Business Finish Line

Ingenieure sind auf dem Arbeitsmarkt gesuchte Fachleute. Nicht selten wird von Ingenieurmangel gesprochen und von der Sorge, dass Deutschland ohne diese ausgebildeten Fachkräfte mittelfristig an Innovationskraft einbüßen wird. Die Nachfrage ist dementsprechend in den letzten Jahren noch einmal gestiegen.

Die Menge an Stellenanzeigen in den führenden deutschen Jobportalen, wie Stepstone, bestätigen dies. Aktuell sind über 13.000 Stellen für Ingenieure und Techniker unbesetzt. Die Chancen stehen also grundsätzlich sehr gut für (angehende) Absolventen. Welche Fachrichtung am häufigsten gesucht wird, hängt von der Nachfrage der Unternehmen ab. Wir haben euch die drei möglichen Einstiegsvarianten mit ihren Vor‐ und Nachteilen zusammengestellt:

 Einstieg bei einem Großkonzern

Meeting

In großen Konzernen bietet sich die Möglichkeit auch international zu arbeiten.

Für viele Studenten steht ein Großkonzern auf der Wunschliste als Arbeitgeber. Auf den ersten fünf Plätzen finden sich vier Unternehmen der Automobilindustrie- Audi, BMW, Porsche und Mercedes. Dazu kommt als größtes Elektronikunternehmen Deutschlands die Firma Siemens. Großkonzerne dieser Art bieten verschiedene Vorteile für Ingenieure.

Zu allererst befinden sich diese Unternehmen zumeist in den großen Städten oder in unmittelbarer Stadtnähe. Gerade für junge Menschen bietet dies einen gewissen Anreiz, da sie auf die vielen (Freizeit‐)Möglichkeiten einer Großstadt nicht verzichten möchten.

Daneben besteht bei großen Konzernen oft die Möglichkeit auch international tätig zu werden. Viele haben verschiedene Standorte über den ganzen Kontinent verteilt, sodass es durchaus nicht ungewöhnlich ist, im Rahmen seiner Anstellung eine gewisse Zeit im Ausland zu arbeiten. Durch die speziellen Career‐und Förder‐Programme, die die Konzerne anbieten, erhoffen sich Absolventen zudem besonders gute Karriere‐ und auch Verdienstmöglichkeiten.

Umgekehrt jedoch haben Großunternehmen in ihrer Personalplanung sehr klare Strukturen und damit auch Aufstiegspläne. Wer neu in einem solchen Unternehmen einsteigt, wird zunächst vermutlich in einem sehr konkreten und thematisch begrenzten Projekt eingesetzt werden. Erst nach einigen Jahren Berufserfahrungen werden flexiblere Positionen mit Fach‐ oder Führungsverantwortung möglich.

Karriere im Mittelstand

Für einen Einstieg im mittelständischen Unternehmen sprechen verschiedene Vorteile. Zum einen sind diese meistens schon vor Ort oder im näheren Umkreis zu finden. Gerade für Absolventen, die familiengebunden sind und gerne in ihrer Heimat‐ und Studienstadt bleiben möchten, ist dies ein Vorteil.

Auch von den Arbeitsanforderungen bietet eine Anstellung in einem klein‐ und mittelständischen Betrieb Vorzüge. Aufgrund enger Personalstrukturen werden Neueinsteiger von Beginn an mit fachlich anspruchsvollen Aufgaben vertraut. So ist es in einem mittelständischen Unternehmen möglich, frühzeitig Projektführung und Verantwortung zu übernehmen.

Was darüber hinaus von vielen Ingenieuren als positiv gewertet wird, sind die flachen Hierarchien. Damit sind die Entscheidungswege oft kürzer und Entwicklungen können zügiger vorangetrieben werden.

Einblicke über den Ingenieurdienstleister gewinnen

Fachinformatiker

Als Ingenieur arbeitet man in der Zeit beim Personaldienstleister an verschiedenen Projekten.

Wer nach dem Studium noch unentschlossen ist, für den kann ein Ingenieurdienstleister in Frage kommen. Der klare Vorteil hierbei ist, dass man sich nicht direkt auf eine Branche festlegen muss. Stattdessen kann man sehr unterschiedliche Bereiche aus der Ingenieurtätigkeit kennenlernen. Auch ist man in dieser Zeit viel unterwegs und hat die Möglichkeit zum Teil auch international zu reisen und zu arbeiten.

Ein Ingenieurdienstleister entwickelt keine eigenen Produkte, sondern vermittelt entsprechendes Fachpersonal. Dabei sind die Ingenieure im Regelfall fest über den Dienstleister angestellt, werden dann aber bei verschiedenen Projekten nach Bedarf von anderen Firmen für eine gewisse Zeit eingesetzt. Das kann im Flugzeugbau ebenso wie in der Konstruktion von Küchengeräten sein. Gerade für Berufseinsteiger bietet dies die Möglichkeit, verschiedene Branchen kennenzulernen und damit den eigenen Weg in den Traumberuf zu ebnen.

Vorab genau informieren

Grundsätzlich sollten sich Absolventen frühzeitig über diese verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten informieren. Wer zum Beispiel während des Studiums schon Praktika bei verschiedenen Unternehmen gemacht hat, hat zumeist schon einen Favoriten. Auch das Gehalt sollte hier nicht als Kriterium gesehen werden. Zwar zahlen Großkonzerne im Regelfall etwas mehr als mittelständische Unternehmen oder Dienstleister in der Einstiegsphase. Allerdings kann sich dies nach den ersten Jahren durchaus angleichen. Dementsprechend sollten vor allem die eigenen Vorlieben und Wünsche an den ersten Job klar sein, damit der Karriereeinstieg als Ingenieur erfolgreich wird.

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