Das Burnout Syndrom scheint nicht mehr aufhaltbar zu sein. Laut aktuellen Zahlen des BKK Bundesverbandes sind alleine in den ersten drei Quartalen 2012 die Fehltage wegen psychischer Leiden um 10 Prozent gestiegen. Damit lag der monatliche durchschnittliche Krankenstand bei 4,2 Prozent. Keine andere Krankheitsart weist solche dynamischen Steigerungsraten auf. Zum Vergleich: Atemwegserkrankungen sanken im ersten Quartal 2012 um 9 Prozent.

Die vom BKK Bundesverband veröffentlichten Studie erfasst und analysiert die gesundheitlichen Befunde von 4,8 Millionen beschäftigten Pflichtmitgliedern und stellt damit ein gut nachvollziehbares Abbild des Krankheitsgeschehens in der Arbeitswelt dar.

Quelle: BKK Bundesverband

In sieben Jahren zwanzigfacher Zuwachs

Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen gehören vor allem Angststörungen und Depressionen. Dabei wurde bei rund 12 Prozent aller weiblichen und 6 Prozent der männlichen Versicherten wurden bei seelischen Leiden am häufigsten Depressionen diagnostiziert. Wobei die Zunahme dieser Erkrankungen auch durch eine verstärkter Diagnostik und der entsprechenden Dokumentation durch die behandelnden ambulanten Ärzte zu erklären ist.

Zudem rücken in der letzten Zeit „neuere“ Krankheitsbilder wie das Burn-out-Syndrom verstärkt in den Fokus der Diskussionen zum Erkrankungsgeschehen. In der ICD-10 wird dieser Zustand lediglich als Einflussfaktor erfasst, das Burnout Syndrom selbst aber nicht als eigenständige Krankheit behandelt. Die Arbeitsunfähigkeitsdaten beziehen sich auf den IDCSchlüssel Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“. Hier stiegen in nur sieben Jahren krankheitsbedingt die Fehltage um nahezu das Zwanzigfache (exakt: Faktor 19).

Quelle: BKK Bundesverband. Der BKK Gesundheitsreport 2012 „Gesundheit fördern – Krankheit versorgen – mit Krankheit leben“ liegt in gedruckter Form vor und kann als pdf-Datei unter www.bkk.de heruntergeladen werden.

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