Bild2Über 300 Studiengänge mit Nachhaltigkeitsbezug werden deutschlandweit mittlerweile angeboten. Das Interesse an zukunftsbildenden Themen nimmt unter jungen Menschen zu. In Zeiten von Rohstoffknappheit, Klimawandel, Hunger und sozialer Ausbeutung ist die Ignoranz westlicher Wohlstandsgesellschaften kein Lösungsansatz der Probleme, sondern selbst zu einem großen Teil der Probleme geworden. Geistes- und naturwissenschaftliche Bachelor- und Masterstudiengänge bieten mit Themenschwerpunkten zur Nachhaltigkeit gute Ausbildungsperspektiven, die richtungsweisend sein werden  (Quelle: Leitfaden Nachhaltigkeit).

Bildung mit Nachhaltigkeitsbezug schärft das Bewusstsein

Wer sich wissenschaftlich mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen der Globalisierung auseinandersetzen will, findet hierfür in nahezu allen Disziplinen Angebote an Hochschulen und Fachhochschulen. So schwammig der Begriff „Nachhaltigkeit“ noch für den einen oder anderen ist, so klar sind doch die Absichten und Ziele, die mit dem Schlagwort verbunden sind.

Es geht in den Inhalten um ethische Zielsetzungen in Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Weil sich die lokale Handlungsverantwortung in komplexen, globalen Prozessen zu verflüchtigen droht, spüren viele junge Menschen heute stärker denn je, dass sie ein wesentlicher Teil der Zukunftsgestaltung sind. Die Bildung in Studiengängen mit Nachhaltigkeitsbezug schärft das Bewusstsein, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen zu müssen.

Corporate Social Responsibility – Ganzheitlich denken

Die soziale Unternehmensverantwortung (Englisch – Corporate Social Responsibility oder kurz CSR) spielt für Unternehmen eine große Rolle. Ab 2016 sind Unternehmen mit einer Mitarbeitergröße von über 500 Mitarbeitern laut einer neuen EU-Verordnung berichtspflichtig, das heißt, sie müssen allen Interessengruppen (Stakeholder) auch nicht-finanzielle Informationen über Nachhaltigkeitsstrategien und Lieferantenketten mitteilen. Diese Dokumentationspflicht wird in vielen Unternehmen schon durch sogenannte Nachhaltigkeitsberichte realisiert.

Kleinere und mittlere Unternehmen tun gut daran, auch ohne gesetzliche Verpflichtung mit Nachhaltigkeitsberichten auf die steigenden Ansprüche der Kunden und Verbraucher zu reagieren. Hier tun sich zukünftig jedenfalls große Aufgabenfelder für Nachhaltigkeitsexperten auf. Ganzheitlich denken bedeutet, die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft nicht gegeneinander auszuspielen.

Individuelle Karriere und soziale Verantwortung

Bei der Studienwahlentscheidung müssen junge Menschen entscheiden, ob sie ein rein individueller Karriereweg interessiert oder ob sie die eigene Karriere mit der Übernahme einer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung denken, also in einem sinnstiftenden Gesellschaftskontext. Letzteres ist keinesfalls ein Widerspruch, sondern ergänzt sich gut, weil soziale Kompetenzen ohnehin in der Berufspraxis bedeutsam sind und bedeutsamer werden. Zentrale Fragen nachhaltiger Studiengänge sind: Wie wohnen wir morgen? Wie wirtschaften wir morgen? In welcher Gesellschaft leben wir morgen?

Studiengänge der Architektur, der Ernährungs- und Geowissenschaften, aber auch die klassischen Studienfächer wie Betriebs- und Volkswirtschaft bieten fokussierte Schwerpunktthemen mit Nachhaltigkeitsbezug ein. Dies ist längst nicht mehr nur ein Trend sondern eine notwendige inhaltliche Schwerpunktveränderung, die zukunftsweisend ist. Wir brauchen junge Menschen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

 

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