Bachelor Technische Informatik

Technische Informatik liegt dort, wo Software auf Hardware trifft: bei eingebetteten Systemen, Steuerungen, Bussystemen und Netzwerken. Anders als in der klassischen Informatik geht es weniger um Anwendungen auf dem Bildschirm als um Rechner, die in Maschinen, Fahrzeugen und Anlagen stecken – und um die Frage, wie sie mit ihrer Umgebung kommunizieren.

Der Studiengang verbindet deshalb Informatik mit Elektrotechnik, Automatisierungs-, Kommunikations- und Regelungstechnik. Dazu kommen die informatiktypischen Anteile: Algorithmik, Systemanalyse und methodisches Vorgehen bei der Problemlösung. Als Fernstudium ist das Programm auf Berufstätige zugeschnitten und schließt nach 210 Creditpoints mit dem Bachelor of Engineering ab.

Berufsfelder: vom Steuergerät bis zum Netzwerk

Die Breite des Studiums schlägt sich in den Einsatzfeldern nieder. Typisch sind Entwicklung und Test eingebetteter Software, Inbetriebnahme und Programmierung von Automatisierungssystemen, Netzwerk- und Systemtechnik, technischer Support sowie Projektarbeit an der Schnittstelle zwischen Elektronikentwicklung und Softwareabteilung. Welche Anforderungen Arbeitgeber in diesen Rollen stellen, beschreibt das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit.

Wer stattdessen Software für Anwender bauen will, ist mit dem Bachelor Informatik oder dem Bachelor angewandte Informatik besser bedient. Steht die betriebliche Organisation im Vordergrund, führt der Bachelor Wirtschaftsinformatik näher ans Ziel.

Fernstudium Bachelor Technische Informatik

Die Angaben beziehen sich auf das Programm der Wilhelm Büchner Hochschule. Modulpläne und Gebühren werden regelmäßig überarbeitet; maßgeblich sind die aktuellen Angaben des Anbieters.

Voraussetzungen Sie werden zugelassen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen vorliegt:

  • allgemeine Hochschulreife
  • fachgebundene Hochschulreife (Fachabitur, Abschluss einer Fachoberschule)
  • Fachhochschulreife
  • eine vom Hessischen Kultusministerium als gleichwertig anerkannte Fachhochschulzugangsberechtigung
  • keine der genannten Voraussetzungen: Dann kann das Studium dennoch aufgenommen werden, sofern nach zwei Semestern die Hochschulzugangsprüfung (HZP) abgelegt wird. Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Ausbildung und mindestens drei Jahre hauptberufliche Tätigkeit vor Studienantritt oder eine qualifizierte Weiterbildung im Anschluss an die Ausbildung.
Studienbeginn Die Aufnahme des Studiums ist jederzeit möglich.
Studieninhalte Den Modulen sind nach dem European Credit Transfer System (ECTS) Creditpoints (cp) entsprechend dem Arbeitsaufwand zugeordnet. Über die erworbenen Creditpoints wird ein Nachweis ausgestellt, der international vergleichbar ist.
Grundlagenstudium (120 cp)

  • Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen (29 cp)
  • Informatik (25 cp)
  • Elektrotechnik (27 cp)
  • Business Management und Führung (12 cp)
  • Besondere Informatikpraxis (27 cp)

Vertiefungsstudium (90 cp)

  • Informatik (26 cp)
  • Elektrotechnik (9 cp)
  • Business Management und Führung (10 cp)
  • eine der beiden Vertiefungsrichtungen: Kommunikationstechnik (22 cp) oder Automatisierungstechnik (27 cp)
  • Besondere Informatikpraxis (23 cp)

Der Studiengang umfasst insgesamt 210 Creditpoints.

Studiendauer Sieben Semester, also dreieinhalb Jahre beziehungsweise 42 Monate. Die Betreuungszeit kann ohne zusätzliche Kosten um 21 Monate verlängert werden.
Service Die Betreuung erfolgt durch Lehrende der Hochschule, der Studienplan ist auf das Fernstudium abgestimmt und ohne feste Semesterferien organisiert. Vorausgesetzt werden dafür Eigenmotivation sowie berufliche und private Rahmenbedingungen, die regelmäßiges Lernen zulassen.
Titel Bachelor of Engineering
Weblink Wilhelm Büchner Hochschule*

Zwei Wege im Vertiefungsstudium

Grundlagenstudium120 CreditpointsKommunikations-technik (22 cp)Automatisierungs-technik (27 cp)Bachelor of Engineering210 Creditpoints gesamt
Nach dem gemeinsamen Grundlagenstudium wählen Studierende eine der beiden technischen Vertiefungen.

Studieren ohne Abitur

Der Zugang beruflich Qualifizierter zum Hochschulstudium ist bundesweit politisch gewollt und in den Hochschulgesetzen der Länder verankert; die gemeinsame Grundlage bildet ein Beschluss der Kultusministerkonferenz. In der Praxis heißt das für diesen Studiengang: Aufnahme mit Ausbildung und Berufserfahrung, Hochschulzugangsprüfung nach dem zweiten Semester.

Für Berufstätige aus IT- und Elektroberufen ist das ein realistischer Weg, weil ein Teil des Stoffes aus der Praxis vertraut ist. Die Hürde liegt erfahrungsgemäß nicht bei der Informatik, sondern bei der höheren Mathematik im ersten Studienjahr.

Verwandte Fernstudiengänge

Technische Informatik überschneidet sich stark mit der Mechatronik, die denselben Grenzbereich vom Maschinenbau her betrachtet. Wer Medien und Gestaltung mit Programmierung verbinden möchte, findet dies im Bachelor Web- und Medieninformatik. Eine kaufmännische Ergänzung bietet der Bachelor Technische Betriebswirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet Technische Informatik von allgemeiner Informatik?

Die Technische Informatik hat einen erheblichen Elektrotechnik-Anteil – in diesem Studiengang 36 Creditpoints über beide Studienabschnitte. Der Fokus liegt auf hardwarenaher Programmierung, eingebetteten Systemen und Schnittstellen; klassische Informatik gewichtet Softwarearchitektur, Datenbanken und Algorithmik stärker.

Wann muss ich mich für eine Vertiefung entscheiden?

Erst zu Beginn des Vertiefungsstudiums, also nach dem gemeinsamen Grundlagenteil mit 120 Creditpoints.

Wie lange dauert das Studium realistisch?

Die Regelstudienzeit beträgt sieben Semester. Berufsbegleitend Studierende nutzen häufig die kostenfreie Verlängerung um bis zu 21 Monate, sodass rund fünf Jahre eine realistische Planungsgröße sind.

Brauche ich Programmiererfahrung zum Start?

Vorkenntnisse helfen, sind aber keine formale Voraussetzung. Die Programmiergrundlagen werden im Studienbereich Informatik von Beginn an vermittelt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Kurs- und Serviceinhalte und dessen Bestandteile können sich geändert haben. Bitte informieren Sie sich daher zusätzlich zwingend beim jeweiligen Anbieter. Wir können die Aktualität der Inhalte nicht garantieren.