buchEine berufliche Neuorientierung oder auch Weiterbildung ist für viele schwierig umzusetzen. Besonders wenn sie sich in der Arbeitslosigkeit wieder finden, kann es schwer sein, dieses Ziel vor allem finanziell umzusetzen. Da kann für viele ein Bildungsgutschein durch die Agentur für Arbeit eine sinnvolle Option sein. Auf diese Weise können sie sich neu orientieren oder aber ihren bisherigen Karriereweg durch eine zusätzliche Ausbildung sinnvoll ergänzen und sich so für den Arbeitsmarkt attraktiver machen.

Wer wird gefördert?
Auf diese Zielgruppen ist ein Bildungsgutschein zugeschnitten:

  • wenn durch die Weiterbildung die erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, eine passende Stelle zu finden;
  • es gibt für den Betroffenen keine andere, adäquate Möglichkeit, eine längerfristige Anstellung zu finden. Es geht also um die erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung;
  • der Betroffene muss bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben oder aber drei Jahre beruflich tätig gewesen sein;
  • es werden nicht nur Arbeitslose gefördert, sondern auch solche, deren Arbeitsvertrag ausläuft bzw. diejenigen, die vor der Kündigung stehen.

Dieser Gutschein bedeutet nicht, dass frei darüber verfügt werden kann. Vielmehr muss er gut begründet sein und das nächste Ziel – der nächste Karriereschritt – muss ernsthaft verfolgt werden. Es geht keineswegs darum, in einen neuen Beruf hineinzuschnuppern. Auch muss die Aus- bzw. Weiterbildung realistisch sein und gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt gewährleisten. Das schließt auch Faktoren wie z.B. das Alter ein: Zwar gibt es keine offizielle Altersgrenze, aber dennoch wird darauf geachtet, dass ein erhöhtes Alter dem beruflichen Wiedereinstieg nicht erschwerend im Wege steht.

Das Ziel ist immer noch der reibungslose Übergang in das Berufsleben. Sind all diese Bedingungen erfüllt, wird dem Antrag immer noch nicht automatisch zugestimmt. Denn es liegt auch am Gesamtbudget, das für solche Fälle zur Verfügung steht. Deswegen gilt: Wer sich früh im Jahr für eine geförderte Weiterbildung interessiert, hat höhere Chancen auf eine Bewilligung.

Die Rahmenbedingungen werden vorher festgelegt

Der Bildungsgutschein ist als Vereinbarung des Arbeitsamtes mit dem Geförderten zu verstehen. Deswegen werden in ihm die Rahmenbedingungen vorher genau festgelegt, die dann eingehalten werden müssen. Dabei handelt es sich um das konkrete Bildungsziel, die erforderliche Dauer, um dieses zu erreichen, den regionalen Geltungsbereich und die Gültigkeitsdauer von 3 Monaten. So sichert sich die Agentur ab, dass die Gelder sinnvoll genutzt werden und nur in wirklich Interessierte investiert werden. Auch werden regionale Weiterbildungsstätten bevorzugt behandelt. Überregionale Angebote werden nur dann gefördert, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.

Was ist zu beachten

Ein Bildungsgutschein ist an einen bestimmten Zeitraum gebunden. Denn in der Regel ist er nur 3 Monate gültig. In diesem Rahmen muss ein Ausbildungsplatz gefunden worden sein. Es gilt also wieder, sich möglichst frühzeitig um einen entsprechenden Antrag zu bemühen, auch um den Bearbeitungszeitraum der verschiedenen Einrichtungen zu berücksichtigen. Scheitert es daran, dass kein geeigneter Fortbildungsplatz innerhalb der 3 Monate gefunden wurde, gibt es die Möglichkeit, einen erneuten Bildungsgutschein zu beantragen. Bei der Suche nach der entsprechenden Ausbildungseinrichtung, an der das Bildungsziel realisiert werden kann, sollte darauf geachtet werden, dass sie Kooperationspartner der Arbeitsagentur ist.

Konkret heißt das, dass sie AZAV (früher AZWV)-zertifiziert sein muss. Eine gute Übersicht der infrage kommenden Weiterbildungsstätten ist die Datenbank KURSNET im Internet. Natürlich können bei der Fülle an möglichen Fortbildungen nicht alle gefördert werden. Aber es findet sich dennoch eine breite Palette an Möglichkeiten, die sich zusammen mit dem Arbeitsberater erarbeiten lässt. Wichtig ist, dass sich der Ausbildungswunsch mit den eigenen Voraussetzungen und realistischen Vorstellungen in Einklang bringen lässt. Das Arbeitsamt orientiert sich dabei auch stark an den Trends des Arbeitsmarktes.

Wer sich für einen Bildungsgutschein interessiert, geht am besten schon so gut wie möglich vorbereitet zu seinem Arbeitsvermittler. Im konkreten Falle heißt das, dass sich der Interessierte starke Argumente für seine gewünschte Ausbildung zurechtlegt und im Idealfall schon verschiedene Einrichtungen recherchiert hat, die entsprechend zertifiziert sind und Bildungsgutscheine annehmen.

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