headerYeah, yeah, Juli goes Social. Die Idee dies auch nochmal offiziell in Rahmen einer Weiterbildung zu tun, war schon länger da. Irgendwo kann man natürlich darüber diskutieren, ob eine Weiterbildung tatsächlich noch Sinn ergibt, wenn man sich eigentlich eh jeden Tag mit der Matiere auseinandersetzt. Ich würde auch tippen, dass (aktuell zumindest noch) die meisten Social Media Manager, die auch als solche ihre Brötchen verdienen, keine Weiterbildung in diesem Bereich gemacht haben. Der überwiegende Teil von ihnen kommt im Regelfall aus der klassischen PR- und Marketing-Branche und hat wohl den Job eher mit Learning by doing erreicht.

Warum dann also doch eine Weiterbildung oder haste was, dann biste was

Social-2Zum einen – da machen wir uns nichts vor, leben wir in Deutschland immer noch im Land der Abschlüsse. Hauptsache man kann ein schönes Zeugnis vorlegen. Wer keines hat, der hat es zumeist schwer auf dem Arbeitsmarkt, egal wie viel Praxiswissen er stattdessen mitbringt. Allgemein ist das zwar gerade in der Online-Branche vielleicht nicht ganz so schlimm, besser läuft‘s hier aber auch definitiv mit.

Zum anderen: Klar haben wir die größeren Kanäle bei uns am laufen, aber so richtig, richtig damit umgehen und anwenden, zu 100%? Nein definitiv nicht. Um in den Kosmos der mannigfaltigen Möglichkeiten des Social Webs einzutauchen und vor allem auch gut schwimmen zu lernen, reicht im Arbeitsalltag die Zeit dann doch nicht. Deswegen war es vielleicht ein etwas tieferes Kratzen an der Oberfläche als bei Otto-Normal-User, mehr als ein bemühtes Scharren war es dann aber auch nicht.

Der erhobene Zeigefinger Teil 1 oder das Video mit der Katze

Wo wir schon bei dem ersten erhobenen Zeigefinger sind: Wer die Weiterbildung zum Social Media Manager hat, der sollte nicht glauben, einen für ewige Zeiten ausreichenden Wissenstand erreicht zu haben… Vielleicht für zwei Wochen.

Wissensstillstand kann man sich vermutlich in keinem Job mehr über längere Phasen erlauben. Aber wohl kaum eine Branche ist so schnelllebig wie die rund um Technology, Online-Marketing, Social Media etc. Und damit ist nicht gemeint, dass es eine 24/7 Online-Pflicht gibt, damit man einer der ersten ist, der das lustige Video mit der Katze shared.

Aber man muss sich einfach stetig und ständig auf den neusten Stand bringen. Alleine Facebook bringt immer und ewig Neuerungen raus, testet irgendwelche neuen Anwendungen, schmeißt sie wieder raus, kooperiert mit, trennt sich von oder kauft einfach mal kurzer Hand andere Netzwerke. Das Internet schläft nicht und irgendwo auf der Welt fällt immer ein medialer Sack Reis um.

Der 2. erhobene Zeigefinger oder wir wollen jetzt auch in Facebook rein

Wo sich dann auch der 2.Zeigefinger anschließt: In sieben Tagen wird natürlich niemand zum Social-Media-Guru. Aber wer sich schon einmal vorab mit der Thematik auseinandergesetzt hat und vor allem, wer auf selbige auch Lust hat, der kann in diesen sieben Tagen einiges lernen.

Bei uns war es zwar nicht der Fall, aber ich glaube es gibt nichts Schlimmeres als dieses Szenario: Dem Cheffe der Firma Tausendsassa seine Frau sagt „Wir brauchen jetzt dieses Facebook“ und der schickt darauf hin Martin Wieauchimmer aus der Marketingabteilung zur Social-Media-Fortbildung. Der hat sich aber eigentlich schon mit der Umstellung von Windows 98 auf XP schwergetan. DAS bringt natürlich nix. Also: Man muss Bock drauf haben. Und das heißt, auch nach der Weiterbildung am Ball bleiben, sonst ist man ebenfalls schnell wie Windows 98 – einfach total veraltet.

Es gibt gefühlte 130.000 Tools, interessante Seiten und Features, die man allesamt im Social Web nutzen kann. Davon bekommt man in der Weiterbildung etwa 1001 vorgestellt. Allerdings wird man nicht jedes Tool kaufen, auch nicht jedes kostenfreie unbedingt jeden Tag nutzen. Aber es geht auch vielmehr darum, die 1001 und mehr Tools einmal kennenzulernen. Und dann das, was man für sich als nützlich ansieht, in die eigenen Planungen mit aufzunehmen und anzuwenden. Also: Alles am besten nochmal ansehen, dann filtern und dann aber bitte auch benutzen.

Inhalte der Weiterbildung oder die verflixte Strategie

social-1Sieben Mal Vollzeitunterricht. Jeder Tag war dabei eigentlich unter einem anderem Thema gesetzt: Das Ganze Große Ganze halt. Angefangen natürlich bei Facebook und ein Ende gefunden mit Guerilla Marketing. Dazu die immer allseits über allem schwebende Frage nach der Strategie. Oder einfacher formuliert: Was zum Teufel soll das? Wenn eines deutlich wurde, dann, dass es immer einer Strategie, Ausrichtung und Planung bedarf. Einfach so in die Sozialen Netzwerke, weil da alle sind, scheint offensichtlich eine doofe Idee…

Es gab also den kompletten Rundumschlag. Der Dozent André Lapehn hat Ahnung – und das nicht zu knapp. Wenn es in unserem Kurs doch einen Social-Media-Guru gab, dann wohl eindeutig er. Was mir sehr gut gefallen hat: Viele Dinge hat er sehr praxisorientiert erklärt und meistens mit Beispielen aus seinen eigenen Projekten vorgestellt. Das dient nicht nur der Anschaulichkeit, sondern lässt einen auch selbst in seinen Ideen weiterdenken. Denn seien wir mal ehrlich:  Kampagnen von Red Bull, Coca Cola und Co. sind zwar cool, aber letztendlich auch nicht mehr als Unterhaltung. Inspirationen holt man sich doch eher von denen, die auch irgendwo im gleichen (auch Budget-) Format liegen, oder?

Und was wohl bei den meisten ein wenig wie die nörgelnde Stiefmutter behandelt wurde: Social Media und Recht. Hört sich auf dem ersten Ohr auch nach zwei Paar Schlappen an, gehört aber leider doch zusammen. Das hat uns der Rechtsanwalt Alexander Hufendiek an Tag Drei der Weiterbildung ziemlich deutlich gemacht. Nur zwei Buzzwords hierzu: „Urheberrecht“ (WO soll man eigentlich überhaupt noch Bilder für seine Facebook-Seite hernehmen?) und „Impressum-Abmahnwelle“ (für die schnellgemachte Mark im Netz).

Warum LVQ oder einfach mal ein bisschen Lobhudelei

Die LVQ ist uns hier bei Hauptsache Bildung schon lange ein Begriff. Einer meiner ersten „externen Kontakte“ zu der großen Weiterbildungswelt war Lars Hahn, der Geschäftsführer der LVQ. Vor fast drei Jahren habe ich mit ihm ein Interview zum Thema Weiterbildung 50+ geführt. Und auch wenn man sich nie persönlich getroffen hatte, so stand man doch irgendwie über Twitter mit Herrn Hahn und der LVQ immer in Kontakt.

So bin ich natürlich schon seit längerem um das Honigtöpfchen Social Media Manager IHK herumgeschlichen, als es dann von der LVQ angeboten wurde (Jetzt übrigens schon im dritten Jahr). Im Oktober letzten Jahres war dann endlich mal der Kopf auf dem Nagel und ich habe mich für den Februar-Blockkurs angemeldet.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass der Kurs mit acht Teilnehmern angenehm überschaubar war. Wo bei anderen Anbietern zum Teil 20 und mehr in einem Kurs sitzen, läuft es bei der LVQ sehr familiär ab. Mit den Teilnehmern untereinander ist man direkt beim „Du“ und Frau Düking und Frau Külkens kannten alle persönlich mit Namen und waren rund um die Uhr für uns da.

Die kleine Gruppe hatte zudem den Vorteil, dass man nicht mit 180 überall hindurchrauschen musste, sondern auch Zeit für Rückfragen und Diskussionen blieb. Auch die Versorgung mit Getränken und Snacks war gesichert, mittags gab es immer noch was Warmes. Das fand ich, mit einer täglichen Anfahrtszeit von 1,5 Stunden pro Strecke, sehr gut. Einziger Kritikpunkt: Alle von uns waren für die Dauer der Fortbildung zum Zwangsvegetarier erklärt worden. Für die Kursteilnehmer, die kein Fleisch essen, wurde der Fairness halber darauf vom Catering verzichtet. Aber das war okay, abends konnte man dann ja noch zur Burgerbraterei fahren. :-)

Empfehlung oder jetzt aber mal Schluss

Eine klare Weiterempfehlung. Mir hat die Weiterbildung bei der LVQ in Mülheim insgesamt gut gefallen. Denn trotz einiger Vorkenntnisse habe ich wirklich noch viel Neues gelernt. Vor allem, was die strategischen Bereiche und das Monitoring anbelangt, war das Wissen bis dahin offensichtlich eher rudimentär. Und hier bekam man endlich mal das nötige KnowHow für die Praxis. Was mich total begeistert hat, waren die verschiedenen Tools. Da habe ich in der Woche viele, sehr praktische Sites, kennengelernt, die einem das Leben in Social Web echt vereinfachen können. Also: auf nach Mülheim!

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)