WiedereingliederungDie Weiterbildung zum Industriemeister verspricht viele Karriereperspektiven. Mittlerweile haben sich unterschiedliche Studienmodelle entwickelt, die auf die differenzierten Bedürfnisse der Interessierten eingehen. So werden die Weiterbildungslehrgänge wie zum Beispiel der Industriemeister IHK bei fain.de in einer Vollzeitvariante an mehreren Präsenzstandorten, in einer Teilzeitvariante mit Samstagsunterricht Vorort oder ortsunabhängig online in den Abendstunden angeboten.

Die Besonderheiten der unterschiedlichen Lehrmodelle, aber auch ihre Vor- und Nachteile sowie die Entwicklungen der Industriemeisterweiterbildung stellen wir im Folgenden noch einmal genau vor.

Eine Weiterbildung mit Karrierefaktor

Die Qualifikation zum Industriemeister ist nach wie vor einer der beliebtesten Weiterbildungen unter Berufspraktikern. Auch in der Wirtschaft hat sie einen hohen Stellenwert, was noch einmal durch die Gleichstellung des Meister-Abschlusses IHK und des Bachelor-Studiums im Zuge des Deutschen Qualifikationsrahmens bestätigt wurde. Entsprechend sind auch aus dem Teilnehmerkreis nur positive Entwicklungen zu beobachten. So gaben in der letzten DIHK-Weiterbildungserfolgsumfrage aus dem Jahr 2014 83 Prozent der Befragten an, dass sie nach ihrem Meister-Abschluss aufgestiegen sind und mehr Verantwortung im Betrieb übernommen haben.

Wandel erfordert auch aktive Weiterentwicklung

Businessmen discussing reportSo eine positive Resonanz gelingt allerdings nur, wenn auch die Weiterbildung entsprechend  vorangetrieben wird. Denn  gerade durch den starken Wandel in der gesamten Branche, wie den Einzug neuer Technologien, haben sich auch die organisatorischen und sozialen Anforderungen an die Führungspersonen der Industriebetriebe verändert.

So stellen der Industriemeister und die Industriemeisterin nicht mehr länger nur die Rolle eines Vorgesetzten dar, die Arbeitsanweisungen delegieren.  Vielmehr fungieren sie in den Betrieben als Teammanager, die zwischen den einzelnen Abteilungen kommunizieren und fachlich vermitteln.

Dementsprechend hat sich auch die Weiterbildung zum  Geprüften Industriemeister/-in IHK verändert und weiterentwickelt. Mittlerweile liegt hier ein starker Fokus in der Vermittlung von Managementtätigkeiten, Personal- und Führungsqualifikationen sowie Prozesskoordinierung und -optimierung. Unabhängig vom Weiterbildungsmodell werden die Teilnehmer vor allem in den nötigen Soft Skills und Schlüsselqualifikationen geschult, um so auch branchenübergreifend von ihrem Praxiswissen profitieren zu können.

In  Vollzeit zum Meister

Etwa 25 Prozent der Weiterbildungsteilnehmer erlangen zurzeit ihren Abschluss nach etwa 16 bis 20 Wochen in einer Vollzeitweiterbildung. Damit bietet diese Variante die Möglichkeit in noch nicht einmal einem halben Jahr die höchstmögliche berufliche Qualifizierung in Deutschland zu erreichen. Allerdings sollte Interessierten klar sein, dass sie in diesem Zeitraum keinerlei anderer Tätigkeiten nachgehen können und komplett aus dem Betrieb herausgehen müssen. Die Kosten für den Lehrgang sowie laufende Kosten müssen dementsprechend vorab genau kalkuliert werden. Zudem steht für nicht wenige der Teilnehmer für die Zeit der Weiterbildung auch ein Ortswechsel an. Denn nicht in jeder Stadt wird die Weiterbildung zum Industriemeister angeboten.

Allerdings betonen Experten auch, dass gerade diese Variante die Möglichkeit bietet, sich komplett auf den Inhalt und den Lernstoff zu konzentrieren und nicht durch die Belastung Job und Weiterbildung gleichzeitig meistern zu müssen, abgelenkt wird. Auch ist die explizite Lernumgebung, das Arbeiten im Klassenverband und die durchgehende Betreuung durch die Dozenten, sicher ein großer Vorteil und kann helfen Motivationstiefs gar nicht erst aufkommen zulassen.

In Teilzeit zum Meister

business man with shipping containersAktuell entscheiden sich rund drei Viertel (75,5%) für eine Weiterbildung in Teilzeit. Dabei findet der Lehrgang zumeist  in der Woche abends und/oder am Wochenende statt. Je nach Fachrichtung dauert diese Art der Weiterbildung zwischen 24 und 36 Monaten. Der Grund warum diese Art von den meisten Weiterbildungsteilnehmern gewählt wird, ist gleichzeitig der größte Vorteil: Durch die Möglichkeit das Ganze nebenberuflich zu verfolgen, kann weiter im Job gearbeitet und das Einkommen gesichert werden.

Gerade mit dem Hintergrund, dass nicht nur die Kosten für die Weiterbildung erbracht werden müssen, sondern sich viele Teilnehmer bereits in einer fortgeschrittenen Familienplanung befinden, erscheint diese Wahl nachvollziehbar.  Durch die parallele Arbeit im Betrieb kann das erlernte Wissen zudem direkt in der Praxis angewendet und selbstständig überprüft werden. Nicht zuletzt der Betrieb profitiert ebenfalls davon, das neue Fachwissen unmittelbar auch in der täglichen Arbeit zur Verfügung zu haben. Durch die Möglichkeit die Teilzeitweiterbildung wahlweise im Institut oder auch online zu besuchen, fällt zudem auch ein Ortswechsel weg.

Allerdings sollten auch die Nachteile dieser Variante nicht verschwiegen werden, wie die Dozenten betonen. Nicht nur, dass die Weiterbildung insgesamt wesentlich länger dauert als die Vollzeitvariante, sie fordert auch über einen großen Zeitraum einen hohen Freizeitverzicht. Zudem sollten sich Interessierte darüber im Klaren sein, dass Beruf und Weiterbildung parallel auch immer eine hohe Doppelbelastung darstellt.

Vorab informieren und vergleichen

Wer sich für die Weiterbildung zum Industriemeister interessiert, der sollte bereits frühzeitig die Modelle untereinander für sich und die eigene Situation vergleichen. Dazu sollten auch die finanziellen Mittel und die örtlichen Bedingungen geklärt werden.  Ist Erspartes da, um gegebenenfalls auch circa ein halbes Jahr nicht zu arbeiten oder ist man auf den Lohn angewiesen? Gibt es Vorort eine Meisterschule oder wäre ein Ortswechsel nötig?

Auch die eigene persönliche Einschätzung spielt eine Rolle. Nicht jeder möchte gerne in einem Klassenverband lernen und zieht es vor, lieber nach der Arbeit alleine und in Ruhe zu lernen. Andere möchten auf Familie und Freunde in der Nähe eventuell nicht verzichten und sind von daher ortsgebunden. Insgesamt spielen viele Faktoren eine Rolle und können die Wahl sicher beeinflussen.

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