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Die Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen mit Sitz in Koblenz, kurz ZFH, ist keine Hochschule und kein privater Bildungsanbieter, sondern eine wissenschaftliche Einrichtung der Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Grundlage ist ein Staatsvertrag der drei Länder. Ihre Aufgabe: berufsbegleitende Fernstudiengänge gemeinsam mit den Hochschulen dieser Länder zu entwickeln, zu organisieren und zu vermarkten. Wer über die ZFH studiert, ist deshalb an einer staatlichen Hochschule eingeschrieben – die ZFH ist der organisatorische Knotenpunkt dahinter.
Was die ZFH macht – und was nicht
Der Verbund bündelt Aufgaben, die eine einzelne Hochschule für ein Fernstudienangebot nur mit erheblichem Aufwand stemmen könnte:
- Entwicklung und Pflege der Studienmaterialien gemeinsam mit den Lehrenden der beteiligten Hochschulen.
- Beratung von Interessierten zu Zugangsvoraussetzungen, Ablauf und Studienorganisation.
- Abwicklung der Anmeldung und Weiterleitung der Unterlagen an die jeweilige Hochschule.
- Öffentlichkeitsarbeit für das gemeinsame Studienangebot.
Nicht zuständig ist die ZFH für die Lehre selbst, für Prüfungen und für die Vergabe der Abschlüsse. Das übernimmt die Hochschule, an der man eingeschrieben ist. Auf dem Zeugnis steht folglich die Hochschule, nicht die ZFH. Das ist kein Formaldetail: Der Abschluss ist ein regulärer Hochschulabschluss einer staatlichen Fachhochschule und unterscheidet sich nicht von dem eines Präsenzstudiengangs derselben Einrichtung.
Wie die Anmeldung abläuft
Nach dem Anmeldeverfahren stellt die Hochschule eine Studienbescheinigung aus, ab diesem Zeitpunkt läuft die Betreuung über die Studienorganisation vor Ort. In der Regel folgt eine Einführungsveranstaltung, in der Ablauf, Prüfungsordnung und Lernplattform vorgestellt werden.
Studienangebot und Aufbau
Angeboten werden Bachelor- und Masterstudiengänge sowie kürzere Zertifikatsprogramme, überwiegend in wirtschaftlichen, technischen und sozialen Fächern. Die genaue Zahl und Zusammensetzung ändert sich; die aktuelle Übersicht führt die ZFH auf ihren eigenen Seiten. Ob eine Hochschule staatlich anerkannt ist und welche Studiengänge sie führt, lässt sich zusätzlich unabhängig im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz prüfen.
Die Studiengänge sind modular aufgebaut. Das erlaubt es, Schwerpunkte zu setzen und – je nach Prüfungsordnung – einzelne Module separat zu belegen und mit einem Zertifikat abzuschließen. Für einen akademischen Grad ist dagegen das vollständige Studium erforderlich; einzelne Zertifikate summieren sich nicht automatisch zu einem Bachelor. Wer den modularen Weg wählt, sollte vorher klären, ob und in welchem Umfang belegte Module später angerechnet werden.
Präsenzphasen und Zeitaufwand
Fernstudium heißt bei der ZFH nicht Studium ohne Anwesenheit. Präsenzveranstaltungen finden überwiegend an Wochenenden oder als Blockwochen statt und dienen der Vertiefung, dem Austausch und teilweise als Prüfungstermin. Für Berufstätige ist das planbar, verlangt aber Absprachen im Betrieb. Die Bildungsurlaubsgesetze der Länder sehen dafür Freistellungstage vor; in Betrieben mit Interessenvertretung ist Weiterbildung außerdem ein Mitbestimmungsthema, wie der Beitrag über die Aufgaben des Betriebsrats zeigt.
Zum Aufwand hilft die ECTS-Rechnung: Ein Credit entspricht 25 bis 30 Arbeitsstunden. Ein Masterstudiengang mit 90 Credits bedeutet also rund 2.250 bis 2.700 Stunden. Über sechs Semester verteilt ergibt das einen ernstzunehmenden wöchentlichen Umfang neben dem Beruf. Wie sich das planen lässt, behandelt der Beitrag zum berufsbegleitenden Weiterbilden.
Für wen sich der Weg über die ZFH eignet
Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Berufstätige, die bereits Praxiserfahrung mitbringen und deshalb nicht zwingend über ein Abitur verfügen. Die Zugangsregeln für beruflich Qualifizierte richten sich nach dem Hochschulgesetz des jeweiligen Landes und nach der Prüfungsordnung des Studiengangs; verbindlich ist die Auskunft der Hochschule.
Inhaltlich lohnt der Vergleich mit anderen Wegen zum selben Ziel. Wirtschaftsnahe Studiengänge überschneiden sich stark, wie die Übersicht zu den Studienwegen in den Steuerberaterberuf zeigt. In datennahen Fächern ist die Auswahl inzwischen ähnlich breit – der Beitrag über Bildungsangebote in Data Science ordnet die Formate vom Kurzkurs bis zum Masterstudium ein. Und wer den Abschluss mit einer Leitungsaufgabe verbinden will, findet in den Trainingsmethoden für Führungskräfte die praktische Ergänzung zum fachlichen Teil.
Häufig gestellte Fragen
Wer vergibt den Abschluss – die ZFH oder die Hochschule?
Die Hochschule, an der man eingeschrieben ist. Die ZFH organisiert Entwicklung, Beratung und Anmeldung, führt aber keine Prüfungen durch und verleiht keine Grade. Auf Zeugnis und Urkunde steht die Hochschule.
Ist ein Fernstudium über die ZFH gleichwertig zum Präsenzstudium?
Ja. Es handelt sich um Studiengänge staatlicher Hochschulen mit denselben Abschlüssen und akkreditierten Prüfungsordnungen. Die Studienform steht nicht auf der Urkunde.
Kann ich ohne Abitur über die ZFH studieren?
Unter den Voraussetzungen des jeweiligen Landeshochschulgesetzes ja. Aufstiegsfortbildungen wie Meister oder Fachwirt eröffnen in der Regel einen Hochschulzugang, eine Berufsausbildung mit mehrjähriger einschlägiger Praxis häufig einen fachgebundenen Zugang. Die Prüfung des Einzelfalls übernimmt die Hochschule.
Wie viel Präsenz ist erforderlich?
Das hängt vom Studiengang ab. Üblich sind mehrere Wochenendtermine pro Semester, teils als Blockwoche. Klausuren finden zu festen Terminen statt. Die konkreten Termine stehen im Studienverlaufsplan und sollten vor der Anmeldung mit dem beruflichen Kalender abgeglichen werden.





