsjob angehen

Die Vorgehensweise kann nach Berufsbild völlig unterschiedlich sein. In einigen Branchen schafft man den Tansfer ins Ausland vergleichsweise bequem. Denn dort gibt es z.B. Kooperationsunternehmen, an denen man sich bewerben bzw man sich innerhalb eines angebotenen Austauschprogramms für einige Zeit versetzen lassen kann. Für die meisten anderen ist die Stellensuche im Ausland aber ein sehr eigenmotivierter und selbstständiger Prozess.

Eine Wissenschaft für sich können die Bewerbungen sein. Da sind die formalen Unterschiede zu Deutschland zuweilen recht groß. Abhängig ist es größtenteils vom Zielland, aber auch von der Ausbildung bzw vom Studienabschluss. In manchen Fällen ist eine Fortbildung oder eine weitere Qualifizierung nötig, damit man eine zu Deutschland äquivalente Stelle findet. Wer sich vorher informiert und sicher geht, dass er für den angestrebten Posten auch wirklich qualifiziert ist, erlebt vor Ort keine bösen Überraschungen.

Es macht sicherlich Sinn, sich direkt im Wunschland zu bewerben. Das kann ein großer Vorteil sein, denn so zeigt man, dass man schon den ersten großen Schritt getan hat und umgezogen ist. Es signalisiert dem zukünftigen Chef, dass man eine hohe Eigenmotivation und Freiwilligkeit hat, was sich positiv auf den Bewerbungsprozess auswirken kann. Auch der praktische Aspekt ist dabei nicht außer Acht zu lassen: So ist es einfacher, zeitnah zu den Bewerbungsgesprächen zu gehen und sich persönlich vorzustellen. Der finanzielle Aspekt ist dabei natürlich ein starkes Argument. Hat man nicht so ein großzügiges Polster, mit dem man die erste Zeit in einem fremden Land über die Runden kommt, ist das Basislager erstmal noch in Deutschland.

Frühzeitiges Planen und die ersten Kontaktaufnahmen

Bei der Planung für so einen großen Karriereschritt ist Frühzeitigkeit ein wichtiger Faktor für den Erfolg. Wer ca. ein Jahr vorher anfängt, hat schon einen guten Anfang gemacht. Mit so einer Weitsicht lassen sich viele böse Überraschungen vermeiden. Natürlich ist es immer von Vorteil, wenn man über ein kleines Netzwerk im Zielland verfügt, an das man sich halten kann.

Die Bewerbunsgprozesse können in den jeweiligen Ländern sehr unterschiedlich sein. Handelt es sich um ein europäisches Land, so kann man auch beim „European Employment Service“, kurz EURES Informationen finden. Entsprechende Berater gibt es beim Arbeitsamt, die einem gerne weiter helfen. Will man bei einer bestimmten ausländischen Firma arbeiten, nimmt man am besten direkt Kontakt auf. Noch einfacher wird es, wenn diese Firma auch in Deutschland ansässig ist. In diesem Fall kann man sich an den Sitz in Deutschland wenden und sich eventuell auch dort bewerben.

In vielen Ländern werden Referenzen höher geschätzt als Zeugnisse, so sind sie z.B. im englischen Sprachraum sehr gerne gesehen. Die sogenannten „letter of recommandation/reference“ sollten im Idealfall bei einem früheren Arbeitgeber – am besten dem letzten – angefragt werden. Da die die Referenz auf Freiwilligkeit beruht, ist das an sich schon ein starkes Argument für den Bewerber. Sie hat deswegen eine besondere Gewichtung, weil damit der Austeller für den Bewerber bürgt. Die Referenz wird dann im Normalfall allgemein gehalten, ohne sich an einen spezifischen Adressaten zu binden. Weiß man aber schon genau, wo man sich bewirbt, kann man sich an den Ansprechpartner natürlich schon direkt wenden. Doch mit dem Schreiben an sich ist es nicht getan.

Der Verfasser sollte darauf vorbereitet sein, eventuell kontaktiert zu werden und muss dementsprechend kommunizieren können. Generell gesehen ist eine Referenz, die von offizieller Seite kommt und entsprechend auf ihre Quelle nachgeprüft werden kann, am aussagekräftigsten. Ansonsten kann eine Referenz aufgrund ihrer eher subjektiven Natur – der Aussteller wurde schließlich vom Bewerber persönlich ausgesucht – auch schon mal unglaubwürdig wirken. Deswegen ist es auch so wichtig, sich den Referenzgeber sorgfältig auszusuchen und möglichst so, dass er zu dem Arbeitsprofil einen Bezug hat. Denn im Notfall muss er sich für den Bewerber überzeugend einsetzen können.

Die richtige Bewerbung für das passende Land

Formal gesehen gibt es bei den Bewerbungen wieder Unterschiede. So wird in Frankreich z.B. eine handgeschriebene Bewerbung immer noch gerne genommen und ist – auch wenn der Trend zum getippten geht – die Regel. Im Gegensatz dazu wird der Lebenslauf aber wieder getippt. Auch in Frankreich sind Referenzen oft aussagekräftiger als Zeugnisse.

Bei Bewerbungen im Ausland gilt es also, sich vorher genau über die Gepflogenheiten in dem jeweiligen Land zu informieren und sich genau vorzubereiten. Häufig sind die Diskrepanzen hier untereinander groß und man muss von anderen Voraussetzungen ausgehen.

Bei der Anfertigung des Anschreibens ist es immer ratsam, einen Außenstehenden hinzuziehen. Ist der auch noch Muttersprachler, umso besser. Im Notfall sollte ein Übersetzungsbüro eingesetzt werden. Spätestens gilt das aber ohne Ausnahme für Zeugnisse, die so dann auch beglaubigt werden. Ohne staatlich geprüften Profi geraten die Zeugnisse so schnell in den Verdacht der Fälschung. Hierbei braucht man nicht alle Zeugnisse übersetzen zu lassen, sondern nur die relevanten. Das Praktikum während des Studiums ist nur interessant, wenn es zum Anforderungsprofil passt oder ein fachrelevantes Unternehmen damit verbunden ist.

Fließende Sprachkenntnisse sind natürlich eine Selbstverständlichkeit für eine karriereorientierte Anstellung. Gerät man am Anfang etwas ins Holpern, darf man sich davon nicht beirren lassen. Wichtig ist, dass man sich ausdrücken kann und auch die eventuelle Fachsprache beherrscht. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass man kein Muttersprachler ist.

Ist man noch nicht im Zielland, wird oft auch eine Vorauswahl über Internettelefonie getroffen. Das ist vor allem praktisch, wenn es mehrere Bewerber gibt und so kann man sich auch die Anreisekosten sparen. Man sollte so einen Termin wie ein ganz normales Bewerbungsgespräch behandeln. Nicht vergessen, wenn der potentielle Arbeitgeber schon so viel Interesse zeigt, und sich die Zeit für ein Videointerview nimmt, ist das ein gutes Zeichen. Hilfreich ist es, sich vorher einige Stichpunkte zu machen um für die üblichen Verdächtigen an Fragen vorbereitet zu sein. Dazu gibt es einige Floskeln, die einem schon kleine hilfreiche Brücken innerhalb des Sprachflusses schlagen und es leichter machen, die Aufregung in den Griff zu bekommen.

Abschließend lassend sich folgende Punkte zusammenfassen:

1. Frühzeitig mit den Bewerbungen und der allgemeinen Organisation des Aufenthaltes anfangen.
2. Sich mit der Bewerbung an der gewünschten Form des jeweiligen Landes halten. Vorher unbedingt recherchieren.
3. Sprachkenntnisse sind Voraussetzung. Wobei nicht immer alles perfekt sein muss, aber trotzdem sicher genug, um sowohl das Bewerbungsgespräch souverän zu halten und sich auch später in der Anstellung zurechtzufinden. Hier gilt: Mut zur Lücke haben, die man sowie nicht verbergen kann.
4. Zeugnisse übersetzen und beglaubigen lassen, außerdem an Referenzen denken.
5. Aufgrund der Sprachbarriere muss man sich doppelt so gut vorbereiten wie beim heimischen Bewerbungsgespräch

Sich im Ausland zu bewerben erfordert ein gewisses Maß an Weitsicht und Planung. Die Erfahrung zahlt sich aber bei Weitem aus. Auch wenn man nach einer Zeit wieder nach Deutschland zurück kommt, ist dieser Punkt im Lebenslauf und die gesammelten Erfahrungen unersetzbar.

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)