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Immobilienwirtschaft als Studienfeld
Wohnraum ist in den Ballungsräumen knapp, gleichzeitig binden Bestandsgebäude Kapital und müssen energetisch modernisiert werden. Beides macht die Immobilienwirtschaft zu einem Feld mit anhaltendem Personalbedarf – in der Verwaltung und Vermietung von Wohn- und Gewerbeimmobilien, in der Projektentwicklung, im Asset Management und in der Bewertung.
Das Fernstudium Bachelor of Arts Real Estate bereitet auf kaufmännische Aufgaben und Führungsrollen in diesem Bereich vor. Die Inhalte werden überwiegend im Selbststudium erarbeitet, sodass sich der Studiengang mit einer Berufstätigkeit verbinden lässt; ergänzend finden Präsenzveranstaltungen statt, im hier beschriebenen Programm am Campus in Berlin und zusammengefasst auf Freitagnachmittage, Samstage und Blockwochen. Insgesamt sind rund 25 Präsenztage über sechs Semester vorgesehen. Wie viele Präsenztermine ein konkretes Programm verlangt, unterscheidet sich je Hochschule und sollte vor der Bewerbung geklärt werden.
Vier inhaltliche Bereiche
Real Estate Management bildet den Kern: Immobilienökonomie, Produktlebenszyklus von Gebäuden, Immobilienmarketing und Bewirtschaftung. Praxisnah wird es bei der Projektentwicklung, in der die Arbeitsschritte von der Grundstücksakquise bis zur Fertigstellung durchgespielt werden.
Accounting und Controlling behandelt das Rechnungswesen der Branche – allgemeines Rechnungswesen, internationale Rechnungslegung, Bilanzpolitik und vor allem die Immobilienbewertung, die in der Praxis über Kauf- und Finanzierungsentscheidungen mitbestimmt.
Business und Environment ordnet das Fachwissen ein: Marktentwicklung, Steuern und Recht. Gerade das Recht ist für die Branche zentral, weil Miet-, Bau- und Gewerberecht den Handlungsspielraum abstecken. So verlangt § 34c der Gewerbeordnung für Makler, Bauträger und Wohnimmobilienverwalter eine behördliche Erlaubnis; Wohnimmobilienverwalter und Makler müssen zudem regelmäßig Weiterbildungsnachweise erbringen. Den Wortlaut führt das Bundesjustizministerium in § 34c Gewerbeordnung.
General Competencies schließlich vermittelt das Handwerkszeug für den Arbeitsalltag: Präsentations- und Verhandlungstechnik, Personalführung und Fachenglisch.
Details zum Fernstudium
Die folgenden Angaben geben den Stand der ursprünglichen Studiengangsbeschreibung wieder. Studienpläne, Präsenzorte und Gebühren ändern sich; verbindlich sind die aktuellen Angaben des jeweiligen Anbieters.
| Voraussetzungen | Zur Einschreibung wird die allgemeine Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife verlangt. Der Bewerbung sind das entsprechende Zeugnis, ein Lebenslauf und ein Passfoto beizufügen. Da ein Teil der Studienmaterialien online bereitgestellt wird, ist ein Internetzugang erforderlich. |
| Studieninhalte | Die Inhalte sind auf Module verteilt und werden in sechs Semestern belegt. Thematisch gliedern sie sich in vier Bereiche: Real Estate Management, Accounting und Controlling, Business und Environment sowie General Competencies. Den überwiegenden Teil erarbeiten Studierende im Selbststudium; hinzu kommen etwa 25 Präsenztage. |
| Studiendauer und Beginn | Der Einstieg ist jeweils zum Winter- und zum Sommersemester möglich. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester; das Studium kann berufsbegleitend oder in Vollzeit mit begleitendem Praktikum absolviert werden. |
| Zwischenabschlüsse | Einzelne Programme sehen Zwischenabschlüsse vor. Genannt wird für den hier beschriebenen Studiengang der nach dem zweiten Semester erreichbare Abschluss Immobilienökonom/-in (GdW). Ob und in welcher Form ein Anbieter solche Zwischenqualifikationen vergibt, ist vor der Einschreibung zu prüfen. |
| Titel | Nach dem Bestehen aller Module und der Bachelorarbeit wird der akademische Grad Bachelor of Arts (B.A.) verliehen. Er berechtigt zur Aufnahme eines Masterstudiums. |
Berufsfelder und Verbandsstrukturen
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Wohnungsunternehmen und Genossenschaften, bei Projektentwicklern, in Immobilienabteilungen von Konzernen und Banken, in der Verwaltung und Vermietung oder in der Bewertung. Die Branche ist stark verbandlich organisiert: Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt die Wohnungswirtschaft und steht auch hinter der Qualifikation Immobilienökonom (GdW), die in einigen Studienprogrammen als Zwischenabschluss geführt wird.
Für die Berufswahl relevant ist der Unterschied zwischen zwei Wegen: Wer verwalten oder vermitteln will, braucht vor allem Rechts- und Vertragskenntnisse sowie die Gewerbeerlaubnis. Wer entwickeln oder investieren will, braucht Bewertung, Finanzierung und Marktanalyse. Beide Richtungen sind im Studium angelegt, lassen sich über Wahlmodule und Praktika aber unterschiedlich gewichten.
Verwandte Studiengänge
Der Abschluss ist ein Bachelor of Arts – was das im deutschen Hochschulsystem bedeutet und wie er sich vom Bachelor of Science unterscheidet, erklärt der Glossareintrag Bachelor of Arts (B.A.).
Wer statt der Branchenspezialisierung eine breite kaufmännische Ausbildung sucht, findet sie im Bachelor Betriebswirtschaftslehre und -Psychologie, der Managementwissen mit Verhaltens- und Verhandlungsthemen verbindet, oder im Bachelor Europäische Betriebswirtschaftslehre mit internationalem Zuschnitt. Da Bestandsverwaltung und Vermietung zunehmend über Softwareplattformen laufen, ist auch der Bachelor Wirtschaftsinformatik eine ernsthafte Alternative.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert das Fernstudium Real Estate?
Sechs Semester Regelstudienzeit, also drei Jahre. Berufsbegleitend Studierende sollten prüfen, ob und zu welchen Konditionen der Anbieter eine Verlängerung der Betreuungszeit einräumt.
Brauche ich Vorerfahrung in der Immobilienbranche?
Formal nicht. Praktisch erleichtert eine kaufmännische Ausbildung oder Berufserfahrung in Verwaltung, Bank oder Bau den Einstieg deutlich, weil viele Fallbeispiele daran anknüpfen.
Was ist der Zwischenabschluss Immobilienökonom (GdW)?
Eine von der Wohnungswirtschaft getragene Branchenqualifikation, die einzelne Studienprogramme im Studienverlauf mitvergeben. Sie ersetzt keinen akademischen Grad, ist in der Branche aber als Nachweis geläufig. Ob ein Programm sie vergibt, muss beim Anbieter erfragt werden.
Brauche ich für die Tätigkeit als Makler oder Verwalter eine Erlaubnis?
Ja. Makler, Bauträger, Baubetreuer und Wohnimmobilienverwalter benötigen nach § 34c der Gewerbeordnung eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Für Makler und Wohnimmobilienverwalter kommt eine Weiterbildungspflicht hinzu. Ein Studium ersetzt diese Erlaubnis nicht, erleichtert aber die geforderten Nachweise.
Wie viele Präsenztage muss ich einplanen?
Im beschriebenen Programm rund 25 Tage über sechs Semester, verteilt auf Wochenenden und Blockwochen. Für Berufstätige bedeutet das Urlaubsplanung und je nach Wohnort auch Reisekosten.





