junge asiatische frau im büroWie eine Person auf uns wirkt, wird nur von einem sehr geringen Teil davon bestimmt, was sie tatsächlich sagt oder weiß. Vielmehr als der Inhalt beeinflusst uns ihr generelles Auftreten. Wir entscheiden über die Haltung, die äußere Erscheinung sowie die Mimik und Gestik wie jemand auf uns tatsächlich wirkt und welchen Eindruck er bei uns hinterlässt. Vor allem im Beruf ist ein sicheres Auftreten in vielen Situationen entscheidend.

Die Haltung

Die allgemeine Körperhaltung einer Person verrät schon viel über ihren Charakter, ihrer Verfassung und Stimmung. Ob derjenige in dem Moment nervös, zufrieden oder gelassen ist, ist oft schon an der Art und Weise seiner Haltung zu erkennen. Gerade in beruflichen Situationen sollte deswegen auf die eigene Körperhaltung geachtet werden.

Wer allzu lässig an der Wand gelehnt steht oder sich breitbeinig in den nächsten Stuhl „hängt“, der signalisiert seinem Gesprächspartnern Desinteresse und Überheblichkeit. Wer dagegen verkrampft oder mit zusammengezogenen Schultern (also sich „kleiner macht“) auftritt, dem ist die Nervosität und das Unwohlsein direkt anzuerkennen.

Begegnen Sie anderen Menschen deswegen gerade auch im beruflichen Umfeld in einer aufrechten und geöffneten Haltung.  Als Tipp sollten dabei beide Füße fest auf dem Boden und etwa hüftbreit auseinander stehen. Damit ist das Gewicht gleichmäßig verteilt und sichert einen ruhigen Stand. Ihrem Gegenüber signalisieren Sie nicht nur eine Selbstsicherheit, sondern auch Offenheit.

Auch in einer sitzenden Position sollten Sie darauf achten, dass beide Füße parallel nach vorne gestellt werden. So vermeiden Sie automatisch ein „Absacken“ in den Stuhl. Mit einem leicht nach vorne gebeugten Oberkörper zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner Aufmerksamkeit und Interesse.

Die Mimik

Bewerbungsfotos

Eine übertriebene Gestik wirkt eher unnatürlich.

Unter Mimik versteht man die sichtbaren, aber auch kaum wahrnehmbaren Bewegungen der Gesichtsmuskulatur, die Ausdruck unserer Reaktionen und Empfindungen sind. Gefühle wie Trauer, Langeweile, Freude oder Wut lassen sich leicht erkennen und spielen oft mit anderen Körpersignalen zusammen. Aber auch wenn viele Teile der Mimik instinktiv vom Gegenüber richtig gedeutet werden, bleibt immer auch ein Teil als Interpretation sehr subjektiv.

Der Gesichtsausdruck für Sie als Redner, Bewerber oder Mitarbeiter spielt daher eine wichtige Rolle. Gezielte Elemente der Mimik können das Gesagte unterstreichen und lassen Ihre Zuhörer aufmerksam bleiben. Allerdings sollten Sie hier auch auf Authentizität achten. Eine übertriebene Mimik wirkt unnatürlich und sorgt im schlimmsten Fall für ungewollte Komik.

Auch als Zuhörer können Sie mit Ihrer Mimik die richtigen Signale senden. Denn Ihr Redner reagiert unterbewusst auf Ihre Mimik, die Sie ihm zeigen. Schauen Sie gelangweilt oder ihm konsequent nicht in die Augen, dann kürzt er seine Geschichte ab. Wenn Sie dagegen ihn ansehen und lächeln, führt dies auch zu einer positiven Reaktion bei Ihrem Gesprächspartner, der noch mehr Details einstreut um die „gute Story“ auszubauen.  Ein offenes und positives Lächeln zeigt also freundliche und interessierte Absichten, die Ihr Gegenüber ebenfalls positiv wahrnehmen wird.

Die Gestik

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Auch übertriebene Gesten wirken gespielt.

Gestik begleitet eigentlich immer unsere gesprochene Sprache. Meist geschieht das aber sehr unbewusst, weshalb es auch schwierig ist, hier „Gesten zu trainieren“. Trotzdem sollten Sie einfach in den nächsten Gesprächen einmal darauf achten, wie Sie Ihre Hände beim Sprechen einsetzen.

Wichtig beim Einsatz der Hände ist natürlich, dass Ihr Gegenüber auch Ihre Hände sehen kann. „Versteckte“  Hände in der Hosentasche oder unter dem Tischen wirken negativ. Wer allerdings zu wild gestikuliert, macht einen wenig sachlichen Eindruck und kann durch weite ausladende Bewegungen eher verärgern – gerade  in kleinen Räumen fühlen sich andere Personen durch solche Gesten „bedrängt“.

Wer dagegen seine Arme komplett hängen lässt und „regungslos“  vorträgt oder sich unterhält, kann schnell langweilen. Das Fassen ins Gesicht, an die Nase oder das Greifen nach Haaren signalisiert dazu Unsicherheit.

Grundsätzlich gilt bei Gesten, dass diese aber vor allem authentisch und im Einklang mit dem Gesprochenen bleiben sollten und dieses in passenden Momenten unterstreichen.  Damit signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner Offenheit und eine Sicherheit über das Gesagte. Gerade in Vorstellungsgesprächen oder Vorträgen ist dies besonders wichtig. Insgesamt sollte sich ein stimmiges Gesamtbild ergeben, das nur aus einem natürlichen Zusammenspiel zwischen Haltung, Mimik und Gestik entstehen kann.

Tipps und weiterführende Infos

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie und Ihr Gesamtauftritt wirken oder wenn Sie gerade vor einer Bewerbungsphase stehen, dann ist es ratsam einfach einmal kurze Vorstellungen (von sich oder einem anderen Thema)  vorzutragen und das Ganze per Video aufzuzeichnen. Sich selbst zu sehen, ist zwar im ersten Moment sehr ungewohnt, hilft aber sehr effektiv unterbewusste  Handlungen und Gesten zu erkennen.

Wer sich für darüber hinaus noch mehr für das Thema Körpersprache interessiert, dem sein an dieser Stelle dieses kostenlose E-Book der erfolgreichen Business-Coaches Benedikt Ahlfeld und Anna Lassoncyk empfohlen. Es enthält viele weitere nützliche und interessante Informationen, etwa zu den internationalen Unterschieden bezüglich nonverbaler Signale.

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