Kirchenmusiker werden – Hochschule für Kirchenmusik

Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik in Halle an der Saale gehört zu einem der ältesten Institute, die hauptamtliche Kirchenmusiker ausbildet. Diese Hochschule befindet sich seit 1939 in Halle und prägt maßgeblich das kulturelle und musikalische Leben der Universitätsstadt. So reicht der gute Ruf des Chores der FH weit über Halle hinaus. Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik ist staatlich anerkannt und wird auch finanziell vom Land Sachsen-Anhalt unterstützt.

Das Berufsbild eines Kirchenmusikers:

Wer an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik studiert, erwirbt ein umfangreiches musikalisches, aber auch theologisches Fachwissen. Der Studierende verfügt nach Abschluss des Studiums über Fähigkeiten, die weit über das Orgelspiel während des Gottesdienstes hinausreichen. Natürlich sollte der an einer Kirchengemeinde angestellte Kirchenmusiker ein Profi an der Orgel sein. Aber er ist als hauptberuflicher Kirchenmusiker nicht nur Organist, sondern verantwortlich für das gesamte musikalische Leben innerhalb der Gemeinde. Dazu gehören der Aufbau und die Leitung des Kirchenchores oder der Kantorei und weiterer Musikgruppen wie zum Beispiel Instrumentalkreise und Orchester. Er organisiert Kirchenkonzerte, führt mit seinem Chor eindrucksvolle Oratorien und Passionen auf. Was wäre eine lebendige Kirche ohne Kirchenmusiker?

Die Studienangebote der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik:

Die FH bildet hauptberufliche Kirchenmusiker aus, die sich für den B- oder auch für den A-Schein qualifizieren. Wer den A-Schein besitzt, hat als Kantor sehr gute Berufschancen an Hauptkirchen, an denen anspruchsvolle Kirchenmusik geboten wird. Aber auch B-Schein-Absolventen können auf eine sichere Stelle in einer Kirchengemeinde hoffen. Durch ein viersemestriges Aufbaustudium haben sie darüber hinaus die Möglichkeit, nachträglich den A-Schein zu erwerben.

Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik bietet mittlerweile keine Diplom-Studiengänge mehr an. Das sechssemestrige grundständige Studium wird zunächst mit dem Bachelor abgeschlossen. Erforderlich ist für einen A-Kirchenmusiker jedoch der anschließende Master-Studiengang. Er dauert weitere vier Semester.

Aber nicht nur Kirchenmusiker werden an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik ausgebildet. Wer einen freiberuflichen künstlerischen Beruf anstrebt, kann zum Beispiel das Fach Orgel studieren, er kann sich zum Chor- und Orchesterleiter oder zum Oratorium- und Konzertsänger ausbilden lassen.

Inzwischen haben Kirchenmusiker mit B-Schein auch die Möglichkeit, zusätzlich zur kirchlichen Ausbildung die Befähigung zum Musiklehrer für das Lehramt an Gymnasien zu erwerben. Das erste Staatsexamen erwirbt man hier nach einer Studiendauer von zehn Semestern.

Die Studienvoraussetzungen:

Wer sich an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle bewerben möchte, benötigt nicht nur die allgemeine Hochschulreife wie zum Beispiel das Abitur, er muss sich darüber hinaus einer Eignungsprüfung unterziehen. Gefordert werden nicht nur gute Fähigkeiten im Klavier- und Orgelspiel – hierzu gehört auch das unvorbereitete vom Blatt-Spiel. Der Bewerber, die Bewerberin sollte auch gesangliche Fähigkeiten und ein Grundwissen im Fach Musiktheorie nachweisen können. Außerdem ist ein Aufnahmegespräch im Rektorat der FH vorgesehen. Zu den üblichen Bewerbungsunterlagen gehört ebenso ein pfarramtliches Zeugnis (bei Bewerbern für den kirchlichen Dienst), ein gesundheitliches Zeugnis und vom HNO-Arzt ein phoniatrisches Gutachten.

Die Studieninhalte:

Neben der Ausbildung an der Orgel, dem Klavier und möglichst einem weiteren Wahl-Instrument gehören zu den Studienschwerpunkten Chor- und Orchesterleitung, Sprecherziehung und Gesang. Neben der praktischen Musikausbildung wird jedoch auch die Theorie nicht vernachlässigt. Zu den Pflichtfächern gehören daher Musik-Geschichte, Musikpädagogik, Instrumentenkunde, Gehörbildung, Harmonielehre, Rhythmik, Improvisation und vieles mehr. Der Musiker, der sein Brot in einer Kirchengemeinde verdienen möchte, muss aber auch fundierte theologische Kenntnisse besitzen und sich vor allem in der evangelischen Liturgie auskennen. Ohne diese kann kein Gottesdienst gestaltet werden.

Die Studierenden an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle profitieren vielfach von der Kooperation mit dem Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Händel-Haus, das Instrumentenmuseum und die städtische Musikbibliothek. Neben mehreren Orgeln, Klavieren, Flügeln und Cembali innerhalb der Hochschule stehen den Studierenden zahlreiche Kirchen und auch Konzertsäle in Halle zum Üben an der Orgel offen.

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