headerWarum sind einige Menschen erfolgreich und andere nicht? Manchmal erscheint es von außen, als ob einige Menschen das Glück gepachtet haben. Ist das so? Manche Menschen sind vom Leben bevorteilt, haben Sie das vielleicht auch schon bemerkt? Sie sehen gut aus, es scheint, als falle ihnen alles leicht und sie sind erfolgreich auf ihre Art. Es wäre zu einfach zu glauben, dass nur diese Menschen Erfolg haben können. In einem Gastbeitrag stellt Coaching-Expertin Anne-Kathrin Orthmann klar, dass es keinen Falls „nur die einen“schaffen. Vielmehr gibt sie ausführliche Tipps zur Selbstreflexion, der erste Schritt zum Erfolg:

Mit sich selbst auseinandersetzen 

In der VIP World gibt es einige Beispiele. Nehmen wir Angela Merkel oder Dieter Bohlen. Man mag von ihnen denken, was man will, aber sie sind sehr erfolgreich. Die Deutsche Fußball Nationalmannschaft hat 2014 die Weltmeisterschaft in Brasilien gewonnen und Dirk Nowitzki spielt seit Jahren, als erfolgreichster Deutscher, Basketball in den USA. Sie vermitteln den personifizierten Erfolg. Aber sind sie nur bevorteilt oder haben sie sich ihren Erfolg verdient? Wie ist das in Ihrer Umgebung? Wer ist da schon lange erfolgreich und es sieht aus, als wenn es fast ganz von alleine läuft? Oder haben auch diese Menschen für ihren Erfolg viel Leistung gebracht?

Erfolgreiche Menschen setzen sich mit sich selbst auseinander. Sie wissen sehr genau, was sie können, was sie wollen, was sie dafür einbringen müssen und geben niemals auf. Viele nutzen u. a. die Selbstreflexion. Def. „Selbstreflexion“: Als Selbstreflexion bezeichnet man die Fähigkeit des Menschen, über die eigene Situation nachzudenken. Reflexionen von äußeren oder inneren Beobachtungen können als Chancen zum Erkennen von Problemen und Ansatzpunkten für Veränderungen angesehen werden. Selbstreflexion setzt das Vermögen zur differenzierten Selbstbeobachtung und eine gewisse Distanz zu sich selbst voraus (Stangel, Lexikon online, Psychologie & Pädagogik, lexikon.stangl.eu/7084/selbstreflexion/).

Sich den „Spiegel“ immer mal wieder bewusst vor Augen halten; versuchen Sie es doch auch mal. In diesem Text werden Sie an verschiedenen Stellen dazu aufgefordert, den „Spiegel“ im übertragenen Sinn in die Hand zu nehmen. Probieren Sie es einfach aus. Es geht darum, sich selbst besser kennenzulernen und davon zu profitieren.

Definition des eigenen Erfolges

erfolgSpiegel: Erfolg ist nicht gleich Erfolg. Zunächst einmal sollte jeder für sich definieren, was für ihn/sie der berufliche Erfolg ist. Erst dann ist es möglich zu gucken, in wie weit er/sie diesem Erfolg schon nahe gekommen ist oder noch weit davon entfernt liegt. Nehmen Sie sich einen Zettel und einen Stift. Überlegen Sie mal ganz in Ruhe für sich, was für Sie ganz persönlich Ihr Erfolg bedeutet („Definition meines Erfolges“)? Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie erreichen? Was sind Sie bereit dafür zu tun? Was nicht? Heben Sie sich den Zettel gut auf und gucken Sie von Zeit zu Zeit darauf, ob Sie Ihrem Erfolg schon näher gekommen sind. Was hat sich in Ihren Ansichten verändert? Sollten Sie die Definition Ihres Erfolges verändern?

Es gibt kein einzelnes Geheimnis, was all diese und weitere Menschen so erfolgreich macht. Das ist harte Arbeit, Ausdauer, Durchhaltevermögen, „Stehauf-Mentalität“, Hartnäckigkeit, der Glaube an sich selbst und die Freude an dem eigenen Tun. Dieter Bohlen hat in einer Sendung einmal gesagt: “Ihr glaubt, dass ihr etwas Besonderes seid, nur weil ihr hier seid. Besonders wird man erst durch Leistung!“ Auch Talent alleine reicht nicht. Es kommen viele Aspekte zusammen, die einen erfolgreichen Menschen ausmachen. Die innere Einstellung und die Ausdauer sind dabei wichtige Aspekte. Es würde den Rahmen sprengen, auf alle Möglichkeiten einzugehen, die hilfreich in dieser Thematik sind. Ich stelle Ihnen hier einige vor, die Ihnen in Ihrer Berufswelt hilfreich sein können.

Definition des eigenen Antriebs

antriebSpiegel: Wie ist Ihre Einstellung zu Ihrer Arbeit morgens, wenn Sie aufwachen? Beantworten Sie sich diese Frage morgenfrüh beim Wachwerden mal ganz ehrlich. Dann überlegen Sie, was den Ausschlag für Ihre Einstellung gibt. Ist es Ihre Familie? Sind es die Kollegen/innen? Andere Menschen, mit denen Sie zusammen arbeiten? Sind es die Arbeitsbedingungen? Wie ist es mit den Arbeitszeiten? Was ist mit der Tätigkeit selbst? Liegt es an Ihnen? Macht es Ihnen Spaß? Was war Ihr Grund dafür, dieser Arbeit nachzugehen? Das ist eine ganze Menge auf einmal. Aber es stellt eine wichtige Grundlage für Ihr Wohlfühlgefühl dar. Halten Sie Ihre Ergebnisse schriftlich fest, damit Sie ab und zu einen Blick darauf werfen können. Sie können daran Ihren Motor erkennen, der Sie antreibt und Ihre persönliche Motivation darstellt. Wenn Sie all diese Fragen ehrlich beantwortet haben, geht es darum zu gucken, ob alles so ist, wie Sie es für richtig halten oder ob Sie etwas verändern wollen/können. Hier ist ein Knackpunkt, um wirklich erfolgreich zu sein. Sind Sie bereit, alles dafür zu tun, dass Sie einen optimalen beruflichen Zustand für sich erreichen, jeden Tag? Vielleicht ist es ja auch ok für Sie, einen Kompromiss einzugehen? Das ist vollkommen in Ordnung. Aber es sollte Ihnen bewusst sein und es sollte Ihre Entscheidung sein. Nur so können Sie Ihre persönliche Zufriedenheit erlangen.

Keine Überforderung, aber auch keine Unterforderung, einfach individuell nach Ihrer Fasson. Jeder einzelne in der Mannschaft von Yogi Löw musste in der Vorbereitung und während der WM, in jeder Aufgabe in der Fußball Nationalmannschaft (egal ob Zeugwart, Spieler, Trainer, Physio o. a.), 100 % bringen, um den Erfolg tatsächlich zu erzielen. Das hat funktioniert, weil sie alle dieses Ziel erreichen wollten und jeder alles gegeben hat. Angela Merkel verbringt wenig Zeit zu Hause, muss sich ständig weiterbilden, sich immer wieder auf neue Menschen und Kulturen einstellen und sich auf viele Menschen verlassen, die ihrerseits, wieder möglichst erfolgreich, ihre Aufgabe erfüllen müssen, um Frau Merkel zu unterstützen. Das funktioniert, so lange alle ihr Bestes geben.

Definition der eigenen Ziele

zieleSpiegel: Was tragen Sie tatsächlich dazu bei, um erfolgreich zu sein? Etwas zu wollen und etwas zu tun, sind zwei Paar Schuhe. Silvester nehmen sich ganz viele Menschen etwas für das neue Jahr vor. Fragt man nach 2 Monaten nach, haben die meisten ihr Vorhaben schon wieder begraben. Wie sieht es bei Ihnen mit Sport aus? Wie oft haben Sie schon gedacht, es wird Zeit mehr zu tun? Ein tolles Buch, das Sie immer schon lesen wollten, eine Reise, die Sie eigentlich schon gemacht haben wollten, ein Gespräch, das Sie schon längst geführt haben wollten, die Kontrolle beim Zahnarzt? Es sind positive und negative Dinge, die Sie nicht immer so erledigen, wie Sie es sich vorgenommen haben. Was ist Ihnen wirklich wichtig? Was wollen Sie wirklich erreichen? Wovor drücken Sie sich und warum? Was setzen Sie von dem tatsächlich um, was Ihnen gesagt wird?

Schreiben Sie auf, was Sie erreichen wollen, was Sie verändern wollen und was Sie wirklich bereit sind dafür zu tun. Nutzen Sie eine andere Perspektive: können Sie die gestellten Anforderungen erfüllen (fremdbestimmt) oder wollen Sie die Anforderungen erfüllen und arbeiten jeden Tag daran (selbstbestimmt)? Kontrollieren Sie (vielleicht erst in kürzeren Abständen), ob es tatsächliche Ihre Anliegen sind und ob Sie sich an Ihre Auflagen halten. Geht es Ihnen gut damit? Sind Sie erfolgreicher? Dann haben Sie schon ein ganzes Stück geschafft und können auf sich selbst stolz sein!

Definition des eigenen Handelns

handelnErwarten Sie von anderen, dass sie zu 100 % das tun, was Sie den anderen sagen? Denken Sie z. B. an Ihre Familie. Haben Sie Ihren Kindern gesagt, sie sollen den Müll rausbringen und haben sich geärgert, dass diese es nicht getan haben? Setzen Sie alles um, was Ihre Frau/Ihr Mann Ihnen gesagt hat? Es wird schnell deutlich, dass es viele Einflussfaktoren gibt, die unser Handeln bestimmen. Mal handeln wir direkt, mal suchen wir Ausreden. Aber wir gehen davon aus, dass das, was wir sagen, die anderen auch tun. Jedes Verhalten von Ihnen, löst bei dem anderen eine Reaktion aus. Oft ist man sich nicht bewusst, warum Menschen so auf uns reagieren. Wir haben diese Reaktion manchmal nicht auslösen wollen. Ist es dennoch passiert, versuchen Sie sich in den anderen hineinzuversetzen und so herauszufinden, was die Ursache ist. Noch besser, fragen Sie nach, wenn Sie eine Reaktion nicht verstehen. Es kann an Ihnen liegen, aber auch z. B. an den Einflüssen Ihres Gegenübers, was er/sie vorher erlebt hat. In den Zeiten des Fachkräftemangels, besinnen sich viele Menschen wieder auf den Umgang miteinander.

Da gibt es viel Fachliteratur, die hilft, z. B. die Vorgänge in der Kommunikation und im Umgang miteinander zu verstehen. In den Büchern von Schulz von Thun „Miteinander reden“ finden Sie viele Anregungen, wie Kommunikation funktioniert und warum Schwierigkeiten entstehen; „Das Arroganzprinzip“ nach Peter Modler erläutert viel über die unterschiedliche Kommunikation von Männern und Frauen; „Sieger erkennt man am Start – Verlierer auch“ von Dieter Lange befasst sich damit, dass man durch seine eigenen Ängste muss, um sie zu besiegen und setzt sich in einer besonderen Weise mit Erfolg auseinander. So gibt es unzählige Ratgeber und Persönlichkeitstests, die Ihnen in Ihrer Arbeitswelt weiterhelfen werden. Aber eines können sie alle nicht ersetzen. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie sich erst einmal bewusst mit sich selbst auseinander setzen. Halten Sie sich den Spiegel bewusst vor. Lernen Sie sich kennen, dann können Sie auch andere Menschen besser verstehen und sich selbst und andere mit ihren Stärken und Schwächen besser annehmen.

Der erste Schritt zur Selbstreflexion 

bild3Um Ihnen den ersten Schritt zu erleichtern, können Sie sich an dieser Stelle zu Ihrer „Selbstreflexion“ Ihre Arbeitsgrundlage runterladen. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um Ihre persönliche Selbstreflexion auszufüllen. Dann können Sie Ihren ganz persönlichen Erfolg planen und kontrollieren! Legen Sie die „Selbstreflexion“ gemeinsam mit Ihrer „Definition von Erfolg“ und den Ergebnissen Ihrer „Spiegelanalyse“ an einen Ort, der Ihnen wichtig ist. Machen Sie sich eine Notiz in den Kalender, wann Sie erneut auf Ihre Unterlagen gucken wollen und überprüfen Sie an dem Tag, wie viel Sie Ihrem persönlichen Erfolg näher gekommen sind.

Erleben Sie das Glücksgefühl, wie viel Spaß und Erfüllung Ihnen Ihr Erfolg bringt, seit Sie sich bewusst damit beschäftigen! Ob Sie vom Leben bevorteilt sind oder nicht, egal, was Ihre Aufgabe ist, auch Sie können erfolgreicher sein! Es wird Ihnen nichts geschenkt, aber wenn Sie wissen, was Sie wirklich wollen, macht es auch Spaß viel dafür zu geben, denn es kommt auch viel zu Ihnen zurück. Alles fängt mit dem ersten Schritt an!

A.-K. Orthmann kleinAnne -Kathrin Orthmann

Bildungswissenschaftlerin B. A.

Anne-Kathrin Orthmann ist seit vielen Jahren erfolgreich als Personalentwickler tätig. Ihre Schwerpunkte in der Selbständigkeit liegen dabei in den Bereichen Kommunikation und Führung, dem Umgang mit schwierigen Situationen im Arbeitsalltag, sowie der Motivation und dem Zeit- & Stressmanagement. Ihre individuelle Beratung, ein abgestimmtes Konzept sowie eine umfassende Prozessbegleitung, führen dabei zu lösungsorientieren Ergebnissen, die schnell umgesetzt werden können.

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Bildnachweis: www.flickr.com/photos/nadjagolitschek/

 

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