FernUniversität in Hagen – die staatliche Fernuni im Überblick

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fernuniversität hagen
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Die FernUniversität in Hagen wurde 1974 gegründet und ist bis heute die einzige staatliche Fernuniversität in Deutschland. Träger ist das Land Nordrhein-Westfalen. Sie ist damit eine Universität im vollen Sinn – mit Promotionsrecht, Habilitationen und eigener Forschung – und keine private Fernhochschule. Für Berufstätige, die einen akademischen Abschluss anstreben, ist das der wichtigste Unterschied, denn er wirkt sich auf Kosten, Zugangswege und Anschlussmöglichkeiten aus.

Vier Fakultäten, ein Fernstudium

Das Studienangebot verteilt sich auf vier Fakultäten: Kultur- und Sozialwissenschaften, Mathematik und Informatik, Wirtschaftswissenschaft sowie Rechtswissenschaft. Studiert wird überwiegend im Selbststudium mit schriftlichem und digitalem Kursmaterial, ergänzt um Online-Seminare und Präsenzangebote in den Regional- und Studienzentren. Die Zentren gibt es an mehreren Standorten in Deutschland sowie im deutschsprachigen Ausland; sie dienen der Beratung, dem Lernen in Gruppen und teilweise als Prüfungsorte.

Als staatliche Hochschule erhebt die FernUniversität keine Studiengebühren im Sinn privater Anbieter, sondern Kostenbeiträge pro belegtem Kurs oder Modul plus Semesterbeitrag. Das Preisniveau liegt dadurch deutlich unter dem privater Fernhochschulen. Aktuelle Beträge veröffentlicht die Hochschule selbst; sie ändern sich mit der Gebührenordnung. Ein Blick auf die Seite der FernUniversität in Hagen vor der Einschreibung ist deshalb sinnvoll.

Studienformen: Vollzeit, Teilzeit, einzelne Module

Die meisten Studiengänge lassen sich in einer Vollzeit- und einer Teilzeitvariante belegen. Die Teilzeitvariante streckt dieselben Inhalte über mehr Semester und ist der Regelfall für Berufstätige. Daneben steht das Akademiestudium offen: Dabei belegt man einzelne Module ohne Einschreibung in einen Studiengang – ein realistischer Weg, um vor einer langfristigen Entscheidung zu testen, ob Fernstudium und Alltag zusammenpassen.

Drei Wege durch ein FernstudiumVollzeitRegelstudienzeit, hoher WochenaufwandTeilzeitgleiche Inhalte, mehr SemesterAkademiestudiumeinzelne Module, ohne Einschreibung
Vollzeit, Teilzeit oder einzelne Module – die Studienform bestimmt den Wochenaufwand.

Zur Einordnung des Aufwands hilft die ECTS-Rechnung: Ein Credit entspricht 25 bis 30 Arbeitsstunden. Ein Bachelor mit 180 Credits bedeutet also rund 4.500 bis 5.400 Stunden. Verteilt auf sechs Semester ergibt das eine Vollzeitbelastung, verteilt auf zwölf Semester einen berufsbegleitend tragfähigen Umfang. Wer prüfen will, ob sich das mit dem eigenen Arbeitsalltag verbinden lässt, findet im Beitrag zum berufsbegleitenden Weiterbilden eine praktische Herangehensweise.

Studium ohne Abitur

Für den Zugang gelten die Regeln des Landes Nordrhein-Westfalen. Neben der allgemeinen Hochschulreife und der Fachhochschulreife eröffnet auch eine berufliche Qualifikation den Weg an die Hochschule: Meisterinnen und Meister, Fachwirte und vergleichbar Fortgebildete haben in NRW einen allgemeinen Hochschulzugang. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige einschlägige Berufserfahrung mitbringt, kann über eine Zugangsprüfung in ein fachlich verwandtes Studium einsteigen. Die Einzelheiten regelt die Hochschule; verbindlich ist stets die Auskunft der Studienberatung.

Dieser Weg ist einer der Gründe für die hohe Zahl beruflich Qualifizierter unter den Studierenden. Wer aus einer Ausbildung kommt und akademisch weitergehen möchte, findet hier oft die kostengünstigste Option – etwa im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, wo sich viele Wege überschneiden, wie die Übersicht zu den Studiengängen auf dem Weg zum Steuerberater zeigt.

Betreuung und Prüfungen

Die Betreuung läuft über die Lehrstühle, über Mentorinnen und Mentoren in den Studienzentren sowie über Lernplattformen und Foren. Klausuren werden zu festen Terminen an verschiedenen Prüfungsorten geschrieben, teilweise auch als Online-Prüfung. In einigen Studiengängen sind Praxisanteile oder Praktika vorgesehen; ob und wie eine bereits ausgeübte Berufstätigkeit angerechnet werden kann, entscheidet der zuständige Prüfungsausschuss anhand der Prüfungsordnung – eine pauschale Zusage gibt es dafür nicht.

Fachlich reicht das Spektrum von klassischen Universitätsfächern bis zu stark nachgefragten Querschnittsthemen. Datengetriebene Inhalte etwa finden sich sowohl in der Informatik als auch in den Wirtschaftswissenschaften; welche Einstiege es hier insgesamt gibt, ordnet der Beitrag über Bildungsangebote in Data Science ein. Wer ein Studium mit Blick auf eine Leitungsaufgabe beginnt, sollte parallel an der Praxisseite arbeiten – dazu passt der Beitrag über Trainingsmethoden für Führungskräfte.

Staatliche Fernuni oder private Fernhochschule?

Beide führen zu regulären akademischen Graden, sofern die Einrichtung staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist. Prüfen lässt sich das im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz. Die Unterschiede liegen anderswo: Die FernUniversität ist deutlich günstiger, dafür stärker universitär und selbstorganisiert ausgerichtet. Private Fernhochschulen bieten meist engmaschigere Betreuung, jederzeitigen Studienbeginn und stärker anwendungsorientierte Programme – zu entsprechend höheren Gebühren.

Wer die Kosten teilweise auf den Arbeitgeber verlagern kann, sollte das früh ansprechen. Weiterbildungsplanung ist in Betrieben mit Interessenvertretung ein Mitbestimmungsthema, wie der Beitrag über die Aufgaben des Betriebsrats beschreibt; zusätzlich gewähren die Bildungsurlaubsgesetze der meisten Bundesländer Freistellungstage.

Häufig gestellte Fragen

Ist die FernUniversität in Hagen eine staatliche Hochschule?

Ja. Sie ist eine Universität in Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die einzige staatliche Fernuniversität Deutschlands. Sie besitzt Promotionsrecht und vergibt reguläre akademische Grade.

Was kostet ein Fernstudium in Hagen?

Statt Studiengebühren privater Anbieter fallen Kostenbeiträge für belegte Kurse und Module sowie ein Semesterbeitrag an. Das Niveau liegt erheblich unter dem privater Fernhochschulen. Die aktuellen Sätze stehen in der Gebührenordnung der Hochschule und sollten vor der Einschreibung dort nachgelesen werden.

Kann ich ohne Abitur studieren?

Ja, über die Regelungen des Landes NRW für beruflich Qualifizierte. Wer eine Aufstiegsfortbildung wie Meister oder Fachwirt abgeschlossen hat, erhält einen allgemeinen Hochschulzugang. Mit Berufsausbildung und einschlägiger Berufserfahrung ist der Einstieg über eine Zugangsprüfung in ein fachnahes Studium möglich.

Wie lange dauert ein Fernstudium in Teilzeit?

Ein Bachelor umfasst 180 ECTS-Punkte. In Vollzeit sind das sechs Semester, in der Teilzeitvariante entsprechend mehr – häufig zehn bis zwölf. Entscheidend ist weniger die formale Variante als die tatsächlich verfügbare Lernzeit pro Woche.

Alle Angaben ohne Gewähr. Kurs- und Serviceinhalte und dessen Bestandteile können sich geändert haben. Bitte informieren Sie sich daher zusätzlich zwingend beim jeweiligen Anbieter. Wir können die Aktualität der Inhalte nicht garantieren.