BurnoutWo Menschen gemeinsam viel Zeit verbringen und miteinander arbeiten, können Konflikte entstehen. Dies tritt immer wieder auf und kann auch in den besten („Abteilungs-)Familien“ passieren ohne dass dadurch langfristig das Arbeitsklima gestört wird. Was ist aber, wenn der Konflikt eskaliert und Kollegen oder Mitarbeiter dauerhaft Opfer von Schikanen anderer werden?

Obwohl immer mehr Menschen betroffen sind, wird Mobbing am Arbeitsplatz nur selten offen thematisiert. Wir haben deswegen mit dem www.ifb.de – dem Institut zur Fortbildung von Betriebsräten – gesprochen. Das ifb gibt für Betriebsräte klare Hilfestellungen zu diesem Thema.

Mobbing hat viele Gesichter

Dissatisfied Business Lady

Mobbing kann sich im Büro auf viele Arten und Weisen äußern.

Von Mobbing spricht man, wenn ein Arbeitnehmer zielgerichtet bedrängt oder kontinuierlich schikaniert wird. Dabei geht es nicht um kleinere Streitereien oder die typischen Konflikte im Büro. In Abgrenzung zu solch Konfliktsituationen zielt Mobbing am Arbeitsplatz für das Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (BMSG) „auf Ausgrenzung ab und greift den Betroffenen an seinen psychischen, biologischen und sozialen Grundlagen an“.

Diese Diskriminierung kann allerdings sehr unterschiedliche Formen und Ausprägungen haben, zum Teil ist es vielleicht nur die missbräuchliche Ausübung von Macht, zum Teil können sich die Schikanen bis in das Privatleben hinein erstrecken. In der Arbeitswelt lässt sich das Mobbing in „Bossing“ und „Staffing“ unterteilen. Dabei ist das Bossing die typische Art des Mobbings, da hier von oben nach unten – also von Führungskraft zu Mitarbeiter gemobbt wird. Dabei haben diese es im Regelfall besonders schwer, da selten die Möglichkeit besteht, gegen den eigenen Chef vorzugehen. Beim „Staffing“ hingegen tritt der umgekehrte Fall ein. Mitarbeiter attackieren einzelne Führungskräfte, um deren Ansehen zu schädigen und Handlungskompetenz zu unterwandern.

Betriebsvereinbarung kann schützen

Wer eine Betriebsvereinbarung über Mobbing beschließt, sichert für alle Mitarbeiter einen verbindlichen Verhaltenskodex. Zum einen signalisiert der Betrieb soziales Problembewusstsein, zum anderen gibt sie auch Führungskräften eine ganz klare Grundlage, um konsequent gegen Mobber vorzugehen und diesen mit Sanktionen zu drohen.

Gemeinsam mit den Führungskräften kann der Betriebsrat eine solche Vereinbarung zu Mobbing, genauso übrigens wie Diskriminierung oder auch sexuelle Belästigung, erarbeiten und in den Unternehmenswerten fest verankern.

Was der Betriebsrat noch tun kann

contentNeben solchen offiziellen Handlungen kann der Betriebsrat allerdings noch mehr tun, um vor Mobbing zu schützen. Um Spannungsquellen, die eventuell zu Mobbing führen könnten, zu vermeiden, können sie direkt bei der Planung von Arbeitsabläufen oder auch neuen Arbeitsplätzen mit involviert werden. Er kann aber auch in anderen Bereichen durch eine aktive Einflussnahme frühzeitig Mobbing  verhindern, zum Beispiel indem er bei der Gestaltung von Dienstplänen mitwirkt oder Überstundenregelungen etc. kontrolliert.

Wenn ein Fall von Mobbing trotzdem auftritt und der Betriebsrat hiervon erfährt, sollte er mit den Betroffenen zunächst die aktuelle Situation analysieren. Dabei ist zu diskutieren, wie der Konflikt entstanden ist, wer daran beteiligt ist und ob der Konflikt lösbar erscheint. Dabei ist es wichtig, nicht frühzeitig Partei zu ergreifen, sondern alle Seiten unabhängig voneinander die Problematik schildern zu lassen.

Vermitteln und zur Not durchgreifen

Während seiner Vermittlungstätigkeit sollte der Betriebsrat immer als Vermittler auftreten und den Konflikt zwischen den Parteien zu einer Lösung zu bringen. Bei einem eindeutigen Mobbing-Fall und klarer Beweislage muss er Sanktionen einfordern. Dies kann bis zur Suspendierung des jeweiligen Mitarbeiters gehen.

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