StatistikZuerst die gute Nachricht: In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl der Professorinnen beinahe verdoppelt. Lehrten im Jahr 2002 nur 4500 Professorinnen, waren es im Jahr der neuesten Erhebung, 2012, schon rund 8900.

Frauenanteil nach wie vor deutlich niedriger

Trotzdem steht diese Zahl immer noch kaum im Verhältnis zu den männlichen Kollegen an den deutschen Hochschulen. Von den 2012 insgesamt angestellten 43.00 Professoren waren knapp 35.000 männlich. Das bedeutet, dass trotz der guten Entwicklung der letzten Jahre der Frauenanteil zwar deutlich gestiegen ist, weiterhin aber gerade einmal nur rund 20 Prozent ausmacht.

Zu berücksichtigen ist dabei auch noch, dass die Zahl der Professuren an deutschen Unis und Hochschulen insgesamt gestiegen ist und somit sich zwar die Anzahl der Professorinnen innerhalb von zehn Jahren verdoppelt hat, nicht aber des Frauenanteils generell.

Kaum ein weiblicher Prof  in den Naturwissenschaften

Hinzukommt noch, dass auch in den einzelnen Fachbereichen der Anteil an weiblichen Profs sehr unterschiedlich ist. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern sowie in Mathematik und im Ingenieurwesen sind Frauen in den Lehrstühlen mit durchschnittlich 12 Prozent deutlich unterrepräsentiert. Dagegen sind die Professuren in den Sprach-, Kultur- und Kunstwissenschaften zu gut einem Drittel mit Frauen besetzt.

Professorinnen-Programm unterstützt Unis und Anwärterinnen

Dieser geringe Frauenanteil an den Lehrstühlen ist schon lange ein Thema – und das nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene. Um den Anteil von Professorinnen an den deutschen Hochschulen gezielt zu steigern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit den Ländern im Jahr 2007 das Professorinnen-Programm (PP) gestartet. 2012 wurde zudem die Fortsetzung beschlossen.

Mit einem Gesamtvolumen von jeweils 150 Millionen wurden die ersten beiden Professorinnen-Programme finanziert. Damit soll Unis und Hochschulen die Möglichkeit gegeben werden, auf der Grundlage einer positiven Begutachtung ihres Gleichstellungskonzepts bis zu drei Berufungen von Frauen auf unbefristete W2- und W3-Professuren gefördert zu bekommen.

Quelle: Statista

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