Bild2Wir führen heute in der Wirtschaft über alles Buch, nur nicht über die Zahl der gescheiterten Ideen. Dabei wissen wir doch alle, wie viele gute Ideen aus schlechten oder nicht praktizierbaren entstehen.Es ist schade, dass wir Deutschen ein Problem mit dem Scheitern haben. Liegt das daran, dass wir alles perfekt machen wollen? Liegt das daran, dass wir vieles auch sehr perfekt machen? Oder daran, dass wir schon früh in der Schule den Wettbewerb kennen lernen?

Oh nein, nicht diese Debatte wieder. Gleich setzt sich da jemand wieder für die Abschaffung von Noten ein. Nein. Es geht mir um etwas Anderes. Es geht mir darum, dass Ideen generell schon viel frühzeitiger mehr Wertschätzung bekommen. Ein umfassenden Unternehmensarchiv für gescheiterte oder verworfenen Ideen gleich einer Patentdatenbank ist da äußerst hilfreich. Das gibt es ja bei vielen Unternehmen bereits im Rahmen des Ideenmanagements. Ein Ideenwettbewerb aber ließe sich darüber hinaus ganz besonders in Schulen institutionalisieren und würde der kreativen Gruppenarbeit einen enormen Aufschub geben.

Rehype it – Warum Ideen eine zweite Chance verdient haben

Manchmal kommen gute Ideen zum falschen Zeitpunkt. Das ärgert besonders dann, wenn schlechte zum richtigen Zeitpunkt kommen und sich durchsetzen, obwohl sie langfristig keinen Markt haben. Rehype it ist ein Unternehmen in Konstanz, das sich im Geschäftsfeld darauf fokussiert hat, Start-up-Gründungen im IT-Bereich zu unterstützen. Damit kommt das Unternehmen zwangsläufig in Kontakt mit Unternehmen, die schon einmal verworfen wurden. Wie im Leben hat jeder und alles eine zweite Chance verdient. Wir müssen auch in Schulen solche Marktplätze schaffen, denn ein Grund für die in Deutschland kaum mehr vorhandene Gründerkultur ist die Angst vor dem Scheitern.

Ganzjährige Ideenwettbewerbe an Schulen

Jugend forscht. Diesen Ideenwettbewerb gibt es doch schon. Ja. Aber was mir vorschwebt, ist der Gedanke, an den Schulen einen Ideenmanager einzusetzen, der die Ideen der Schüler von Verbesserungsideen bis zu markttauglichen Geschäftsideen mit einem Gremium eng begleitet, diskutiert und bewertet. Mit dieser Vorstellung wird ganz selbstverständlich das Realität, was sich viele Pädagogen schon lange wünschen, nämlich die aktive Schule. Der Ganztagsunterricht könnte damit von einer momentan noch häufig in der Qualität zu bemängelnden Verwahrzeit zu einem echten belebenden Moment werden, auf den sich die Schüler freuen.

Deswegen ist es ratsam, dass Ministerien und Schulen dazu übergehen, sich noch mehr Gedanken darüber zu machen, wie sie den ganztägigen Unterricht langfristig gestalten. Mit einem Ideenmanagement an Schulen, das sich um das Kreativpotenzial unseres Landes kümmert, könnte man einen echten Qualitätssprung machen. Dann könnte die Wirtschaft mittelfristig auch von ihrer G8-Forderung wieder abrücken, denn die von der Wirtschaft häufig monierten Sozialkompetenzen bei jungen Menschen erlernen die Schüler damit wieder verstärkt in der Schule.

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