wzfDas Thema Bewerbung ist ja an sich ein ewiges Top-Ten-Thema in Sachen Beruf und Karriere und wird sich wohl nie endgültig totreden lassen. Auch wir geben ja immer wieder Tipps, wie „gute Bewerbungs-
unterlagen“ auszusehen haben. Spannend wird es dann, wenn wir selbst Stellen ausschreiben. Vorneweg: Bei vielen Bewerbern gibt es noch Potenzial nach oben! Und da ist es eigentlich egal, welchen Abschluss oder welche Vorerfahrung die Kandidaten mitbringen. Ab und an kommen immer ein paar richtige Knaller. Und das ist nicht nur der falsch geschriebene Firmenname…

Ein paar Highlights aus meinen zwei Jahren Erfahrung:

Das Bewerbungsbild, Teil I: Wirke blass und vornehm

Ein schönes Bild: Die Bewerberin steht offensichtlich schon im Dunkeln vor der weißen Zimmerwand. Ein freundlicher Helfer macht mit der Digicamp ein Frontalfoto. Ergebnis: Eine leichenblasse Bewerberin im Blitzlicht vor einer noch blasseren Wand – einziger Farbfleck: Der dicke Winterschal, den sich die Bewerberin halskrausenartig umgelegt hat.

Die Bewerbungsmappe, Teil I: Alles zum Selberbasteln

Ein Bewerber zieht die Bewerbung recht professionell auf und fertigt Anschreiben, Deckblatt, Lebenslauf etc.. an. Vorbildlich. Allerdings legt er für jedes seiner einzelnen Blätter ein eigene PDF an, insgesamt zwölf Dokumente finde ich im Anhang der Mail. Die heißen dann Deckblatt, Lebenslauf, Zeugnis, Zeugnis-FirmaX, Zeugnis-FirmaY oder auch mal Zeugnis-FirmZ-Seite1 und Zeugnis-FirmaZ-Seite2 und so weiter.

Jetzt stellt sich natürlich für alle Beteiligten die Frage: Kommen denn eigentlich auch nachts die Heinzelmännchen zu uns ihn die Firma, drucken alles aus, bringen alles in die richtige Reihenfolge und legen es dann schön geordnet in einer Mappe dem Chef vor?

Das Bewerbungsbild, Teil II: Wirke jung und spritzig

bewerbungsfotoAuch ein schönes Motiv, wofür ich eventuell einfach zu spießig bin: Halbkörperaufnahme, der männliche Bewerber lehnt sich lässig in Front an die Wand, Arme „dynamisch“ verschränkt, ein Bein an die Wand gestützt. Das Jackett ist offen, darunter ein T-Shirt mit V-Ausschnitt, wobei das V quasi bis zum Bauchnabel reicht. Dank der gestochenen Farbe kann ich im Prinzip jedes Brusthaar bis kurz vor der Gürtelschnalle einzeln zählen. Das einzige was mich davon abhält – es sind eindeutig zu viele.

Die Bewerbungsmappe, Teil II: Lustiges Hin-und Herschieben

Auch bei uns in der Firma nutzt bestimmt niemand tatsächlich alle tollen Word-Funktionen, die es gibt. Aber ein paar Grundfunktionen beherrschen hier doch die meisten. Interessant zu sehen, wie kreativ dann aber manche Bewerber werden, auch ohne Vorlage einen ansprechenden Lebenslauf zu basteln.

Da werden Zeilensprünge gesetzt, diverse Leerzeichen durchgetippt und irgendwie auch noch ein Bild mit copy/paste und wieder unter Verwendung diverser Leerzeichen in die richtige Ecke gerückt. Schön für uns, wenn das Ganze dann auch im Word-Dokument zu uns kommt und wir diese ganze wilden „Arbeitsschritte“ sehen und nach Lust und Laune ebenfalls hin und her schieben können.

Das Bewerbungsbild, Teil III: Wirke seriös und kompetent

Eine Bewerberin, vielleicht Mitte 20, möchte auf Nummer sicher gehen und nimmt den „Komme-auf-jeden-Fall-seriös-rüber-und-das-zu-jedem-Preis-Weg“. Gesagt getan: Gewählt wird der „Kippe aus einer Ecke in Halbfrontale in das Bild hinein-Ausschnitt“. Dazu gibt es einen klassischen schwarzen Hosenanzug, kombiniert mit einer weißen Bluse und adrett frisierten Dutt. Um den Eindruck einer gefühlten 45-jährigen Sparkassen-Mitarbeiterin zu perfektionieren, legt sie zur Krönung die weiße Perlenkette an, die sich hervorragend zu den ebenfalls weißen riesengroßen Perlenohrringen machen…

Die Bewerbungsunterlagen, Teil III: Präsentation mit kostenlosem Sehtest

bewerbung-lebenslaufMittlerweile kommen auch häufig Bewerbungen rein, die über das klassische Bewerbungsformat hinausgehen. Solche Powerpoint-Präsentationen sind natürlich gerade im Online-Bereich sehr beliebt und manchmal richtig ansprechend gestaltet. Die letzte, die ich erhalten habe, führte allerdings kurzzeitig dazu, dass ich an meiner Sehfähigkeit gezweifelt habe. Es ging los mit einem förstergrünen Deckblatt, auf dem die Daten kaum zu erkennen waren.

Auf den folgenden Seiten waren dann solche „funky“ Hintergründe in Anschreiben und Lebenslauf kopiert, dass meine Augen dort schon einer leichten Irritation unterlagen. Was dann aber tatsächlich zur kurzzeitigen Angst um meine Sehfähigkeit geführt hat, waren die offensichtlich so unscharf eingescannten Arbeits- und Schulzeugnisse, dass ich tatsächlich dachte, ich sitze gerade im Sehtest. „Jetzt die Zwei – wird es eher besser oder schlechter?“ „Mhmmm, eindeutig schlechter….“

 

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