Bachelor Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie im Fernstudium

Berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung per Fernstudium

betriebswirtschaftslehre und psychologie
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Der Fernstudiengang Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie, angeboten unter anderem von der Euro-FH in Hamburg, kombiniert zwei Fächer, die in Unternehmen ohnehin ständig aufeinandertreffen: ökonomische Steuerung und menschliches Verhalten. Betriebswirtschaftliche Grundlagen stehen neben Arbeits-, Organisations- und Marktpsychologie. Der Abschluss ist ein Bachelor of Arts oder Bachelor of Science, je nach Ausgestaltung des Programms.

Worum es im Studium geht

Wirtschaftspsychologie ist keine abgeschwächte Betriebswirtschaftslehre und keine halbe Psychologie, sondern ein eigenes Anwendungsfach. Die typischen Inhalte lassen sich vier Blöcken zuordnen:

  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen – Rechnungswesen, Marketing, Personal, Organisation, Volkswirtschaftslehre und Recht. Dieser Teil unterscheidet sich kaum von einem allgemeinen BWL-Studium wie der Europäischen Betriebswirtschaftslehre.
  • Arbeits- und Organisationspsychologie – Motivation, Führung, Teamprozesse, Arbeitsgestaltung, Personalauswahl und -entwicklung.
  • Markt- und Konsumentenpsychologie – Kaufentscheidungen, Werbewirkung, Preiswahrnehmung, Marktforschung.
  • Methoden – Statistik, empirische Forschungsmethoden, Testkonstruktion. Dieser Block wird regelmäßig unterschätzt und ist für viele der anspruchsvollste Teil.

Ergänzend spielt die Verhaltensökonomik eine Rolle, also die Frage, warum Menschen wirtschaftliche Entscheidungen systematisch anders treffen, als es Modelle rationalen Handelns vorhersagen. Vertiefende Informationen zum Fachgebiet finden Sie unter www.wirtschaftspsychologie.com.

Die wichtigste Abgrenzung: kein Weg in die Psychotherapie

Ein Punkt sorgt regelmäßig für Fehlentscheidungen: Ein wirtschaftspsychologischer Bachelor eröffnet keinen Zugang zur Psychotherapie. Die therapeutische Ausbildung ist gesetzlich geregelt und setzt ein polyvalentes Psychologiestudium beziehungsweise ein Studium der Psychotherapie mit anschließender Approbation voraus. Wer klinisch arbeiten möchte, ist in diesem Studiengang falsch.

WirtschaftspsychologiePsychologieZiel: Unternehmen,Personal, MarktZiel: auch klinischeTätigkeit möglichKeine ApprobationmöglichApprobationsweggesetzlich geregeltVor der Wahl das Berufsziel prüfen
Wirtschaftspsychologie zielt auf Unternehmen und Märkte, nicht auf therapeutische Tätigkeit.

Zugang und Studienorganisation

Für die Zulassung genügt in der Regel eine allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife. Beruflich Qualifizierte können abhängig vom Landesrecht auch ohne Abitur zugelassen werden; an Hamburger Hochschulen richtet sich das nach dem Hamburgischen Hochschulgesetz und verlangt üblicherweise eine abgeschlossene Berufsausbildung plus einschlägige Berufspraxis.

Abschluss Bachelor mit 180 ECTS-Punkten, akkreditiert über eine Agentur unter dem Dach des Akkreditierungsrats – bei wirtschaftsnahen Programmen häufig die FIBAA.
Regelstudienzeit Sechs Semester in der Vollzeitvariante, acht Semester in der gestreckten Variante. Die meisten Fernhochschulen räumen zusätzlich eine kostenfreie Verlängerung ein; Umfang und Bedingungen stehen im Studienvertrag.
Abschlussarbeit Eine Bachelorarbeit ist Bestandteil jedes Bachelorstudiengangs. Anders lautende Darstellungen sind falsch: Ohne Abschlussarbeit gibt es keinen Bachelorgrad.
Prüfungen Klausuren an Prüfungsstandorten oder als beaufsichtigte Online-Prüfung, dazu Einsendearbeiten und Projektarbeiten.
Kosten Private Fernhochschulen erheben monatliche Studiengebühren zuzüglich Prüfungsgebühren. Die Sätze ändern sich; verbindlich sind die Angaben im Studienvertrag.

Zum Aufwand hilft die ECTS-Rechnung: Ein Credit steht für 25 bis 30 Arbeitsstunden, 180 Credits also für rund 4.500 bis 5.400 Stunden. Wer neben einer Vollzeitstelle studiert, sollte von zehn bis zwölf Semestern ausgehen statt von sechs.

Berufsfelder nach dem Abschluss

Typische Einsatzbereiche liegen dort, wo betriebswirtschaftliche Entscheidungen mit menschlichem Verhalten verschränkt sind: Personalauswahl und Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Change-Prozesse, Marktforschung, Marketing und Vertrieb, Führungskräfteentwicklung, Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement, zunehmend auch Anwenderforschung in der Produktentwicklung.

Wer eine Leitungsaufgabe anstrebt, sollte den psychologischen Studienanteil nicht mit Führungspraxis verwechseln. Fachliches Wissen über Motivation ersetzt kein eigenes Training – dazu passt der Beitrag über Trainingsmethoden für Führungskräfte. Wer stärker in Richtung Zahlen und Systeme will, findet in der Wirtschaftsinformatik oder der technischen Betriebswirtschaft Alternativen mit ähnlicher Schnittstellenlogik.

Ob eine Hochschule staatlich anerkannt ist und welche Studiengänge sie führt, lässt sich unabhängig vom Anbieter im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz nachschlagen – ein Schritt, der vor jeder Anmeldung sinnvoll ist.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit diesem Bachelor Psychotherapeut werden?

Nein. Der Weg zur Approbation führt über ein psychologisches Studium mit den gesetzlich vorgeschriebenen Inhalten beziehungsweise über das Studium der Psychotherapie. Ein wirtschaftspsychologischer Abschluss erfüllt diese Voraussetzungen nicht.

Muss ich eine Bachelorarbeit schreiben?

Ja. Die Abschlussarbeit ist fester Bestandteil eines Bachelorstudiengangs und wird mit Credits bewertet. Modulzertifikate, die während des Studiums ausgestellt werden, ersetzen sie nicht.

Wie stark ist der Mathematikanteil?

Deutlich höher als erwartet. Statistik und empirische Methoden gehören zum Kern jedes psychologischen Studienanteils, dazu kommen Rechnungswesen und Investitionsrechnung aus der Betriebswirtschaft. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte vor Studienbeginn Grundlagen auffrischen.

Ist ein Fernstudienabschluss gleichwertig zum Präsenzstudium?

Ja, sofern die Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist. Die Studienform steht nicht auf der Urkunde. Prüfen lässt sich das im Hochschulkompass und in der Datenbank des Akkreditierungsrats.

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