Inhaltsverzeichnis

Sport ist in Deutschland auch ein Wirtschaftszweig: Vereine, Verbände, Fitnessanlagen, Ausrüster, Veranstalter und Medienrechteinhaber beschäftigen Menschen, die betriebswirtschaftlich arbeiten und die Besonderheiten des Sportmarkts kennen. Der Fernlehrgang Sportmanagement der Deutschen Akademie für Management setzt an dieser Schnittstelle an. Diese Seite ordnet Zugang, Module, Abschluss und Alternativen ein.
Der Sportmarkt als Arbeitsfeld
Die organisatorische Grundlage bildet der Vereinssport: Der Deutsche Olympische Sportbund weist in seiner jährlichen Bestandserhebung rund 28 Millionen Mitgliedschaften in etwa 86.000 Vereinen aus. Weil viele Menschen in mehreren Vereinen Mitglied sind, entspricht diese Zahl nicht der Zahl der Sporttreibenden – sie zeigt aber, wie breit die ehrenamtlich getragene Struktur ist. Aktuelle Zahlen veröffentlicht der Deutsche Olympische Sportbund selbst.
Daneben steht der kommerzielle Teil: Fitness- und Gesundheitsanlagen, Sportfachhandel, Ausrüster, Eventagenturen, Vermarkter und Ligen. Die Aufgaben unterscheiden sich stark. In einem Verband geht es um Mitgliederverwaltung, Fördermittel und Gemeinnützigkeit, in einer Fitnesskette um Vertriebssteuerung und Standortrechnung, bei einem Veranstalter um Sponsoring, Rechte und Logistik. Wer Sportmanagement studiert oder lernt, sollte deshalb früh entscheiden, in welchen Teil des Markts er will – die Anforderungen liegen weit auseinander.
Was der Lehrgang vermittelt
Das Programm ist modular aufgebaut. Pflichtbestandteile sind das Wesen des Sportmarkts und die Grundlagen des Managements. Dazu kommen Wahlmodule, etwa Kundenbeziehungsmanagement, Standortmarketing und Projektmanagement. Nach den Vorgaben des Anbieters sind mindestens zwölf Module zu belegen, um den Abschluss zu erhalten.
Im Modul Kundenbeziehungsmanagement geht es darum, Instrumente zur Kundenbindung einzusetzen und ihre Wirkung anschließend zu messen – in einer Branche, die stark von Mitgliedschaften und Abonnements lebt, ist das der praktisch relevanteste Teil. Standortmarketing und Projektmanagement zielen auf Veranstaltungen und Anlagen.
Details zum Fernkurs Sportmanagement:
Die folgenden Angaben stammen vom Anbieter. Modulzuschnitt, Laufzeiten, Zugangsvoraussetzungen und Gebühren können sich ändern – prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Anmeldung direkt beim Anbieter.
| Voraussetzungen | Allgemeine Hochschulreife und mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung. Alternativ eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mindestens einem Jahr einschlägiger Berufserfahrung. Als weiterer Zugang gilt eine fünfjährige Berufserfahrung im Bereich Sport oder Wirtschaft. |
| Studienbeginn und Dauer | Der Einstieg ist jederzeit möglich. Die Regeldauer beträgt 12 Monate. Eine Mindestdauer gibt es nicht, sodass sich der Abschluss bei entsprechendem Tempo vorziehen lässt. Eine Verlängerung auf bis zu 24 Monate ist möglich, darüber hinaus nur auf Antrag in begründeten Fällen. |
| Studieninhalte | Pflichtmodule zum Sportmarkt und zu den Grundlagen des Managements. Wahlmodule unter anderem zu Kundenbeziehungsmanagement, Standortmarketing und Projektmanagement. Für den Abschluss sind mindestens zwölf Module zu belegen. |
| Abschluss | Zeugnis mit Ausweis der belegten Module und der erreichten Noten sowie ein Zertifikat ohne Notenausweis, auf Wunsch auch in englischer Sprache. Es handelt sich um anbietereigene Nachweise: ein akademischer Grad oder ein staatlich geregelter Fortbildungsabschluss entsteht daraus nicht, und die Bezeichnung „Sportmanager“ ist nicht geschützt. |
| Weblink | Fernstudium Sportmanagement |
Die geregelten Alternativen
Für kaufmännische Aufgaben in Sportvereinen, Fitnessanlagen und Verbänden gibt es seit 2001 den dualen Ausbildungsberuf „Sport- und Fitnesskaufmann“ beziehungsweise „Sport- und Fitnesskauffrau“. Er dauert drei Jahre und endet mit einer Kammerprüfung. Ausbildungsinhalte und zuständige Stellen lassen sich über die Berufesuche des Bundesinstituts für Berufsbildung nachschlagen.
Der zweite geregelte Weg ist ein Hochschulstudium: Sportmanagement und Sportökonomie werden an staatlichen und privaten Hochschulen als Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, teils berufsbegleitend. Nur dieser Weg führt zu einem akademischen Grad. Ein Zertifikatslehrgang wie der hier beschriebene ist die schnellste und günstigste Variante – dafür ohne externe Prüfung und ohne geschützten Titel. Für Quereinsteigende mit Branchenerfahrung kann das ausreichen, für den Einstieg ohne jede Vorerfahrung meist nicht.
Was den Einstieg zusätzlich trägt
In der Sportbranche entscheiden häufig Netzwerk und nachweisbare Projekte über den Zugang – ein Zertifikat allein öffnet selten eine Tür. Wer aus dem Ehrenamt kommt, sollte Vereinsprojekte konkret dokumentieren. Wie sich ein berufsbegleitender Lehrgang überhaupt in den Alltag einfügt, behandelt der Beitrag zum berufsbegleitenden Weiterbilden im Alltag.
Vermarktung im Sport ist zu großen Teilen Medienarbeit: Bewegtbild, Social Media, Bandenwerbung und Rechteverwertung. Einen Überblick über die gestalterischen Berufe dahinter gibt der Beitrag zu Berufen im Mediendesign. Auf der Auswertungsseite gewinnen Daten an Gewicht – von der Mitgliederanalyse bis zur Leistungsdiagnostik; dazu passt die Übersicht zu Bildungsangeboten in Data Science.
Wer Teams in Vereinen oder Anlagen führt, arbeitet meist mit einer Mischung aus Haupt- und Ehrenamt; die Übersicht zu Trainingsmethoden für Führungskräfte geht auf diese Führungssituation ein. Und weil internationale Verbände und Sponsoringverträge überwiegend englischsprachig sind, ist der Beitrag zu Englisch im Beruf eine sinnvolle Ergänzung.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Lehrgang ein Studium?
Nein. Trotz der Bezeichnung „Studiengang“ beim Anbieter handelt es sich um einen Zertifikatslehrgang. Es entsteht kein akademischer Grad und keine Berechtigung, einen solchen zu führen. Wer einen Bachelor oder Master anstrebt, muss an einer Hochschule immatrikuliert sein.
Ist „Sportmanager“ eine geschützte Bezeichnung?
Nein. Anders als bei Kammerabschlüssen oder akademischen Graden gibt es keinen Schutz. Zeugnis und Zertifikat belegen die belegten Module und die erbrachten Leistungen beim Anbieter – so sollte man sie im Lebenslauf auch benennen.
Komme ich ohne Abitur in den Lehrgang?
Ja. Neben dem Weg über die allgemeine Hochschulreife nennt der Anbieter den Zugang über eine abgeschlossene Berufsausbildung mit einschlägiger Praxis sowie über eine fünfjährige Berufserfahrung im Sport- oder Wirtschaftsbereich. Die konkreten Nachweise klären Sie vor der Anmeldung.
Reicht der Abschluss für eine Stelle in einem Profiverein?
In der Regel nicht allein. Im professionellen Sport konkurrieren Bewerbungen häufig mit Hochschulabschlüssen und einschlägigen Praktika. Der Lehrgang eignet sich eher zur Nachqualifizierung von Menschen, die bereits in Vereinen, Verbänden oder Anlagen arbeiten und ihre kaufmännische Seite ausbauen wollen.





