KarriereaussichtenKennen Sie das? Sie haben lange für ein Unternehmen gearbeitet, bekommen aber nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit noch immer keine Anerkennung von Ihrem Arbeitgeber? Sie fühlen sich müde und ausgenutzt. Sie sind unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen, haben Ärger mit dem Chef oder den Kollegen, eine zu hohe Arbeitsbelastung bei zu wenig Geld oder sehen einfach attraktivere Angebote bei anderen Unternehmen? Es gibt viele Gründe, bei einem Unternehmen zu kündigen.

Wechselwillige Arbeitnehmer bringen andererseits Unruhe in den Betrieb hinein und sind ganz besonders für die Gesamtmotivation in der Belegschaft Gift. Manchmal gilt daher auch für Arbeitgeber der Spruch: Reisende soll man nicht aufhalten!

Jobzufriedenheit allein reicht für die Unternehmenstreue nicht immer aus

Obgleich die Jobzufriedenheit mit 55% recht hoch ist, gaben laut einer Studie ManPowerGroup Deutschland im Jahre 2014 42% Prozent an, dass sie in den nächsten 12 Monaten den Arbeitgeber wechseln. (Quelle: Presseportal) Die meisten suchen nach einer besseren Bezahlung oder nach einer Gelegenheit, in Wohnortnähe einen Arbeitsplatz zu finden. Andere wiederum sehen trotz zufriedenstellender Arbeit langfristig keine Aufstiegsperspektiven im Unternehmen. Das kann in mittelständischen Unternehmen strukturelle Gründe haben, die sich nicht verändern lassen.

Ein schlechtes Klima bringt eine hohe Personalfluktuation

In Unternehmen, die von den Hierarchien her ein schlechtes Arbeitsklima in die Belegschaft hineintragen, kein ausreichendes Konfliktmanagement haben oder personell unterbelegt sind, herrscht häufig ein Klima der Angst und der Unzufriedenheit. Wenn das mittlere und obere Management keine interpersonellen Kompetenzen besitzt, der Erfolgsdruck einfach ungefiltert an die Mitarbeiter weitergereicht wird, die Arbeitsplatzbelastung allenthalben zunimmt, dann befasst sich der weitaus größte Teil der Belegschaft mit der Suche nach Alternativen.

Die sichtbare Unzufriedenheit von Mitarbeitern in Unternehmen birgt eine große Ansteckungsgefahr in sich, die dafür sorgen kann, dass selbst noch motivierte Mitarbeiter sich plötzlich nicht mehr im Betrieb wohlfühlen, weil sie erkennen, dass die Stimmung gekippt ist. Eine Abwanderungswelle von Mitarbeitern wirkt sich meistens negativ auf Unternehmen aus, weil meist wichtige Hierarchien wegbrechen und Prozesse komplett neu gesteuert werden müssen. Zudem ist die Erfahrung der Mitarbeiter im ausgeübten Beruf ein Punkt, der mit der Betriebszugehörigkeit ansteigt.

Probleme in der Belegschaft

Mobbing ist ein nicht zu unterschätzendes Problem in der heutigen Arbeitswelt und findet häufig ganz versteckt statt, indem Führungskräfte oder Kollegen einem Mitarbeiter Aufgaben geben, bei denen der scheitern muss, er anschließend vor versammelter Mannschaft bloßgestellt wird. Auch das Schneiden oder die Ignoranz bestimmter Mitarbeiter kann zu einer Belastung führen, die nur mit einem Jobwechsel beantwortet werden kann. Wenn sich in der Belegschaft Cliquen oder Seilschaften ergeben, zu denen Sie nicht gehören, sollten Sie dringend das Gespräch mit den Mitarbeitern oder dem Vorgesetzen suchen oder eben das Unternehmen verlassen. Wer nämlich innerlich leidet und nicht reagiert, verschlimmert in der Regel die Situation.

Fazit

Ein Jobwechsel muss nicht immer negative Auslöser haben. Er kann Mitarbeitern auch wichtige neue Herausforderungen bieten. Weitaus häufiger aber sind negative Vorfälle Auslöser für einen Arbeitsplatzwechsel. Der potentielle neue Arbeitgeber wird Sie im Bewerbungsgespräch auch auf Ihre Wechselgründe ansprechen, und Sie tun bei gravierenden Umständen gut daran, dem Personalmanager ehrlich von den Problemen zu berichten. Sie können am Gesprächsverlauf zugleich erkennen, welche Unternehmenskultur Sie möglicherweise nun erwartet.

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