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Die WBS TRAINING AG ist ein Weiterbildungsträger mit Standorten in Deutschland und Österreich. Das Unternehmen ging Anfang der 1980er-Jahre aus dem Stuttgarter Ernst Klett Verlag hervor und hat seinen Sitz heute in Berlin. Angeboten werden Umschulungen, Fortbildungen und Qualifizierungen für Arbeitsuchende sowie Weiterbildungen für Beschäftigte und Firmenkunden. Ein großer Teil der Kurse wird nicht privat bezahlt, sondern über Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder der Jobcenter finanziert – das prägt Angebot und Zuschnitt der Kurse stärker als jedes Werbeversprechen.
Angebot und Themenfelder
Das Kursprogramm ist breit und deckt die Felder ab, in denen die Arbeitsverwaltung typischerweise fördert:
- IT und Digitalisierung – Anwendungsentwicklung, Netzwerke, Cloud, Datenanalyse. Wie sich die Formate in diesem Bereich vom Kurzkurs bis zum Studium unterscheiden, ordnet der Beitrag über Bildungsangebote in Data Science ein.
- Kaufmännische Qualifizierungen – Buchhaltung, Lohnabrechnung, Personalwesen, Einkauf.
- Pflege und soziale Berufe – Assistenz- und Betreuungsqualifikationen. Was hier formal verlangt wird, zeigt das Berufsbild der Betreuungskraft.
- Logistik, Handel und Vertrieb – von Lagerlogistik bis Außenhandel.
- Sprachen und Grundbildung – berufsbezogener Sprachunterricht sowie Kurse zum Nachholen eines Schulabschlusses. Wie stark Sprachkenntnisse den Karriereweg beeinflussen, behandelt der Beitrag über Englisch für den Beruf.
Die Standorte verteilen sich über alle Bundesländer, neben Großstädten auch über kleinere Orte. Das Unterrichtsformat hat sich in der Branche allerdings deutlich verschoben: Was früher als Präsenzunterricht im Schulungsraum stattfand, läuft heute vielfach im virtuellen Klassenraum mit festen Kurszeiten, Dozentin oder Dozent und Gruppenarbeit. Die Standorte dienen dann als ausgestattete Lernorte für alle, die zu Hause keinen geeigneten Arbeitsplatz haben. Wer sich für einen Kurs interessiert, sollte deshalb ausdrücklich nachfragen, in welcher Form er tatsächlich stattfindet.
Zulassung nach AZAV – der entscheidende Punkt
Damit ein Kurs mit einem Bildungsgutschein bezahlt werden kann, müssen zwei Dinge zugelassen sein: der Träger und die einzelne Maßnahme. Grundlage ist die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung, kurz AZAV. Sie hat 2012 die frühere AZWV abgelöst; ältere Darstellungen, die noch von einer AZWV-Zulassung sprechen, sind überholt. Geprüft wird von sogenannten fachkundigen Stellen, nicht von der Agentur für Arbeit selbst.
Praktisch heißt das: Ein Kurs ohne AZAV-Zulassung kann noch so gut sein – über einen Bildungsgutschein ist er nicht finanzierbar. Zugelassene Angebote sind in der Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit gelistet. Dort lässt sich unabhängig vom Anbieter prüfen, welche Maßnahmen es zu einem Thema gibt und welche Träger sie durchführen.
Der Weg zum Bildungsgutschein
Wichtig ist die Reihenfolge. Der Bildungsgutschein wird im Beratungsgespräch ausgestellt, bevor man sich für einen Kurs anmeldet. Eine nachträgliche Kostenübernahme für einen bereits begonnenen Kurs ist die Ausnahme. Der Gutschein nennt Bildungsziel, Dauer und regionalen Geltungsbereich und hat eine Gültigkeitsfrist; innerhalb dieser Frist wählt man den zugelassenen Träger selbst aus. Ein Rechtsanspruch auf den Gutschein besteht nicht, die Entscheidung liegt im Ermessen der Vermittlungsfachkraft.
Förderwege für Beschäftigte
Für Menschen in Beschäftigung sieht es anders aus. Die frühere Bildungsprämie des Bundes, oft mit einer Einkommensgrenze von rund 20.000 Euro beworben, ist ausgelaufen und steht nicht mehr zur Verfügung. Geblieben sind mehrere andere Wege:
- Qualifizierungschancengesetz – Förderung von Weiterbildung Beschäftigter über die Agentur für Arbeit, wenn der Arbeitsplatz vom Strukturwandel betroffen ist. Antragsteller ist in der Regel der Betrieb.
- Aufstiegs-BAföG – für Fortbildungen zum Meister, Fachwirt, Techniker oder Betriebswirt.
- Landesprogramme – Bildungsschecks und Weiterbildungsprämien mit eigenen Bedingungen je Bundesland.
- Bildungsurlaub – gesetzliche Freistellungstage in den meisten Bundesländern für anerkannte Veranstaltungen.
Beschäftigte sollten die betriebliche Seite früh einbeziehen: Weiterbildungsplanung ist in Betrieben mit Interessenvertretung ein Mitbestimmungsthema, wie der Beitrag über die Aufgaben des Betriebsrats beschreibt. Wie sich Kurszeiten daneben organisieren lassen, behandelt der Beitrag zum berufsbegleitenden Weiterbilden.
Häufig gestellte Fragen
Kostet eine Weiterbildung bei WBS Training etwas?
Für Teilnehmende mit Bildungsgutschein trägt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Lehrgangskosten, häufig auch Fahrt- und Kinderbetreuungskosten. Ohne Gutschein sind die Kurse kostenpflichtig; die Preise nennt der Träger auf Anfrage. Firmenkunden zahlen selbst.
Wie bekomme ich einen Bildungsgutschein?
Über ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter, in dem das Bildungsziel festgelegt wird. Der Gutschein wird vor der Kurswahl ausgestellt und gilt befristet. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht; die Bewilligung liegt im Ermessen der zuständigen Stelle.
Was bedeutet AZAV-Zulassung?
Sie bestätigt, dass Träger und Maßnahme die Anforderungen der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung erfüllen und damit über Bildungsgutscheine finanziert werden dürfen. Geprüft wird durch unabhängige fachkundige Stellen. Die AZAV löste 2012 die frühere AZWV ab.
Finden die Kurse vor Ort oder online statt?
Das hängt vom Kurs ab. Ein erheblicher Teil des Unterrichts läuft inzwischen im virtuellen Klassenraum mit festen Zeiten; die Standorte dienen häufig als Lernorte mit Technikausstattung. Vor der Anmeldung sollte man das Format ausdrücklich erfragen, da es den Alltag während der Maßnahme deutlich verändert.





