tabletWie eine neue statistische Erhebung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz BITKOM, und FORSA, belegt, haben bereits 1/3 aller Deutschen Erfahrungen mit E-Learning. Warum es dennoch viel zu tun gibt:

Laut Statistik sind die meisten E-Learning-Nutzer mit Online-Nachschlagewerken vertraut. Rund 70% haben diese Lernmethode schon einmal angewendet. Computerbasierte Trainings oder Onlinetrainings haben bereits über 50% eingesetzt. Mit Lernforen und Lern-Apps sind rund ein Drittel aller Nutzer vertraut. Das virtuelle Klassenzimmer, also das gleichzeitige Lernen mit anderen am Computer, haben hingegen erst 12% erfahren.

E_Learning_Methoden

Diese Zahlen stimmen einen optimistisch, sind allerdings auch leider wenig aussagekräftig. Eine Frage wäre, ob mit Onlinenachschlagewerken auch Wikipedia gemeint ist, welches bereits 2011 von jedem zweiten deutschen Internetnutzer regelmäßig aufgesucht wurde. Da bisher keine weiteren Informationen zur Statistik vorliegen, bleibt auch zu fragen, was mit „Computer-Trainings“ gemeint ist. Falls darunter auch Vokabeltrainer oder ähnliches fällt, fällt die Nutzungszahl doch recht niedrig aus.

Noch viel zu tun in Sachen E-Learning

Noch immer wird E-Learning in Deutschland stiefmütterlich behandelt. Laut taz nutzen nur 18% der Lehrer regelmäßig digitale Medien im Unterricht – der Rest verzichtet weitestgehend darauf. Das liegt auch daran, dass die Lehrer selbst kein Vertrauen zu den neuen Medien haben: die Hälfte ist der Meinung, dass die Schüler im Unterricht die meiste Zeit etwas anderes auf dem Bildschirm tun, als lernen.

Dass andere Länder, wie Großbritannien, die Nase in Sachen E-Learning weiter vorne haben als Deutschland, liegt für viele zum Teil an der Finanzierung deutscher Schulen. Die verschiedenen Finanzierungsquellen bringen bei den einzelne Verantwortlichen, also Bund, Ländern und Kommunen, eine gewisse Verantwortungslosigkeit hervor. In Großbritannien hingegen verfügen die Schulen über einen eigens zugewiesenen Etat, über denen sie frei entscheiden dürfen. In Deutschland hingegen haben die Schulen kein volles Budgetrecht. Sie besitzen häufig nicht einmal ein eigenes Girokonto, um Anschaffungen oder Rechnungen auszugleichen – so etwas muss in vielen Fällen der Stadt vorgelegt werden. Bisher ist die Autonomie der Schulen ein weit entferntes Ziel bundesdeutscher Bildungspolitik. Die Umstellung auf digitale Lernmedien wird daher häufig nur an ausgesuchten Pilotschulen oder auf Initiative einzelner Lehrer oder Rektoren vorangetrieben.

Dass in Sachen Softwareentwicklung allerdings auch noch viel zu tun ist, lässt sich dem aktuellen Positionspapier der BITKOM zum Thema E-Learning entnehmen. Dort wird auch angesprochen, dass viele Softwarelösungen noch immer maßgeschneiderte Produkte sind, vor allem im betrieblichen Einsatz genutzt werden und daher sehr kostenintensiv und wenig anpassungsfähig sind. Die privaten Endverbraucher können derzeit noch nicht auf eine ausreichende Zahl an didaktisch ausgereiften Anwendungen zurückgreifen.

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)