7 beliebte Bachelor-Studiengänge an deutschen Hochschulen 2023

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Welche Bachelor-Studiengänge in Deutschland gefragt sind, lässt sich an der amtlichen Hochschulstatistik ablesen: Das Statistische Bundesamt zählt in jedem Wintersemester, wie viele Studierende in welchem Fach eingeschrieben sind. Im Wintersemester 2023/24 waren es an allen deutschen Hochschulen zusammen 2.868.311 Studierende. Die folgende Auswahl stützt sich auf diese Zahlen und nennt sieben Fächer mit vielen Studierenden, die üblicherweise mit einem Bachelor abschließen. Medizin und Rechtswissenschaft gehören ebenfalls zu den größten Fächern, enden aber in der Regel mit einem Staatsexamen und stehen deshalb in einem eigenen Abschnitt.

Wie die Zahlen zu lesen sind

Die Studierendenstatistik des Statistischen Bundesamts (Destatis) erfasst alle Eingeschriebenen eines Fachs, unabhängig davon, ob sie einen Bachelor, einen Master, ein Lehramt oder ein Staatsexamen anstreben. Wie viele Personen ausschließlich im Bachelor studieren, weisen die hier verwendeten Übersichtstabellen nicht aus. Die Größe eines Fachs zeigt trotzdem gut, wie viele Studienplätze es gibt und wie breit das Angebot an den Hochschulen ist.

Zwei Ebenen sind zu unterscheiden. Ein Studienfach wie Betriebswirtschaftslehre ist eine einzelne Kategorie. Ein Studienbereich wie Informatik fasst mehrere verwandte Fächer zusammen, etwa Informatik, Wirtschaftsinformatik und Medieninformatik. Die Zahlen unten stammen aus den Destatis-Tabellen zu einzelnen Fächern und zu den Studierenden in MINT-Fächern; beide Tabellen tragen den Stand 13. August 2026.

Überblick: große Fächer mit Bachelorabschluss

Fach oder Studienbereich Studierende WS 2023/24 Studierende WS 2024/25 Übliche Bachelorgrade
Betriebswirtschaftslehre (Fach) 232.475 229.753 B.Sc. oder B.A.
Informatik (Studienbereich) 260.078 267.249 B.Sc.
Maschinenbau, Verfahrenstechnik (Studienbereich) 143.879 139.099 B.Sc. oder B.Eng.
Psychologie und psychologienahe Fächer keine Angabe rund 116.500 B.Sc.
Wirtschaftswissenschaften (Fach) 86.848 88.144 B.Sc. oder B.A.
Biologie (Studienbereich) 74.454 73.992 B.Sc.
Elektro- und Informationstechnik (Studienbereich) 73.184 73.187 B.Sc. oder B.Eng.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Tabellen zu Studienfächern und MINT-Studienbereichen, Stand 13. August 2026; Psychologie: CHE Centrum für Hochschulentwicklung, DatenCHECK 7/2026, Juli 2026, auf Basis der Destatis-Hochschulstatistik.

1. Betriebswirtschaftslehre

Betriebswirtschaftslehre ist seit Jahren das größte Einzelfach an deutschen Hochschulen. Im Wintersemester 2023/24 waren laut der Destatis-Zeitreihe zur Betriebswirtschaftslehre 232.475 Studierende eingeschrieben, rund acht Prozent aller Studierenden. Die Zahl geht leicht zurück: Im Wintersemester 2021/22 waren es noch 240.866, im Wintersemester 2024/25 229.753.

Das Studium behandelt Rechnungswesen, Finanzierung, Marketing, Personal, Produktion und Wirtschaftsrecht. Je nach Hochschule endet der Bachelor als Bachelor of Science oder als Bachelor of Arts. BWL wird an Universitäten, an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und im Fernstudium angeboten, häufig auch in Kombination mit einem zweiten Schwerpunkt, zum Beispiel als Bachelor Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie oder als Europäische Betriebswirtschaftslehre mit Sprach- und Auslandsanteilen.

2. Informatik

Der Studienbereich Informatik ist in den vergangenen Jahren gewachsen: von 260.078 Studierenden im Wintersemester 2023/24 auf 267.249 im Wintersemester 2024/25 und 273.941 im Wintersemester 2025/26. Der Frauenanteil lag im Wintersemester 2023/24 bei 58.459 Studentinnen, also bei rund 22 Prozent (Destatis, MINT-Tabelle, Stand 13. August 2026).

Zum Studienbereich gehören die klassische Informatik ebenso wie anwendungsnahe Varianten. Wer zwischen den Ausrichtungen schwankt, findet die Unterschiede in den Beiträgen zum Bachelor Informatik im Fernstudium und zum Bachelor Wirtschaftsinformatik. Künstliche Intelligenz und Data Science werden meist als Vertiefung innerhalb der Informatik studiert, an einigen Hochschulen auch als eigener Bachelor. Wie sich die Berufsbilder in diesem Bereich unterscheiden, erklärt der Beitrag zum Unterschied zwischen Data Analyst und Data Science.

3. Maschinenbau und Verfahrenstechnik

Maschinenbau und Verfahrenstechnik bilden zusammen den zweitgrößten ingenieurwissenschaftlichen Studienbereich nach der Informatik. Die Zahl der Studierenden sinkt allerdings: 143.879 im Wintersemester 2023/24, 139.099 ein Jahr später und 134.938 im Wintersemester 2025/26. Der Frauenanteil lag im Wintersemester 2023/24 bei rund 23 Prozent (33.655 Studentinnen).

Im Bachelor stehen technische Mechanik, Werkstoffkunde, Konstruktion, Thermodynamik und Fertigungstechnik im Vordergrund. Universitäten vergeben meist den Bachelor of Science, Hochschulen für angewandte Wissenschaften häufig den Bachelor of Engineering. Studiengänge zu erneuerbaren Energien oder Energietechnik sind oft als Vertiefung im Maschinenbau oder in der Elektrotechnik angelegt.

4. Psychologie

Psychologie gehört zu den Fächern mit dem höchsten Andrang. Nach einer Auswertung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung vom Juli 2026, die auf der Destatis-Hochschulstatistik beruht, waren im Wintersemester 2024/25 rund 116.500 Studierende in einem Fach mit Psychologiebezug eingeschrieben. Etwa 60 Prozent studierten an Universitäten, etwa 40 Prozent an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die vor allem Studiengänge wie Wirtschaftspsychologie anbieten.

Wer später psychotherapeutisch arbeiten will, muss den Studienweg genau planen. Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes, die am 1. September 2020 in Kraft trat, führt der Weg zur Approbation über einen Bachelor mit den vorgeschriebenen psychotherapeutischen Inhalten, einen Master in Klinischer Psychologie und Psychotherapie und eine anschließende staatliche Prüfung. Ein Bachelor in Wirtschaftspsychologie erfüllt diese Voraussetzungen in der Regel nicht.

5. Wirtschaftswissenschaften

Neben der Betriebswirtschaftslehre führt Destatis die Wirtschaftswissenschaften als eigenes Fach. Gemeint sind Studiengänge, die Betriebs- und Volkswirtschaftslehre verbinden. Im Wintersemester 2023/24 waren dort 86.848 Studierende eingeschrieben, im Wintersemester 2024/25 88.144 (Destatis, Stand 13. August 2026). Im Unterschied zur reinen BWL nehmen Makroökonomie, Wirtschaftspolitik und quantitative Methoden mehr Raum ein.

6. Biologie

Biologie ist der größte Studienbereich innerhalb der Naturwissenschaften: 74.454 Studierende im Wintersemester 2023/24, davon 48.638 Frauen, also rund 65 Prozent (Destatis, MINT-Tabelle). Der Bachelor of Science vermittelt Zellbiologie, Genetik, Ökologie, Physiologie und Biochemie mit hohem Laboranteil. Biotechnologie wird teils innerhalb der Biologie, teils als eigener ingenieurwissenschaftlicher Studiengang angeboten. Für eine Tätigkeit in der Forschung ist ein anschließender Master üblich.

7. Elektro- und Informationstechnik

Die Elektro- und Informationstechnik hält ihre Studierendenzahl stabil: 73.184 im Wintersemester 2023/24, 73.187 ein Jahr später und 74.041 im Wintersemester 2025/26. Der Frauenanteil ist mit 11.414 Studentinnen im Wintersemester 2023/24 (rund 16 Prozent) niedriger als in den meisten anderen Fächern dieser Liste. Inhalte sind Elektrotechnik-Grundlagen, Schaltungstechnik, Nachrichten- und Regelungstechnik, Energietechnik und Programmierung.

Medizin und Rechtswissenschaft: groß, aber kein Bachelor

Zwei der größten Fächer fehlen in der Liste, weil sie nicht mit einem Bachelor abschließen. In Medizin waren im Wintersemester 2023/24 laut Destatis 113.383 Studierende eingeschrieben, in Rechtswissenschaft 114.515. Medizin endet mit dem Staatsexamen nach der Approbationsordnung für Ärzte, Rechtswissenschaft mit der ersten juristischen Prüfung. Einige Hochschulen bieten zwar einen Bachelor im Wirtschaftsrecht (LL.B.) an; er ersetzt aber nicht das Staatsexamen, das für Richteramt und Anwaltszulassung nötig ist. Wer im Gesundheitswesen mit einem Bachelor einsteigen will, findet Studiengänge etwa in Pflege, Gesundheitswissenschaften oder Medizintechnik.

Was die Zahlen nicht zeigen

Ein großes Fach ist nicht automatisch das richtige. Die Statistik zählt Köpfe, sie sagt nichts über Studienabbruch, Berufseinstieg oder Gehalt. Kleine Studiengänge wie Nanotechnologie, Umwelttechnik oder Internationale Beziehungen erscheinen in den Übersichten nicht unter den großen Fächern, können für einzelne Interessen aber besser passen. Welche Abschlussgrade es gibt und was sie bedeuten, erklären die Glossarbeiträge zum Bachelor und zum Bachelor of Science.

Für die eigene Entscheidung helfen die Studienfeldbeschreibungen und Selbsttests auf studienwahl.de, dem gemeinsamen Orientierungsportal der Bundesagentur für Arbeit und der Länder. Einen Überblick über Studienfächer und Berufsaussichten aus Sicht von Schülerinnen und Schülern gibt außerdem der Beitrag „Studienfächer und ihre Berufsaussichten: Ein Einblick für Schülerinnen und Schüler“.

Häufig gestellte Fragen

Welches Studienfach hat in Deutschland die meisten Studierenden?

Als Einzelfach liegt Betriebswirtschaftslehre vorn, mit 232.475 Studierenden im Wintersemester 2023/24 und 229.753 im Wintersemester 2024/25 (Destatis). Fasst man alle Informatik-Fächer zum Studienbereich zusammen, ist dieser mit 267.249 Studierenden im Wintersemester 2024/25 noch größer.

Kann man Medizin als Bachelor studieren?

Das Medizinstudium, das zur ärztlichen Approbation führt, endet in Deutschland mit dem Staatsexamen, nicht mit einem Bachelor. Bachelorstudiengänge gibt es in angrenzenden Bereichen wie Medizintechnik, Pflege oder Gesundheitswissenschaften; sie führen nicht zur Approbation.

Reicht ein Bachelor in Psychologie, um Psychotherapeut zu werden?

Nein. Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes zum 1. September 2020 sind ein passender Bachelor, ein Master in Klinischer Psychologie und Psychotherapie und eine staatliche Prüfung nötig. Erst danach folgt die Approbation.

Zählt die Statistik nur Bachelorstudierende?

Nein. Die Destatis-Zahlen je Fach umfassen alle Eingeschriebenen, also auch Master-, Lehramts- und Staatsexamensstudierende. Sie zeigen, wie groß ein Fach insgesamt ist, nicht, wie viele Personen gerade im Bachelor studieren.