Euro-FH – Europäische Fernhochschule Hamburg im Überblick

Größter europäischer Anbieter in Erwachsenenbildung

europäische fernhochschule hamburg
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Die Europäische Fernhochschule Hamburg, kurz Euro-FH, wurde 2003 gegründet und ist eine staatlich anerkannte private Fernhochschule. Träger ist die Klett Gruppe, zu der auch das Fernlehrinstitut ILS gehört. Angeboten werden Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Hochschulzertifikate, überwiegend in den Feldern Wirtschaft, Recht, Psychologie und Management. Der Unterricht findet als Fernstudium statt; Präsenztermine beschränken sich im Wesentlichen auf Prüfungen.

Staatliche Anerkennung und Akkreditierung

Zwei Begriffe werden in der Werbung privater Hochschulen oft vermischt, obwohl sie Verschiedenes bedeuten:

  • Staatliche Anerkennung spricht das jeweilige Bundesland aus – bei der Euro-FH also die zuständige Hamburger Behörde. Sie berechtigt die Einrichtung, akademische Grade zu verleihen. Nur staatlich anerkannte Hochschulen dürfen einen Bachelor oder Master vergeben.
  • Akkreditierung betrifft den einzelnen Studiengang oder das interne Qualitätssicherungssystem. Die Verfahren laufen über Agenturen unter dem Dach der Stiftung Akkreditierungsrat, einer gemeinsamen Einrichtung der Länder. Für wirtschaftsnahe Studiengänge ist häufig die Agentur FIBAA zuständig.

Ob eine Hochschule staatlich anerkannt ist und welche Studiengänge sie führt, lässt sich unabhängig vom Anbieter im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz nachschlagen. Das ist der verlässlichste Weg, Werbeaussagen zu prüfen – und er kostet nichts.

Studienangebot und Abschlüsse

Der bekannteste Studiengang der Hochschule ist die Europäische Betriebswirtschaftslehre mit Bachelor-of-Arts-Abschluss. Daneben stehen wirtschaftsnahe Programme wie Logistikmanagement, Wirtschaftsrecht und International Management sowie Master-Studiengänge und kürzere Hochschulzertifikate, die einzelne Module abbilden und später auf ein volles Studium angerechnet werden können.

Das Zertifikatsmodell ist der praktisch interessanteste Teil des Angebots: Wer sich unsicher ist, ob ein mehrjähriges Fernstudium neben dem Beruf tragfähig ist, kann mit einem einzelnen Modul beginnen und die Belastung realistisch einschätzen, bevor ein langfristiger Vertrag läuft. Wie sich ein solcher Lernrhythmus in einen vollen Arbeitsalltag einfügen lässt, beschreibt unser Beitrag zum berufsbegleitenden Weiterbilden.

Fernhochschule oder Fernlehrinstitut?

Beide Anbietertypen werben mit ähnlichen Formulierungen, unterscheiden sich rechtlich aber deutlich. Die Übersicht fasst zusammen, worin:

FernhochschuleFernlehrinstitutBachelor, Masterakademischer GradZertifikat, Vorberei-tung auf PrüfungenAnerkennung durchdas BundeslandZulassung durchdie ZFUHochschulzugang nötigmeist ohne Zugang
Fernhochschule und Fernlehrinstitut unterscheiden sich in Abschluss, Aufsicht und Zugangsvoraussetzungen.

Die Euro-FH gehört zur ersten Spalte: Sie verleiht akademische Grade. Das Fernlehrinstitut ILS aus demselben Konzern gehört zur zweiten. Wer eine Kammerprüfung vorbereiten will, ist beim Institut richtig; wer einen akademischen Grad braucht, an der Hochschule.

Zugang ohne Abitur

Ein Studium an der Euro-FH setzt grundsätzlich eine Hochschulzugangsberechtigung voraus – allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder eine fachgebundene Hochschulreife. Beruflich Qualifizierte können in Hamburg unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur zugelassen werden; maßgeblich ist das Hamburgische Hochschulgesetz. Verlangt werden dafür in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung und einschlägige Berufspraxis, teils ergänzt um eine Eignungsprüfung. Die konkreten Bedingungen ändern sich mit der Rechtslage und sollten vor der Bewerbung bei der Hochschule erfragt werden.

Was ein Fernstudium im Berufsalltag bedeutet

Ein berufsbegleitendes Bachelorstudium umfasst 180 ECTS-Punkte. Ein Credit steht rechnerisch für 25 bis 30 Arbeitsstunden, das Studium also für rund 4.500 bis 5.400 Stunden insgesamt. Wer diese Last auf sechs Semester verteilt und Vollzeit arbeitet, kommt auf einen erheblichen wöchentlichen Aufwand. Verlängerungsoptionen der Anbieter sind deshalb kein Nebendetail, sondern der Regelfall.

Für Beschäftigte lohnt der Blick auf betriebliche Unterstützung. Manche Arbeitgeber übernehmen Studiengebühren teilweise oder gewähren Lernzeit; in Betrieben mit Interessenvertretung ist die Weiterbildungsplanung ein Mitbestimmungsthema, wie der Beitrag über Aufgaben und Rechte des Betriebsrats zeigt. Auch die Bildungsurlaubsgesetze der Länder können Freistellungstage bringen.

Inhaltlich zielen die Programme der Euro-FH auf Fach- und Führungsaufgaben. Wer in diese Richtung geht, sollte die fachliche Qualifikation nicht mit Führungskompetenz verwechseln – dazu gehört eigenes Training, wie der Beitrag über Trainingsmethoden für Führungskräfte beschreibt. Für stärker regulierte Berufswege gelten wiederum eigene Regeln; welche Studiengänge etwa zum Steuerberaterexamen führen, zeigt unsere Übersicht zu den Studienwegen in den Steuerberaterberuf.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Abschluss der Euro-FH gleichwertig zu dem einer staatlichen Hochschule?

Ja, sofern die Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist. Der akademische Grad ist derselbe, unabhängig von der Trägerschaft. Unterschiede gibt es bei den Kosten, der Betreuungsform und bei Anschlussmöglichkeiten wie einer Promotion, für die private Fachhochschulen in der Regel eine Kooperation mit einer Universität brauchen.

Kann ich ohne Abitur an der Euro-FH studieren?

Unter Auflagen ja. Grundlage ist das Hamburgische Hochschulgesetz, das beruflich Qualifizierten einen Hochschulzugang eröffnet. Üblich sind eine abgeschlossene Ausbildung plus mehrjährige Berufserfahrung im Fachgebiet. Die genauen Anforderungen legt die Hochschule fest; ein verbindliche Auskunft gibt nur die Studienberatung.

Wie erkenne ich, ob ein Studiengang akkreditiert ist?

Über die Datenbank der Stiftung Akkreditierungsrat und über den Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz. Beide sind öffentlich zugänglich. Fehlt ein Studiengang dort, ist das ein Grund, beim Anbieter nachzufragen, bevor ein Vertrag unterschrieben wird.

Wie lange dauert ein Fernstudium tatsächlich?

Die Regelstudienzeit für einen Bachelor liegt bei sechs bis acht Semestern. Berufsbegleitend Studierende überschreiten sie häufig. Die meisten Fernhochschulen bieten deshalb eine kostenfreie Verlängerung an – wie lange und zu welchen Bedingungen, steht im Studienvertrag und sollte vor der Anmeldung geprüft werden.

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