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Warum Grafik-Design ein eigenes Studium braucht
Gestaltungssoftware ist heute in fast jedem Büro verfügbar. Präsentationen, Broschüren und Social-Media-Grafiken entstehen längst nebenbei – oft ohne gestalterische Grundlagen. Genau daraus ergibt sich die Aufgabe professioneller Grafik-Designerinnen und -Designer: Sie ordnen Informationen so, dass sie schnell erfassbar sind, und geben Marken eine erkennbare visuelle Sprache.
Das Studium verbindet deshalb Gestaltungslehre mit Wahrnehmungspsychologie, Marketing und ökonomischen Grundlagen. Wer versteht, wie Menschen Bilder und Typografie verarbeiten, gestaltet nicht nach Geschmack, sondern nach überprüfbaren Kriterien. Hinzu kommen die technischen Anforderungen aktueller Medien: Druck, Web, bewegte Bilder und interaktive Anwendungen stellen jeweils eigene Bedingungen an ein Layout.
Berufsbild und Arbeitsfelder
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Werbe- und Designagenturen, in Marketingabteilungen von Unternehmen, in Verlagen und Medienhäusern oder als Selbstständige. Die Tätigkeiten reichen von Corporate Design über Verpackungs- und Werbemittelgestaltung bis zu Informationsgrafik und User-Interface-Design. Mit wachsender Berufserfahrung kommen Leitungsaufgaben hinzu – Art Direction, Projektleitung, Beratung von Kunden zu ihrer visuellen Kommunikation.
Ein Punkt, den viele erst nach dem Abschluss entdecken: Freiberuflich tätige Designerinnen und Designer können sich über die Künstlersozialkasse in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung versichern; die KSK übernimmt dabei den Anteil, den sonst ein Arbeitgeber trägt. Wer eine Selbstständigkeit plant, sollte die Voraussetzungen früh prüfen.
Fernstudium Bachelor Grafik-Design
Die folgenden Angaben geben den Stand der ursprünglichen Studiengangsbeschreibung der DIPLOMA Hochschule wieder, die früher als DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen firmierte. Studienzentren, Schwerpunkte und Gebühren ändern sich; verbindlich sind die aktuellen Angaben der Hochschule.
| Voraussetzungen | Für die Zulassung genügt eine der folgenden Qualifikationen:
Ob zusätzlich eine Mappe mit eigenen Arbeiten verlangt wird, unterscheidet sich je Hochschule und sollte vor der Bewerbung geklärt werden. |
| Studienbeginn | Zum Wintersemester (Oktober) oder zum Sommersemester (April), abhängig von der Nachfrage am jeweiligen Studienzentrum. |
| Studieninhalte | Als Schwerpunkte sind digitale Applikationen und Unternehmenskommunikation vorgesehen. Insgesamt werden im Studium 180 Creditpoints erworben, die nach dem European Credit Transfer System (ECTS) entsprechend dem Arbeitsaufwand je Modul vergeben werden. |
| Studiendauer | Sieben Semester, also dreieinhalb Jahre. Die Studienzeit lässt sich individuell um bis zu vier Semester verlängern, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen. |
| Standorte | Friedrichshafen, Hannover, Leipzig und Mannheim. Das Netz der Studienzentren wird laufend angepasst; die aktuellen Standorte nennt die Hochschule. |
| Titel | Bachelor of Arts (B.A.) |
| Service | Der Studiengang ist berufsbegleitend organisiert: Selbststudium anhand von Studienheften wechselt sich mit ganztägigen Samstagsseminaren am gewählten Studienzentrum ab, die zwei- bis dreimal im Monat stattfinden. |
| Anbieter | DIPLOMA Hochschule (vormals DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen) |
Was im Studium tatsächlich verlangt wird
Ein Designstudium ist arbeitsintensiver, als der Stundenplan vermuten lässt. Entwürfe entstehen in Schleifen: Konzept, Skizze, Umsetzung, Kritik, Überarbeitung. Wer berufsbegleitend studiert, sollte pro Projekt mehrere Abende einplanen und die Präsenztermine nicht als Pflichtübung, sondern als den eigentlichen Lernort begreifen – Gestaltung lernt man an der Kritik der eigenen Arbeit.
Technisch brauchen Studierende einen Rechner, der mit gängiger Layout- und Bildbearbeitungssoftware umgehen kann, sowie eine belastbare Internetverbindung für die Lernplattform. Softwarelizenzen sind in Studiengebühren in der Regel nicht enthalten; viele Hersteller bieten jedoch vergünstigte Bildungsversionen an.
Verwandte Studiengänge
Grafik-Design ist gestalterisch geprägt. Wer stärker programmieren möchte, findet im Bachelor Web- und Medieninformatik die passendere Verbindung aus Gestaltung und Technik, im Bachelor angewandte Informatik den klar technischen Weg.
Soll das Studium eher auf Agenturleitung, Kundenberatung oder Marketing hinauslaufen, sind kaufmännische Programme sinnvoller: Der Bachelor Betriebswirtschaftslehre und -Psychologie verbindet Management mit Wahrnehmungs- und Verhaltensthemen, der Bachelor Europäische Betriebswirtschaftslehre richtet sich an international arbeitende Betriebe. Ob ein Studiengang akkreditiert ist und welche Hochschulen ihn führen, lässt sich im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine Mappe für die Bewerbung?
Das hängt vom Anbieter ab. Staatliche Kunsthochschulen verlangen fast immer eine Mappe und eine Aufnahmeprüfung; berufsbegleitende Programme an Fachhochschulen setzen häufiger auf die formale Hochschulzugangsberechtigung. Fragen Sie vor der Bewerbung nach, welche Nachweise verlangt werden.
Kann ich ohne Abitur Grafik-Design studieren?
Ja. Eine bestandene Meisterprüfung reicht ebenso wie eine mindestens vierjährige hauptberufliche Tätigkeit nach der hessischen Regelung für beruflich Qualifizierte.
Wie lange dauert das Studium?
Regulär sieben Semester. Berufstätige nutzen häufig die mögliche Verlängerung um bis zu vier Semester, sodass rund fünf bis sechs Jahre eine realistische Planungsgröße sind.
Lohnt sich ein Studium gegenüber einer Ausbildung als Mediengestalter?
Beide Wege führen in den Beruf. Die Ausbildung zum Mediengestalter ist kürzer und stärker produktionsorientiert; das Studium vermittelt zusätzlich Konzeption, Theorie und wissenschaftliches Arbeiten und ist Voraussetzung für ein späteres Masterstudium sowie für viele Positionen mit Führungsverantwortung.





