jenga-turm„Praxis und Theorie, von Anfang an vereint!“ – so lässt sich der Begriff „duales Studium“ am schnellsten erklären. Ein Modell, das heutzutage Erfolge feiert, jedoch sein Grundstein bereits in den 70er Jahren hatte. Es handelte sich um Unternehmer aus Stuttgart, die damals die Idee dieses Studiums hatten. Mittlerweile ist es um einiges ausgereifter und gesellschaftlich vollkommen anerkannt. Das bezeugen auch die Zahlen. Schon 2014 nutzten rund 95.000 Studenten in Deutschland diesen Bildungsweg.

Was ist ein duales Studium im Detail?

schuelerstudium-istViele Unternehmen klagten in der Vergangenheit, dass Studenten zahlreiches Wissen im Bereich der Theorie mitbrachten, jedoch nicht in der Praxis. Ein duales Studium soll dieses Manko eindämmen. Der Student lernt quasi an der Hochschule und gleichzeitig in einem Betrieb.

So eignet sich der Absolvent in all den Studienjahren nicht nur Theoriewissen an, sondern auch viel Praxis. Einziger Nachteil, beim dualen Studium ist nur der Bachelor Abschluss möglich. Die Jobchancen sollte dennoch keiner unterschätzen. Absolventen, die ein duales Studium hinter sich brachten, sind gefragter denn je.

Für wen ist ein duales Studium interessant?

Von einem dualen Studium profitieren vor allem jene Menschen, die nicht nur den ganzen Tag im Hörsaal sitzen möchten, sondern auch an praktischer Arbeit von Anfang an interessiert sind. Eher ungeeignet ist solch eine Ausbildung für Studenten, die noch unentschlossen sind und sich erst für eine bestimmte Branche entscheiden möchten.

Wie läuft ein duales Studium ab?

Auf dem Gebiet kommen unterschiedliche Modelle zum Tragen. Meistens verbringt der Student drei Monate auf der Hochschule und danach drei Monate im Praxisbetrieb. Andere Modelle ermöglichen einen ständigen Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Wo beispielsweise unter der Woche gearbeitet und am Wochenende oder abends studiert wird. Das Bachelorstudium läuft etwa drei bis fünf Jahre, je nach Ausbildungsrichtung.

Wie bewirbt man sich für ein duales Studium?

Studenten, mit Interesse für ein duales Studium wird nahe gelegt, im Vorfeld einen Workshop zu besuchen, der bei der Vorbereitung für die Bewerbung hilft. Es werden Präsentationen erarbeitet und die wichtigsten Fragen beantwortet, um die Chancen auf ein duales Studium zu erhöhen. Solche Workshops werden regelmäßig von der Agentur für Arbeit angeboten. Ein Gespräch mit einem Studienberater wird ebenso empfohlen, der die wichtigsten Fragen mit dem zukünftigen Studenten abklärt.

Die Bewerbungs-Prozedere läuft in der Regel wie folgt ab. Der Bewerber bewirbt sich entweder direkt bei der Hochschule oder beim Unternehmen. Meistens läuft die Bewerbung direkt über ein Onlineformular. Neben den grundlegenden Daten ist vor allem eines entscheidend, das Motivationsschreiben. Je überzeugender die Worte, desto höher sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Und hier trennt sich bereits die Streu vom Weizen. Die meisten Arbeitgeber möchten Bewerber sehen, die es wirklich ernst meinen und wissen, wohin ihr Weg geht. Das ist der Unterschied zu Universitäten, wo jeder inskribieren kann.

Was ist beim dualen Studium anders als beim regulären Studium?

MartinKrengelDas positive an einem dualen Studium ist sicherlich die Erfahrung und die Praxis, die im normalen Studium einfach fehlt. Leider ist auch mit einer Doppelbelastung zu rechnen, die niemand unterschätzen darf. Die regulären Semesterferien fallen ebenso weg, weil Studenten im dualen Studium normalen Urlaubsanspruch haben. Statt Weltreisen und chillen, ist hier Arbeiten angesagt.

Welche Fächer kann man dual studieren?

Es gibt mittlerweile rund 1.500 duale Studiengänge die in der Datenbank www.ausbildungsplus.de abzurufen sind. Meistens handelt es sich um die Bereiche Wirtschaft, Ingenieurwesen, Sozialarbeit und Pflege.

Wie viel kostet das Studium?

Dies ist abhängig vom jeweiligen Unternehmen und der Hochschule. Es gibt Firmen, die übernehmen die Kosten komplett oder teilweise. Bei privaten Universitäten muss der Student meist selbst dafür aufkommen. Im Durchschnitt liegen die Kosten bei etwa 400 Euro pro Monat. Ein duales Studium bei der IUBH kostet im ersten Studienjahr rund 599 Euro monatlich und diese steigen bis auf etwa 655 Euro im 4. Jahr (Stand 2016). Gute Nachrichten für alle, die BAföG beantragen möchten. Das viel Dual Studiengänge sind Bafög berechtigt. Nähere Informationen erhalten Bewerber direkt auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wie viel kann man damit verdienen?

Studenten die sich für ein duales Studium entscheiden, genießen einen weiteren Vorteil, der nicht unerwähnt bleibt. Sie erhalten ein regelmäßiges Gehalt und somit hat man eine Sorge weniger. Die ewige Suche nach Promotion- und Sommerjobs bleibt dualen Studenten erspart. Die Verdienstmöglichkeiten sind je nach Unternehmen unterschiedlich hoch. Wer bei Aldi Süd arbeitet, erhält etwa 1.400 – 1.800 Euro im Monat, IBM zahlt nur 800 – 1.100 Euro. Dafür gibt es einen Mietkostenzuschuss obendrauf. Sicherlich sind die Einstiegsgehälter nicht die besten, dafür hat man dank dem fixen Einkommen den Kopf frei zum Lernen. Ist der Bachelor einmal geschafft, geht es dafür schneller die Karriereleiter hoch.

Fazit: Ein duales Studium weist viele Vor- und Nachteile auf. Wer weiß, was er will und seinen Weg bereits in jungen Jahren ebnen will, ist auf jeden Fall gut bedient, mit einer praxisnahen Ausbildung.

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